26. September 2026, 14:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wo in Süd- und Mittelamerika gibt es Regionen, die noch echte Geheimtipps sind? Das hat TRAVELBOOK kürzlich seine Leser gefragt und sie darüber abstimmen lassen, welches von fünf vorgestellten Geheimtipps das beste Reiseziel ist. Der Sieger wurde am 22. September 2026 beim diesjährigen TRAVELBOOK Award gekürt. Mit dabei: Petén in Guatemala, Nuquí in Kolumbien, Boca Chica in Panama, der Parque Nacional Iberá in Argentinien und nicht zuletzt der Parque Estadual do Jalapão in Brasilien. Das Naturschutzgebiet stellen wir in diesem Text vor.
Der Parque Estadual do Jalapão in Brasilien
Reißende Flüsse und Wasserfälle, hellblau glänzende Karstseen, trockene Steppen, Sanddünen, Dschungel, Tafelberge, Canyons – der Parque Estadual do Jalapão ist ein faszinierend vielschichtiges Naturschutzgebiet im zentralen Nordosten Brasiliens. Gelegen im Bundesstaat Tocantins ist der 2001 gegründete Staatspark mit seinen 158.800 Hektar der größte seines Bundesstaats und zugleich die bedeutendste Savanne Südamerikas, wie die auf Jalapão-Touren spezialisierte Ökotourismus-Plattform PlanetaEXO auf ihrer Infoseite schreibt. Jalapão ist demnach eine der wichtigsten Einrichtungen zum Schutz der Natur im Cerrado, der weltweit artenreichsten Feuchtsavanne, die sich über große Teile Brasiliens erstreckt.
Der Staatspark beheimatet auf seinem riesigen Areal etliche Tierarten, wie zum Beispiel Jaguare, Mähnenwölfe, Große Ameisenbären, Riesengürteltiere und Opossums. Auch etliche Vögel fliegen über den immer sonnigen Himmel, darunter etwa der vom Aussterben bedrohte Brasilianische Sänger sowie Aras und Rosttöpfer.
Laut PlanetaEXO war der heutige Staatspark vor Millionen Jahren vom Urmeer bedeckt. Die Klippen und Canyons, Sandflächen und -steinwände sowie fruchtbaren Täler sind entsprechend ein Relikt längst vergangener Zeiten und eine Erklärung für die heute sichtbare „einzigartige Kombination aus Dünen, Flüssen und Quellen“.
Auch interessant: Was ist das beste Geheimtipp-Reiseziel Mittel- und Südamerikas?
Was kann man in Brasiliens Jalapão erleben?
Das riesige Naturschutzgebiet kann während geführter wie privater Touren erlebt werden. Laut der Infoseite Visit Brasil wird angesichts der Geländebeschaffenheit, der geringen Infrastruktur und des fehlenden Mobilfunknetz jedoch „dringend empfohlen, für Touren innerhalb des Parks einen ortskundigen Führer zu engagieren“.
Ist man in dem Naturschutzgebiet unterwegs, sind ein zu entdeckender Höhepunkt die Fervedouros. Das sind „natürliche Karstquellen, die entstehen, wenn unterirdische Flüsse das Wasser unter hohem Druck durch feinen Sand pressen“, erklärt PlanetaEXO. Von den sprudelnden Quellen gibt es hunderte im Jalapão, doch nur wenige können auch besucht werden. So etwa Alecrim, Bela Vista, Buritis, Buritizinho, Ceiça, Encontro das Águas, Rio Sono und Soninho. Zum Schutz der Fervedouros gibt es strenge Regeln. So dürfen nur acht Personen gleichzeitig in einer Quelle baden und auch nur ohne Sonnencreme.
Eine beliebte Sehenswürdigkeit im Jalapão ist auch die Japanische Lagune in der Stadt Pindorama do Tocantins, in der man auch schwimmen kann. Auch Höhlenbesuche und Seilrutschen gehören zu den Aktivitäten vor Ort. Ebenso gibt es verschiedene Wasserfälle, die Besucher auf einer Reise durch den Staatspark entdecken können. Einer der beliebtesten ist der knapp 100 Meter breite, hufeisenförmige Cachoeira da Velha. Auch der Formiga-Wasserfall mit seiner smaragdgrünen Quelle zählt zu den bekannten Wasserfällen in der Region. Beliebt ist zudem der Flussstrand Prainha do Rio Novo mit seinem goldfarbenen Sand. Auch der Fluss selbst verspricht Abenteuer, etwa bei Bootsfahrten und Raftingtouren. Wer Lust auf ein Abenteuer hat, findet im Park zudem verschiedene Möglichkeiten zum Abseilen oder Tauchen.
Beste Reisezeit
Das Klima im Parque Estadual do Jalapão ist tropisch und ganzjährig warm. Die Regenzeit reicht von November bis April, die Trockenzeit von Mai bis Oktober. Während der Trockenzeit können die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen, in der Nacht fallen sie auf etwa 12 Grad. Während der Regenzeit sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht geringer. Laut der Reiseagentur Aventura do Brasil empfinden viele Reisende besonders die ersten Monate nach sowie die Anfänge der Regenzeit klimatisch am angenehmsten.
Anreise mit Flugzeug und Geländewagen
Wer den Parque Estadual do Jalapão in Brasilien besuchen möchte, reist in der Regel zunächst nach Palmas, der Hauptstadt des Bundesstaats Tocantins. Von dort aus geht es weiter im Geländewagen. Veranstalter bieten Touren ab Palmas an.
Der Pantanal-Nationalpark in Brasilien ist eines der besten Reiseziele für eine nachhaltige Safari
Heute findet der TRAVELBOOK AWARD 2026 statt
Lage von Jalapão in Brasilien
Methodik zum TRAVELBOOK Award
Auch in diesem Jahr sagen wir es wieder: Alle nominierten Regionen, Länder und Co. des TRAVELBOOK Awards sind bereits Gewinner. Auch dann, wenn es nicht zum Gesamtsieg gereicht hat. Das gilt auch für den Parque Estadual do Jalapão in Brasilien. Denn: Jedes Geheimtipp-Reiseziel hat es im Vorhinein bereits auf die Shortlist geschafft, wurde also aus einer großen Anzahl von Anwärtern in einer Kategorie ausgewählt.
Die TRAVELBOOK-Redaktion hat die Community auf Facebook und Instagram um Hilfe gebeten sowie Experten aus der Reisebranche zurate gezogen, um die Shortlist zu erstellen. Erstmalig haben in diesem Jahr nicht nur die Leser von TRAVELBOOK, sondern auch die Leser von BILD mit abgestimmt. Insgesamt wurden mehr als 150.000 Stimmen abgegeben, um die Trendreiseziele 2027 küren zu können.