9. September 2025, 14:47 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer freut sich nicht nach einem schönen Urlaub über einen neuen Stempel im Reisepass? Doch damit ist bald weitgehend Schluss: Immer mehr Länder schaffen die Stempel ab. TRAVELBOOK zeigt, welche Länder schon bald ganz darauf verzichten und Fälle, in denen es durch den Stempel zu Problemen bei der Einreise kommen kann.
Die Zeit der Stempel im Reisepass neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu – zumindest in einigen Teilen der Welt. Ab dem 12. Oktober setzen mehrere Länder auf ein neues biometrisches Verfahren, das sogenannte Entry/Exit System (EES). Statt Stempel im Pass landen künftig die Daten, inklusive Foto und Fingerabdrücken, direkt im Scanner. Laut „Time Out“ soll das System bis spätestens 10. April 2026 in allen teilnehmenden Staaten vollständig eingeführt sein.
Übersicht
In diesen Ländern wird der Stempel abgeschafft
Mit dabei sind 29 europäische Länder, die den Stempel im Reisepass nach und nach abschaffen:
EU-Mitgliedstaaten im Schengen-Raum
- Österreich
- Belgien
- Bulgarien
- Kroatien
- Tschechien
- Dänemark
- Estland
- Finnland
- Frankreich
- Deutschland
- Griechenland
- Ungarn
- Italien
- Lettland
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Niederlande
- Polen
- Portugal
- Rumänien
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien
- Schweden
Schengen-assoziierte Staaten
Welche Stempel bei der Einreise Probleme bereiten können
Wann brauche ich einen Zweitpass und wie kriegt man ihn?
Hier kann der Stempel für Probleme sorgen
Israelische Stempel
Viele arabische und muslimische Länder, darunter etwa Iran, Irak, Libanon, Syrien und Jemen, verweigern Reisenden die Einreise, sobald im Pass ein israelischer Stempel oder ein Visum sichtbar sind. In anderen Staaten wie Ägypten, Jordanien, Marokko, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate ist die Einreise hingegen laut Auswärtigem Amt auch mit einem israelischen Einreisestempel problemlos möglich.
Um zu verhindern, dass Reisende durch den Stempel Schwierigkeiten bekommen, haben die israelischen Behörden die Praxis schrittweise abgeschafft: Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion sowie an zwei Grenzübergängen nach Ägypten und Jordanien verzichten die Grenzbeamten inzwischen vollständig auf den Stempel. Stattdessen werden Einreisekarten ausgegeben. Grundsätzlich wird der Stempel bereits seit einigen Jahren meist nur noch auf einem separaten Blatt angebracht.
Stempel aus Staaten mit Einreisebeschränkungen
Viele Länder verzichten mittlerweile bewusst auf Stempel, um Reisenden spätere Probleme zu ersparen. Ganz verschwunden sind sie aber nicht. In Staaten wie dem Sudan, Libyen oder Somalia wird weiterhin gestempelt, genau das kann allerdings für Schwierigkeiten sorgen. Besonders deutlich zeigt sich das bei den USA: Wer einen Stempel aus einem dieser Länder im Pass hat, kann das elektronische Kurzzeit-Visum ESTA nicht mehr nutzen und muss stattdessen persönlich ein reguläres Visum bei der US-Botschaft beantragen.
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Alte Stempel bleiben sichtbar
Auch wenn Stempel im Reisepass nach und nach verschwinden, bleiben ältere Pässe bis zu ihrem Ablaufdatum gültig. Da alle Einträge erhalten bleiben, können Probleme bei der Einreise weiterhin auftreten, solange mit diesen Pässen gereist wird.
Zweitpass kann Probleme vermeiden
In bestimmten Fällen kann auch ein zweiter Reisepass beantragt werden. Laut dem Virtuellen Rathaus Potsdam muss dafür allerdings ein berechtigtes Interesse vorliegen. Gründe können zum Beispiel sein, wenn die Einreise in ein Land durch den Nachweis eines Aufenthalts in einem anderen Staat gefährdet wäre, etwa wegen politischer Konflikte. Auch wer für eine Fluggesellschaft oder Reederei arbeitet oder aus anderen beruflichen Gründen viel reist, kann Anspruch auf einen Zweitpass haben.