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Die Regeln der Bundesländer im Überblick

Das Wetter wird besser – darf ich trotz Corona jetzt schon auf den Campingplatz?

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Viele Menschen fragen sich aktuell: Wann sind die Campingplätze endlich wieder geöffnet?Foto: dpa Picture Alliance

Im Corona-Jahr 2020 waren Reisen in Deutschland besonders gefragt, davon profitierte vor allem auch die Camping-Branche. Und auch in diesem Jahr sieht es so aus, als ob wir vor allem wieder hierzulande Urlaub machen werden. Wann kann es denn endlich losgehen – kann ich schon jetzt auf einen Campingplatz fahren? TRAVELBOOK hat den Überblick.

Jahr für Jahr vermeldet die Camping-Branche Rekorde, so auch 2020. Zum ersten Mal wurden mehr als 100.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, berichtet der Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD) in einer Pressemitteilung. Auch die Prognosen für 2021 sehen gut aus, es werden weiter steigende Absätze erwartet. „Caravaning hat bereits vor Corona (ungefähr seit 2013) immer mehr Menschen in seinen Bann gezogen“, sagt Daniel Rätz vom CIVD auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Die Art des Reisens sei besonders zu Corona-Zeiten sehr sicher, denn man könne sich „sehr gut auf die neuen Gegebenheiten einstellen (Abstand, Hygiene etc.)“. Wann aber kann es nun losgehen? Und kann ich schon jetzt Urlaub auf dem Campingplatz machen – trotz Corona? Schließlich soll das Wetter in den kommenden Tagen schon fast frühlingshaft werden und viele Menschen zieht es nach draußen.

Corona und Camping – was ist aktuell erlaubt?

Bei vielen herrscht aktuell Unsicherheit, wie die Lage bezüglich Camping zu Corona-Zeiten ist. Aktuell sind touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften in Deutschland noch bis mindestens 7. März verboten. Das gilt auch für Campingplätze. Es ist zwar möglich, den Campingplatz zu betreten, übernachtet werden darf dort aber nicht. Hinzu kommt natürlich, dass noch längst nicht alle Plätze geöffnet haben. Informieren Sie sich außerdem unbedingt vorab, welche Corona-Regeln und -Maßnahmen auf dem jeweiligen Platz gelten und wie es mit den sanitären Anlagen geregelt ist.

Was gilt bei Dauer-Camping trotz Corona?

Doch wie sieht es für die Dauercamper aus? Dürfen die denn schon auf den Campingplatz? Dazu gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen. Hier der Überblick für die Rubrik Camping- und Wohnmobilstellplätze laut der Informations-Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie dem Kompetenzzentrum Tourismus:

Baden-Württemberg

„Übernachtungsangebote nicht für touristische Zwecke gestattet. Davon ausgenommen sind Dienst- und Geschäftsreisen oder wenn andere Gründe, wie die Betreuung eines zu pflegebedürftigen Angehörigen, Besuchsrecht bei Kindern oder ein Arzt- oder Krankenhausbesuch eine Übernachtung in diesen Einrichtungen erfordern. Dauercamper können weiter ihre Parzellen nutzen.“

Bayern

Zu touristischen Zwecken sind „Übernachtungsangebote untersagt, sie dürfen nur für glaubhaft notwendige, insbesondere für berufliche und geschäftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Dokumentationspflicht personenbezogener Daten.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Berlin

„Eingeschränkt geöffnet; Touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben sind untersagt. Ausgenommen sind Übernachtungen anlässlich von Dienst- und Geschäftsreisen und aus notwendigen privaten Gründen. Dokumentationspflicht personenbezogener Daten.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Brandeburg

Auch hier sind sie nur „eingeschränkt geöffnet; Es ist untersagt, Personen zu touristischen Zwecken wie Freizeitreisen zu beherbergen. Übernachtungsangebote gegen Entgelt dürfen unabhängig von der Betriebsform nur zu geschäftlichen oder dienstlichen Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Dokumentationspflicht personenbezogener Daten.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Bremen

„Eingeschränkt geöffnet. Die Beherbergung zu touristischen Zwecken ist nicht gestattet. Dienst- und Geschäftsreisen sowie Verwandtenbesuche ohne touristischen Anlass sind davon nicht betroffen.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Hamburg

Auch hier gilt eine eingeschränkte Öffnung. „Keine Übernachtungsangebote für touristische Zwecke. Zulässig sind berufliche veranlasste Aufenthalte, medizinisch veranlasste Aufenthalte, zwingend sozial-​ethisch veranlasste Aufenthalte. Keine Schlafsäle für mehr als vier Personen, Dokumentationspflicht personenbezogener Daten; Zweck der Vermietung oder Beherbergung des Gastes ist zu erfragen und zusammen mit den erfassten Personaldaten zu dokumentieren. Angegebene Kontaktdaten sind auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu prüfen.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Hessen

„Eingeschränkt geöffnet. Beherbergung ausschließlich zu notwendigen Zwecken gestattet. Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt. Die Betriebe sind verpflichtet zu prüfen, ob Anzeichen für Falschangaben vorliegen. Bei begründetem Zweifel ist die Übernachtung abzulehnen.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Öffnung ist eingeschränkt. „Es ist untersagt, ab dem 2. November 2020 Personen zu touristischen Zwecken und für Besuche der Kernfamilie zu beherbergen. Beschränkung der Gästezahlen zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern; Dokumentationspflicht pesonenbezogener Daten. Möglichst kontaktloser Check-In und Bezahlung.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Niedersachsen

„Eingeschränkt geöffnet; Übernachtungen zu touristischen Zwecken untersagt; nur zu notwendigen Zwecken, wie z. B. zu Dienst- oder Geschäftsreisen, zulässig. (…) Dokumentationspflicht personenbezogener Daten (inkl. Plausibilitätsprüfung).

Das Übernachten zu touristischen Zwecken in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen und auf für die Öffentlichkeit geöffneten Flächen ist untersagt. (…) Ausgenommen sind Übernachtungen auf Parzellen auf Campingplätzen oder auf Bootsliegeplätzen, die ganzjährig oder für die Dauer einer Saison vermietet sind.“

Nordrhein-Westfalen

In NRW gilt ebenfalls eine eingeschränkte Öffnung. „Die Beherbergung zu touristischen Zwecken ist nicht gestattet.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Rheinland-Pfalz

„Eingeschränkt geöffnet. Übernachtungsangebote sind bei Bedarf ausschließlich für den nicht touristischen Reiseverkehr unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen möglich.“

Saarland

„Zu privaten touristischen Zwecken untersagt. Hoteltypischer Betrieb zulässig für beruflich veranlasste Reisen oder aus unabweisbaren persönlichen Gründen.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Sachsen

Auch hier gilt: „Eingeschränkt geöffnet; Übernachtungsangebote für touristische Zwecke untersagt; nur aus notwendigen beruflichen, sozialen oder medizinischen Anlässen erlaubt.
Dokumentationspflicht personenbezogener Daten; Es gelten die allgemeinen Kontakt- und Hygieneregeln.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Sachsen-Anhalt

„Eingeschränkt geöffnet; Beherbergung zu touristischen Zwecken ist untersagt.
Eine Beherbergung von Personen aus familiären oder beruflichen Gründen ist nur zulässig, soweit dies zwingend notwendig und unaufschiebbar ist. Es gelten die allgemeinen Kontakt- und Hygieneregeln; Dokumentationspflicht personenbezogener Daten.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Schleswig-Holstein

„Eingeschränkt. Nur zu beruflichen, medizinischen (z.B. Begleitung von Kindern bei einem Krankenhausaufenthalt) oder zwingenden sozial-ethischen Zwecken (z.B. Teilnahme an Bestattungen/Trauerfeiern) zugelassen. Muss schriftlich bestätigt werden.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Thüringen

„Teilweise geöffnet. Ausschließlich für glaubhaft notwendige, insbesondere für medizinische, berufliche und geschäftliche Zwecke gestattet. Beherbergungsbetriebe, die ausschließlich Übernachtungsangebote für andere Zwecke unterbreiten, sind zu schließen. Übernachtungsangebote für touristische Zwecke sind untersagt.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Wann ist der beste Zeitpunkt, einen Campervan zu mieten?

„Jetzt!“, antwortet Daniel Rätz vom CIVD auf TRAVELBOOK-Nachfrage. „Bzw. je früher desto besser. Aktuell gibt es noch Kapazitäten, aber kurzfristige Buchungen im Sommer dürften schwierig werden. Vor allem bei Fahrzeugen für mehr als zwei Personen (also ‚Familienfahrzeuge‘) und in den Sommerferien sollte man besser schnell sein. Außerhalb der Ferien oder bei Fahrzeugen für zwei Personen sieht es – noch – entspannter aus.“

Ausnahmeregel in der StVO

Unabhängig von Corona ist es laut Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt, sein Wohnmobil oder sein Auto mit Wohnwagen auf Flächen zu parken, auf denen es nicht ausdrücklich verboten ist und dort auch zu übernachten. Auf Nummer sicher geht man auf ausgewiesenen Parkplätzen. Allerdings darf man nicht unbegrenzt dort stehen, sondern nur so lange, bis etwa die Fahrtüchtigkeit wieder hergestellt ist. Also in der Regel bis zu zehn Stunden.

Theoretisch sind also Tagesausflüge oder Kurzreisen mit wechselnden Übernachtungs-Parkplätzen möglich. Allerdings sollte man in dieser Zeit weder seine Markise ausfahren, noch Campingtisch und -stühle aufstellen. Denn das gilt dann wiederum als Wildcampen, und das ist generell fast überall in Deutschland verboten. Ob Camping wegen Corona aktuelle sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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