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Bereits im November

Airbnb verbietet Abwasch-Pflicht für Gäste

Frau in Ferienunterkunft beim Abwasch
Gastgeber dürfen laut Airbnb nicht mehr verlangen, dass ihre Gäste Geschirr abwaschen Foto: Getty Images/ Richard Drury
Anna Wengel
Freie Autorin

22. Oktober 2026, 13:34 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Unterkunftsplattform Airbnb führt zum 20. November 2026 neue Regeln ein, die die Gäste entlasten sollen. Bei den Gastgebern regt sich gegen die Änderungen von Airbnb dagegen Unmut.

Wer eine Unterkunft auf Airbnb bucht, bestätigt damit, sich an die verlangten Hausregeln zu halten. Dazu gehören unter anderem eingehaltene Ruhezeiten, Verbot oder Erlaubnis von mitgebrachten Haustieren, Rauchen und Veranstaltungen. Je nach Vermieter gehören zu den Grundregeln der Unterkunft auch solche, die den Check-out, Reinigungen während des Aufenthalts oder andere Themen betreffen. Mit einigen davon war die Plattform nicht einverstanden. Airbnb hat nun entsprechende Änderungen eingeführt, die am 20. November 2026 in Kraft treten.

Diese neuen Regeln gelten bei Airbnb

Standen in so manchen Inseraten bislang genaue Angaben, wie und wo der Müll entsorgt, dass die Bettwäsche abgezogen oder auch das Haus durchgefegt werden sollte, dürfen Gastgeber derartige Reinigungsaufgaben ab kommendem Monat nicht mehr verlangen. Stattdessen sind nur noch „zumutbare“ Anweisungen erlaubt.

So dürfen Gäste fortan etwa nicht mehr gebeten werden, Geschirr abzuspülen und in die Schränke zu räumen. Lediglich die Aufforderung, dreckiges Geschirr in das Spülbecken zu stellen, hält Airbnb neuerdings für angemessen. Ebenso darf von Gästen nicht mehr verlangt werden, die Betten am Ende des Urlaubs abzuziehen und das Bettzeug in die Waschmaschine zu stecken. Dahingegen darf der Gastgeber bitten, benutzte Handtücher zusammenzusammeln.

Auch für ihren Müll sind Gäste ab November nur noch insofern verantwortlich, dass sie ihn innerhalb des Gebäudes in vorgesehene Behältnisse sortieren. Nicht aber, den Müll außerhalb der Unterkunft zu entsorgen. Eine Ausnahme gibt es jedoch in Gegenden, in denen es Bären und Ähnliches gibt. Hier dürfen Gäste gebeten werden, „ihren Müll in einem für Tiere unzugänglichen Behälter zu entsorgen“, schreibt Airbnb. Eine andere Ausnahme seien „Zeiten lokaler, durch Dürre bedingter Wasserknappheit“. In diesem Fall könne es „zumutbar sein, Gäste zu bitten, ihre Duschzeit zu begrenzen.“

Eine im Inserat aufgeführte Ausstattung nicht zu benutzen, darf man vom Gast hingegen nicht verlangen. Weiterhin darf der Eigentümer die Gäste jedoch bitten, Klimaanlagen und Co. auszuschalten, wenn sie die Unterkunft verlassen.

Airbnb begründet die neuen Regeln damit, dass „die meisten Gäste unerwartete Hausarbeiten vermeiden möchten.“ Bitte ein Gastgeber sie darum, „Dinge zu erledigen, um die sich eigentlich eine Reinigungskraft kümmern sollte“, könne sich das negativ auf Aufenthalt und Bewertung auswirken.

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Gastgeber monieren neue Regeln

Etliche Gastgeber, die auf Airbnb ihre Unterkünfte zur Vermietung anbieten, bemängeln die neuen Regeln. So ist in den Kommentaren auf der Plattform etwa zu lesen, Airbnb verwechsle Ferienunterkünfte mit Selbstverpflegung mit Hotels. „Von Gästen in Unterkünften mit Selbstverpflegung zu verlangen, dass sie nach ihrem Aufenthalt selbst abwaschen und ihren Hausmüll verantwortungsvoll entsorgen, ist eine grundlegende Erwartung im Rahmen dieser Vereinbarung und keine unangemessene Reinigungsaufgabe. Es wäre inakzeptabel, Hotelgäste um dasselbe zu bitten“, schreibt eine Gastgeberin. Ein anderer fragt: „Ist es nicht ganz normal, dass man Speisereste wegwirft und das benutzte Geschirr abwäscht? Indem man dies so explizit verbietet, ist zu erwarten, dass die Mieter buchstäblich alles zurücklassen werden. Und die gesamte Aufräum- und Reinigungsarbeit wird auf den Schultern der Vermieter lasten.“

Andere sagen eine düstere Zukunft für Airbnb und seine Kunden voraus. So erklärt ein Gastgeber, wenn man untersage, die Gäste zu bitten, den Geschirrspüler zu starten, Müll in den Außenbehälter zu werfen und die Unterkunft frei von Lebensmittelabfällen zu hinterlassen, führe „dies plattformweit zu einer geringeren Qualität des Gästeerlebnisses“. Er ist überzeugt, Airbnb erleide so auf Dauer einen Rufschaden, weil Gäste die Plattform „mit minderwertigen, schäbigen Unterkünften in Verbindung bringen“. Er schreibt weiter: „Lebensmittelabfälle, die von Gästen bei Raumtemperatur in der Unterkunft zurückgelassen werden, stellen ein Gesundheitsrisiko für zukünftige Gäste dar (Kakerlaken, Fliegen, Ameisen, Mäuse, Ratten, Schimmelbildung und unangenehme, hartnäckige Gerüche) und mindern die Qualität des Aufenthalts zukünftiger Gäste sowie die der Unterkunft selbst.“ Dieser wie andere Gastgeber bitten das Unternehmen, die Änderungen noch einmal zu überdenken.

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An anderen Stellen ist neben dem Unmut über die neuen Regelungen und Bitten um deren Rücknahme auch vom Ende der bisherigen Vermietung über die Plattform zu lesen. So schreibt eine Gastgeberin etwa: „Ich denke, nach 13 Jahren ist es besser für mich, diese Plattform zu verlassen. Ich muss zugeben, dass sie mir viel gegeben hat, aber in letzter Zeit ,vereinfacht‘ sie auf ihre Weise und immer zum Nachteil des Gastgebers.“

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