6. November 2025, 6:34 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Reis gilt als vergleichsweise günstiges Lebensmittel. Selbst die edleren Sorten – beispielsweise hochwertiger Basmati- oder Jasminreis – kosten im Supermarkt in der Regel zwischen 2 und 4 Euro pro Kilogramm. Wer die gleiche Menge eines speziellen japanischen Reises probieren möchte, muss da schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. TRAVELBOOK stellt den teuersten Reis der Welt vor.
Verglichen mit anderen Ländern spielt Reis in der deutschen Küche eher eine Nebenrolle. Und wenn er doch einmal auf den Tisch kommt – etwa als Beilage zu Geschnetzeltem, Gemüsegerichten oder Eintöpfen –, dann wird nicht unbedingt streng auf die gewählte Sorte geachtet. Sehr anders verhält sich das in Japan: Reis ist dort das Herzstück der Küche. Das Land baut zahlreiche unterschiedliche Sorten an, die sich jeweils in Geschmack, Textur und Aromaaufnahme voneinander unterscheiden, was auch von der Verarbeitung (z. B. stark geschält, nur teilweise geschält) abhängt. Somit sind einzelne Reissorten für bestimmte Gerichte mehr oder weniger gut geeignet.
Diese Hingabe ist ebenso einzigartig wie die Qualität des japanischen Reises. Und das darf ruhig die ganze Welt wissen! Dies befand laut einem Bericht von „CNN Travel“ vor rund zehn Jahren Keiji Saika, Präsident des Reisunternehmens Toyo Rice Corporation. Seine Idee: die besten Reissorten des Landes vereinen und damit als teuerster Reis der Welt internationale Aufmerksamkeit erlangen. Und das ist ihm kurze Zeit später auch gelungen.
Kinmemai Premium ist der teuerste Reis der Welt
Der teuerste Reis der Welt ist eine von Toyo Rice entwickelte Mischung aus mehreren natürlich angebauten japanischen Premium-Reissorten. Er trägt den Namen Kinmemai Premium und wird jedes Jahr als eigene Edition produziert. Die verwendeten Sorten können von Jahr zu Jahr leicht variieren, da nur Körner von höchster Qualität und mit dem besten Geschmack verwendet werden. Zur Auswahl stehen dabei bis zu 5000 Einsendungen aus dem International Contest on Rice Taste Evaluation, Japans größtem Wettbewerb zur Beurteilung von Reisgeschmack. Nur vier bis sechs Sorten werden ausgewählt. Meist sind es Varianten von Koshihikari und Yudai 21, die als besonders hochwertig gelten.
Ein wichtiges Merkmal von Kinmemai Premium ist die Art der Verarbeitung. Saikas Unternehmen hat ein spezielles Mahlverfahren entwickelt, bei dem die Körner extraschonend poliert werden. Statt der üblichen 16 entfernt die Methode nur neun Schichten der Kleie. Dadurch bleiben mehr Vitamine, Mineralstoffe und Aromen erhalten – der teuerste Reis der Welt ist somit auch ein außergewöhnlich nährstoffreicher. Auf Instagram war 2019 mehr über seine gesunden Eigenschaften zu lesen, darunter sein sanfter Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Im Vergleich zu herkömmlich hergestelltem Reis enthalte er nur wenig Stärke. Er sei „außerdem saugfähiger und lockerer, sodass Sie sich schneller satt fühlen“, hieß es da weiter. Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass der Superreis über mehrere Monate reifen gelassen wird, was sein Aroma und seine Beschaffenheit weiter verbessert.
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Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde im Jahr 2016
Im Jahr 2016 ließ Saika sein Produkt vom Guinness-Buch der Rekorde prüfen. Eine 840-Gramm-Packung kostete damals 9496 Yen, was umgerechnet rund 53,82 Euro pro Kilogramm entspricht. Zum Vergleich: Die gleiche Menge gewöhnlicher Reis lag bei nur rund 300 bis 400 Yen (zwischen 1,70 und 2,27 Euro). Die Organisation konnte Kinmemai Premium nur als den teuersten Reis der Welt bestätigen. Trotz des enormen Preises war die Nachfrage bereits im ersten Jahr überraschend hoch. Deshalb machte Toyo Rice daraus eine jährliche Tradition.
Im Jahr 2025 kostete eine Packung Kinmemai Premium à 840 Gramm 10.800 Yen (rund 61,23 Euro). Alle jene 1000 produzierten und in diesem August auf den Markt gekommenen Exemplare waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.
Ein Prestigeprojekt ohne großen Profit
Wie Saika „CNN Travel“ erklärt, ist die Produktion finanziell kaum rentabel. Unter Berücksichtigung aller Kosten stehe am Ende wahrscheinlich ein Verlust. Doch Profit sei ohnehin nie das Ziel gewesen. Was er mit Kinmemai Premium bezwecken wollte, ist ihm gelungen: internationale Bekanntheit. Jedes Jahr werden die an der Jahresedition beteiligten Landwirte nach Tokio eingeladen, wenn diese vorgestellt wird – eine große Ehre und natürlich auch Thema in der Lokalpresse.
Trotz der in Japan tief verankerten Liebe zu qualitativ hochwertigem Reis wird der teuerste Reis der Welt auch dort nicht für die täglichen Abendessen erworben. Er ist vielmehr eine luxuriöse Aufmerksamkeit, die von den Beschenkten mit Genuss verzehrt wird. Auf dem Portal Reddit berichten einzelne Nutzer von ihren persönlichen Geschmackserfahrungen. Der allgemeine Tenor lautet: Den hohen Preis für den Reis würden sie selbst nicht bezahlen. Doch „köstlich“ sei er.