30. Oktober 2025, 6:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die deutsche Brotkultur – „German bread“ – ist weltweit für ihre Vielfalt berühmt. Doch welche der Tausenden verschiedenen Sorten kann es in puncto Bekanntheit mit internationalen Schwergewichten wie dem französischen Baguette aufnehmen? Anders gefragt: Welche deutsche Brotsorte hat es in die kulturelle Auswahl von CNN geschafft – eine Liste der nach Ansicht der Redaktion bedeutendsten und repräsentativsten Brote der Welt? TRAVELBOOK stellt sie vor.
Es geht in der Liste nicht um Geschmack oder Popularität. CNN-Autorin Jen Rose Smith nähert sich dem Thema aus kultureller Perspektive: Sie beschäftigt sich mit dem Konzept von Brot im Allgemeinen – und von dort aus mit den Brotsorten, die weltweit eine besondere Bedeutung haben. Seit Jahrtausenden dient Brot als Grundnahrungsmittel. Und doch, so der Brothistoriker William Rubel, ist Brot „das, was eine Kultur dafür hält“. Entsprechend finden sich in der Liste auch Brote, die Sie zunächst vielleicht gar nicht als solche einordnen würden.
Diese deutsche Brotsorte ist unter den 50 besten der Welt
Doch wir interessieren uns natürlich für die deutsche Brotsorte in der kuratierten Liste. Und diese ist ein wahres Broturgestein: der westfälische Pumpernickel. Wie CNN berichtet, gibt es in Soest eine familiengeführte Bäckerei, die das herzhafte Brot seit 1570 nach unverändertem Originalrezept herstellt. Pumpernickel wird aus reinem Roggenmehl hergestellt, welches ihm seine dichte Textur und die charakteristische Kruste verleiht. Der Teig wird dabei zunächst bis zu 24 Stunden an einem warmen Ort ruhen gelassen, bevor er im dampfenden Ofen gebacken wird.
Übrigens: Was nun den Geschmack betrifft, so kann (westfälischer) Pumpernickel nicht überall überzeugen. An der Stelle der kurze Zusatz, dass es einerseits das Brot mit Herkunftsbezeichnung gibt, welches somit auch in Westfalen hergestellt worden sein muss, und daneben „einfachen“ Pumpernickel, also im Pumpernickel-Stil gebackenes dunkles Brot aus Roggen und Sauerteig, wie man es vielerorts in Deutschland bekommt. Zuletzt erschienen tatsächlich beide Varianten in einer Liste von „Taste Atlas“. Diese „kürte“ die laut Nutzerabstimmung unbeliebtesten Speisen aus Deutschland.
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Andere Länder mit mehr Brotsorten vertreten
Nun ging es bereits kurz um die Vielfalt der deutschen Brotkultur. Daher ist es doch ein wenig überraschend, dass von all den hierzulande verfügbaren Sorten nur eine einzige in der Liste auftaucht. Andere Länder sind mehrfach aufgeführt, darunter Italien, Israel, China und Japan – teilweise mit Speisen, die zumindest auf den ersten Blick nichts mit dem Brot, wie wir es aus Deutschland kennen, zu tun haben. Zu den chinesischen Vertretern zählen Baozi: gedämpfte, meist mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die Sie im Restaurant unter den Dim Sum finden. Japanische Anpan sehen dagegen zumindest ein wenig aus wie flache Kaiserbrötchen, doch sind mit süßlicher Bohnenpaste gefüllt.
Viele der gelisteten Brotsorten spiegeln die Kultur, Ernährung und historischen Gegebenheiten ihrer Länder wider. Matzah etwa ist ein ungesäuertes Brot, das im Judentum vor allem zu Pessach gegessen wird. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten und ist ein einfaches, unverändertes Grundnahrungsmittel. Ein weiteres Beispiel ist das irische Soda Bread, das während der Hungersnot in Irland populär wurde. Aufgrund ausfallender Kartoffelernten lernten die Menschen, Brote ohne Hefe, dafür aber mit Weizenmehl, saurer Milch und Natron herzustellen. Heute gilt es als nostalgische Spezialität, die besonders gut zu gesalzener irischer Butter passt. Fermentierte Brote wie Injera oder Kisra hingegen bewähren sich durch ihren hohen Nährstoffgehalt, das dünne und knusprige sardische Pane carasau wiederum ist besonders gut haltbar und transportfähig.
Alle besten 50 Brotsorten laut CNN als Liste
- Bolani (Afghanistan)
- Puri (Bangladesch)
- Pão de queijo (Brasilien)
- Bannock (Kanada)
- Injera (Äthiopien)
- Lefse (Norwegen)
- Baguette (Frankreich)
- Sourdough (San Francisco, USA)
- Khachapuri (Georgien)
- Pumpernickel (Deutschland)
- Lángos (Ungarn)
- Roti canai (Malaysia)
- Paratha (Indien)
- Lavash (Armenien)
- Pane carasau (Sardinien, Italien)
- Focaccia (Italien)
- Ciabatta (Italien)
- Soda bread (Irland)
- Bagel (Polen / USA)
- Challah (Israel)
- Matzo (Israel)
- Arepa (Venezuela / Kolumbien)
- Pan de muerto (Mexiko)
- Tortilla (Mexiko)
- Anpan (Japan)
- Melonpan (Japan)
- Mantou (China)
- Baozi (China)
- Roti (Karibik / Südostasien)
- Simit (Türkei)
- Bazlama (Türkei)
- Taftan (Iran)
- Sangak (Iran)
- Naan (Indien / Pakistan)
- Thepla (Indien, Gujarat)
- Bhakri (Indien, Maharashtra)
- Cornbread (USA)
- Biscuits (USA)
- Frybread (USA, Native American)
- Pan de sal (Philippinen)
- Pandesal (Philippinen)
- Damper (Australien)
- Rewena paraoa (Neuseeland, Māori)
- Tigella (Italien)
- Crumpet (UK)
- Bara brith (Wales)
- Barmbrack (Irland)
- Panettone (Italien)
- Kulcha (Indien / Pakistan)
- Bazlama (Türkei)