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Es sind 148!

Dieses Land hat die meisten Streetfood-Stände mit Michelin-Auszeichnung

Streetfood mit Michelin-Auszeichnung? Ja, tatsächlich gibt es hiervon einige Länder – welche das sind, erfahren Sie hier
Streetfood mit Michelin-Auszeichnung? Ja, tatsächlich gibt es hiervon einige Länder – welche das sind, erfahren Sie hier Foto: Getty Images
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Delia Krumhaar
Werkstudentin

5. Dezember 2025, 6:24 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Wer an den Guide Michelin denkt, hat meist edle Restaurants mit weißen Tischdecken und mehrgängigen Menüs vor Augen. Doch die Zeiten haben sich geändert: Inzwischen würdigt der berühmte Restaurantführer auch Streetfood-Stände, die seit Jahrzehnten authentische Gerichte servieren – oft für weniger als zehn Euro. In welchem Land dabei die meisten Streetfood-Stände von Michelin gelistet werden, dürfte so einige überraschen. TRAVELBOOK verrät, welches es ist.

Eine aktuelle Auswertung des Magazins „Condé Nast Traveller“ zeigt, welche Länder bei Michelin-ausgezeichneten Streetfood-Ständen die Nase vorn haben. Das Ergebnis ist eindeutig: Während Europa bei dieser Entwicklung noch hinterherhinkt, hat Asien längst die Nase vorn. Dabei gibt es einen klaren Gewinner – mit beeindruckenden 148 gelisteten Locations weist der erste Platz mehr als doppelt so viele Spots wie der Zweitplatzierte auf.

1. Singapur

Das Maxwell Food Centre gehört zu den beliebtesten Streetfood-Hallen in Singapur
Das Maxwell Food Centre gehört zu den beliebtesten Streetfood-Hallen in Singapur Foto: AFP via Getty Images

Mit stolzen 148 von Michelin anerkannten Streetfood-Ständen ist Singapur weltweit führend. Die meisten dieser Stände tragen die Auszeichnung „Bib Gourmand“ – hervorragende Küche zu günstigen Preisen. Hier zeigt sich die Philosophie des Stadtstaats besonders deutlich: Gutes Essen soll für alle zugänglich, kommunal und in der Tradition verwurzelt sein. Die Vielfalt ist enorm: Gebratene Hokkien-Nudeln in gläzender Soße, belegt mit Tintenfisch und knusprigen Schweinegrieben. Auch Meeresfrüchte werden angeboten – von einfacher Fischball-Suppe bis zum köstlichen Austern-Omelett.

Die höchste Dichte an prämierten Ständen findet sich in den legendären „Hawker Centres“, den überdachten Foodcourts. Nennenswert sind das Maxwell Food Centre, der Chinatown Complex, das Newton Food Centre (bekannt aus dem Film „Crazy Rich Asians“), der Lau Pa Sat oder das Old Airport Road Food Centre. Hier reiht sich ein Highlight ans nächste: von Kaya-Toast bei „The 1950’s Coffee“ über Chwee Kueh bis zu unzähligen Xiao-Long-Bao- und Wantan-Nudel-Ständen. Besonders charmant: An der East Coast Road lockt „Birds of Paradise“ mit duftenden Thymian-Waffeln und botanischen Sorbets. Das „Springleaf Prata Place“ würdigt die indische Küche mit perfektem Egg Prata, während der Tofu-Pudding im Whampoa Makan Place eine kühlende Ergänzung bietet. Die meisten Gerichte kosten nur 3 bis 8 Singapur-Dollar (2 bis 6 Euro).

Singapur schrieb schon 2017 Geschichte: „Hawker Chan“ erhielt als erster Straßenimbiss weltweit einen Michelin-Stern – für ein Hühnchen, das weniger als zwei Euro kostete. 2021 verlor er den Stern jedoch – wohl auch wegen der schnellen Expansion, wie TRAVELBOOK berichtete. Der Stand „Hill Street Tai Hwa Pork Noodle“ hält seinen Michelin-Stern dagegen seit 2016 und ist bis heute der einzige Hawker-Stand mit echter Sterneauszeichnung.

Delia Krumhaar
Werkstudentin

Köstlich, authentisch und unschlagbar günstig

Bei unserem Aufenthalt in Singapur wurden wir schnell auf die überdachten Hallen („Hawker Centres“) mit unzähligen Streetfood-Ständen aufmerksam. Vielleicht denkt man nicht auf Anhieb bei Streetfood an Singapur – doch auch wir wurden überrascht: Bei den sonst nicht ganz günstigen Angebotspreisen in Singapur findet man hier in jedem Fall eine authentische Alternative – zu extrem günstigen Preisen. Und das Angebot schien unendlich: Schon als wir die Halle betraten, wurden wir überwältigt. Für eine Familie von sechs Personen fand jeder etwas für seinen Geschmack: von vegetarisch bis zu sämtlichen Fleisch- und Fischvarianten und auch leckeren Getränken. Die Portionen sind groß – wer durchhält, kann sich noch auf die riesige Dessert-Auswahl freuen. Für traditionell und frisch zubereitetes asiatisches Streetfood ist man hier definitiv an der richtigen Adresse!

2. Thailand

Mit 33 bei Michelin gelisteten Streetfood-Ständen belegt Thailand den zweiten Platz. Die Straßenküche des Landes ist geschmacksintensiv und von Familientraditionen geprägt. Bangkok beherbergt den Großteil der Stände, doch auch Phuket, Chiang Mai, Ayutthaya und Chon Buri sind gut vertreten.

Das absolute Highlight: „Jay Fai“ und ihr legendäres Krabben-Omelett – außen goldbraun und knusprig, innen cremig wie Pudding. Nur wenige Schritte entfernt serviert das familiengeführte „K. Panich“ seit über 80 Jahren den beliebten Mango Sticky Rice, der lange Warteschlangen anzieht. Die reifen Mangos und die dezent gesüßte Kokosnusscreme sind perfekt aufeinander abgestimmt.

In Chiang Mai bietet „Tue Ka Ko Na Prince“ knusprig frittierte Taro mit süßer Chilisauce an, während „Go Neng“ mit frittierten Teigstangen in Form von Dinosauriern und Drachen vor allem jüngere Besucher begeistert. „Khao Lam Mae Khai Toon Klao“ kocht in Chon Buri gesüßten Klebreis in Bambusrohren mit frischer Kokosmilch. Und auf Phuket serviert „O Tao Bang Niao“ seit 1982 O Tao, ein Pfannengericht aus Taro, Meeresfrüchten, Eiern und würziger Soße, das es nur in dieser Region gibt. Auch hier bleibt es günstig, bei Preisen unter 200 Baht (etwa 5 Euro).

3. Malaysia

Malaysias lebendige Hawker-Kultur entfaltet sich besonders eindrucksvoll in George Town, dem UNESCO-gelisteten Zentrum der Insel Penang. Zwischen bunten Wandmalereien, zwischen kleinen Geschäften und den geschäftigen Nachtmärkten entsteht eine Atmosphäre, die kaum authentischer sein könnte – und zugleich der ideale Rahmen für einige der charakteristischsten Rezepte des Landes.

Die 27 von Michelin aufgeführten Stände geben dadurch einen beeindruckenden Einblick in Penangs traditionsreiche Küche. Im „Air Itam Sister Curry Mee“ gibt es Penang-Curry-Mee: hell, aromatisch und zudem angereichert mit Tintenfisch, Tofu-Taschen und geronnenem Blut. „Ravi’s Famous Apom Manis“ serviert währenddessen weiche Pfannkuchen mit Spitzenrändern sowie heiße Samosas. Und schließlich kommt im „My Own Café“ Penang Asam Laksa scharf mit Tamarinde, Minze und Makrele auf den Tisch.

Tief malaysisch wird es im Sri Weld Food Court mit Nasi Lemak: Kokosmilchreis mit Sambal und sechs wählbaren Toppings, eingewickelt in Bananenblätter. In Kuala Lumpur setzt sich die Michelin-Spur fort mit Fokus auf Fleisch und herzhaften Reisgerichten. Der lokale Siew Yok (Schweinebraten) ist für seine blasige Kruste geschätzt, während Claypot Chicken Rice heiß serviert wird. Reis, chinesische Wurst und Hähnchen karamellisieren dabei gemeinsam am Topfboden zu einer rauchigen Kruste. Die Preise liegen meist unter 20 Ringgit (etwa 4 Euro).

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4. Hongkong

Hongkongs Straßenküche balanciert kantonesische Wurzeln mit einem subtilen britischen Einfluss – eine Kombination, die sich besonders in der Dessert-Szene zeigt. Anders als auf den meisten asiatischen Streetfood-Listen stehen hier Süßspeisen im Zentrum und bilden den Großteil der 26 Michelin-Locations.

Im „Beanmountain“ in Causeway Bay findet man den ausgesprochen kräuterigen Hakka-Teekuchen – ein sehr regionsspezifischer Geschmack. Insbesondere Bananen-Roti-Stände sind knusprig und frisch zubereitet überall in der Stadt verteilt. In Hung Hom hält das „Hung Hom Pancake“ seit vier Jahrzehnten seinen Ruf mit dreifarbigen Eierwaffeln, die knusprige Ränder haben. Für klassische kantonesische Süßigkeiten bietet „Mrs Fong Chinese Desserts“ Rote-Bohnen-Kuchen und Schwarzsesam-Rollen. Traditionelle chinesische Süßsuppen stehen ebenfalls auf der Michelin-Liste – seidige Suppen bei „Kai Kai“ oder die warmen Varianten bei „Shum Shum Desserts“.

Die herzhaften Optionen sind zwar weniger zahlreich, aber nicht weniger einprägsam. „Mak Kee“ serviert geschichtete Frühlingszwiebel-Pfannkuchen – an den Rändern knusprig und innen zäh. Und bei „Cheung Hing Kee“ gibt es Sheng Jian Bao (gebratene Suppenklößchen) mit Füllungen wie Mala-Schweinefleisch, Trüffel, Krabbenfleisch und sogar Rogen. Die Preise bleiben unter 100 Hongkong-Dollar (etwa 10 Euro).

5. Vietnam

Mit 24 von Michelin gelisteten Streetfood-Ständen, verteilt auf Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang, setzt Vietnams Straßenküche auf herzhafte, langsame Gartechniken. Im Zentrum steht Phở, der unbestrittene Klassiker des Landes. In den frühen Morgenstunden kombinieren Einheimische dampfende Schalen der aromatischen Brühe mit weich gekochten Eiern und knusprigen, frittierten Teigstücken.

In Ho-Chi-Minh-Stadt ist „Cơm Tấm Ba Ghiền“ berühmt für seinen gedämpften Reis mit Schweinekotelett, mariniert in einer streng gehüteten Familiensoße. Wenige Straßen weiter serviert „Cô Liêng“ gehacktes Rindfleisch in Betelblättern, rauchig gegrillt.

Hanois Angebote beginnen mit „Bánh Cuốn Bà Xuân“ und seinen zarten gedämpften Rollen mit gehacktem Schweinefleisch und schwarzem Pilz – ideal mit einem Schuss Fischsauce und frischen Kräutern. In Da Nang bietet „Quán Nhân“ eine Schale Enten-Porridge aus einer lokalen Entenrasse von der Insel Cẩm Nam – gekocht mit Reis, Mungobohnen und Hiobstränen-Samen für eine wärmende Wirkung. Die Preise liegen unter 100.000 Vietnamesischen Dong (etwa 3 Euro).

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