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Wie man sich schützen kann

Schock-Entdeckung! Frau findet in ihrer Ferienwohnung zwei Kameras  

Versteckte Kamera
Gerade Frauen sind oft Opfer von Aufnahmen durch versteckte Kameras Foto: iStock/KristinaJovanovic

Ist man schon paranoid, wenn man bei Ankunft in einem Hotelzimmer oder einem Airbnb erstmal Spiegel und Rauchmelder nach versteckten Kameras absucht, bevor man die Koffer auspackt? Keineswegs, denn: Überall auf der Welt gab und gibt es Fälle, in denen Hotels und Ferienwohnungen wegen verdeckter Aufnahmegeräte angezeigt wurden. Gerade erst hat eine Frau in den USA in ihrem gebuchten Airbnb zwei versteckte Kameras entdeckt. TRAVELBOOK erklärt, wie man sich schützen kann.

Es ist eine gruselige Vorstellung: Man bucht eine Ferienwohnung und merkt plötzlich, dass man von einer heimlich installierten Kamera beobachtet wird. Genau das ist einer Frau in den USA passiert, wie sie auf Twitter in einem Kommentar zu einem Post schreibt, in dem es um die Frage geht, ob man heutzutage besser ein Hotel oder eine Ferienwohnung buchen sollte.

„Mein letztes Airbnb hatte zwei Kameras, eine im Schlafzimmer und eine im Wohnzimmer vor dem Schlafsofa, wo mein Sohn schlief und sich umgezogen hat“, schreibt die Frau. Erst nach zwei Tagen habe sie die Kameras entdeckt und dann sofort die Linsen abgedeckt. „Es war sehr beunruhigend zu wissen, dass uns wahrscheinlich jemand beim Ausziehen, Schlafen und beim Sex beobachtet hat. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder ein Airbnb buchen werde.“

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Zahlreiche Twitter-User haben inzwischen auf ihren Post reagiert und von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Und Fälle von versteckten Kameras in Ferienwohnungen werden immer wieder publik. So entdeckte zum Beispiel im Frühjahr 2019 eine neuseeländische Familie in einem Airbnb im irischen Cork eine aktive Kamera mit Livestream. Die Linse war an der Decke des Wohnzimmers befestigt – getarnt als Rauchmelder! Ein Jahr zuvor wurde der Fall eines Paars publik, das beim Kanada-Urlaub in Toronto eine versteckte Kamera in einem Digitalwecker neben dem Bett seines Airbnbs fand.

Versteckte Kameras auch in Hotels

Doch es sind nicht nur Airbnbs betroffen. Wie „Spiegel Online“ berichtet, wurden beispielsweise 2019 zwei Männer in Südkorea festgenommen, weil sie in 42 Hotelzimmern getarnte Kameras installiert hatten. Insgesamt wurden 1.600 Gäste gefilmt und die so entstandenen Videos online geteilt.

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„Kameras sind oft kaum so groß wie eine Stecknadel“

Vonseiten des Hotelverbands und Airbnb heißt es, dass es bislang keine solchen Fälle in Deutschland gab. Doch: „Die Hotelindustrie und auch andere Anbieter wie Airbnb tun fast gar nichts gegen dieses Problem“, meint Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander. Jander berät sowohl große Hotelketten, als auch kleinere, privat geführte Hotels in Deutschland.

„Das Problem ist, dass wirklich jeder diese sogenannten Spy-Kameras legal erwerben und dann installieren kann. Sie sind oft kaum so groß wie eine Stecknadel. In einem Hotelzimmer kann sowohl ein Hotelmitarbeiter die Installation vornehmen, als auch eine Person, die sich extra zu diesem Zweck ein Zimmer gebucht hat. Regelmäßige Kontrollen finden selten oder nie statt“, sagt er TRAVELBOOK. Viele seien sich des hohen Risikos einer versteckten Kamera in der Ferienwohnung oder im Hotel einfach nicht bewusst.

Wo man besonders aufpassen sollte

Jander selbst rät seinen Kunden dazu, bei der Einrichtung der Zimmer so gut wie keine Möglichkeiten für Verstecke zu geben und die Zimmer regelmäßig zu überprüfen. Besonders gefährdet sind dem Sicherheitsexperten zufolge unabhängige, kleine Hotels in alten Gebäuden, wo es viele Ecken und Zwischendecken und altes Mobiliar gibt, in denen man Kameras verstecken kann.

Airbnbs und sonstige Ferienwohnungen sind dagegen nochmal eine ganz andere Gelegenheit. Während es für Hotels nämlich ein offizielles Verbot gibt, Kameras in Zimmern zu installieren, so gibt es keinerlei solcher Vorschriften für privat vermietete Unterkünfte. Wenn ein privater Haushalt Kameras haben möchte, darf er das auch. Bei Airbnb mussten Anbieter bis 2014 nicht einmal angeben, ob und wie viele solcher Kameras installiert sind. Seitdem muss ein Vermieter in seinem Inserat zwar darauf hinweisen, es handelt sich jedoch nach wie vor um eine rechtliche Grauzone, die man nur schwierig kontrollieren kann.

Kamera in Hotel oder Ferienwohnung aufspüren – so geht’s

Jander hat einige Tipps, wie man selbst schnell eine versteckte Kamera in der Ferienwohnung oder im Hotel erkennen kann. Als Erstes sollte man immer einen Rundgang durch die Unterkunft machen. Insbesondere in den Blickwinkeln auf Betten und Dusche sollte man nach auffälligen Objekten suchen. Das kann ein zusätzlicher Rauchmelder sein, ein Wecker, aber auch eine Kamera zwischen zwei Büchern im Regal. „Auch in Steckdosen werden häufig Kameras versteckt“, sagt Jander. Wenn eine Steckdose nicht funktioniere, solle man diese besser abdecken.

Zusätzlich kann man bei vielen Routern am Laptop überprüfen, welche Geräte ans WLAN angeschlossen sind, sobald man selbst eingeloggt ist. Das geht jedoch nicht bei allen Routern ohne ein zusätzliches Passwort. Wer besonders sicher gehen möchte, sollte sich eine kostenlose App aufs Handy laden, die speziell für die Erkennung von versteckten Kameras programmiert wurde. Eine davon ist zum Beispiel die App Hidden Camera Detector, die sowohl Infrarotstrahlung als auch magnetische Aktivität im Raum untersucht. Sie erkennt außerdem auch verborgene Mikrofone.

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Auch ein Videoscanner, der das Zimmer in Hotel oder Ferienwohnung abscannt, oder eine spezielle Lampe, um den Linsenkopf der Kamera sichtbar zu machen, eignen sich laut Jander. „Dafür muss der Raum abgedunkelt sein, um die Spiegelung der manchmal sehr kleinen Kameras zu erkennen.“

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