8. September 2025, 10:40 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Sie trägt einen ähnlichen Namen, sieht fast genauso aus: Die Pinsa ist leicht zu verwechseln mit der klassischen Pizza. In beiden Fällen hat man es mit einem belegten Teigboden zu tun. Während die Pizza meist kreisrund ist, ist die Pinsa länglich oval. Doch es gibt noch weitere Unterschiede zwischen Pizza und Pinsa.
Übersicht
Woher kommt der Name Pinsa?
„Das Wort Pinsa wird abgeleitet von pinsere aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie ‘zerquetschen / zerdrücken‘“, erklärt Davy Mazzuca, der eine Pinseria in Saarlouis (Saarland) betreibt, auf Nachfrage von TRAVELBOOK. „Das bezieht sich auf das zerdrückte Getreide, das dafür verwendet wird.“
Was ist der Unterschied zwischen Pinsa und Pizza?
Pinsa und Pizza: Auf den ersten Blick scheint es kaum Unterschiede zwischen beiden Speisen zu geben. Beide sind Teigfladen, mit Soße bestrichen, nach Belieben belegt und gebacken. Wer in eine Pinsa beißt, merkt jedoch schnell, was sie so besonders macht: „Sie ist innen sehr fluffig, während sie außen herrlich knusprig bleibt“, beschreibt Mazzuca die aus Rom stammende Spezialität.
So wird die Pinsa besonders fluffig – Tipps vom Profi
Trick 1: Verschiedene Mehle werden vermischt
Gleich zwei Kniffe sorgen für diese besondere Beschaffenheit – und grenzen die Pinsa von der Pizza ab. Erster Trick: Anders als die Pizza gibt sich die Pinsa nicht mit nur einer einzigen Mehlsorte zufrieden. Der Teig basiert auf einer Mischung verschiedener Mehle. Im Wesentlichen sind das Reismehl, Weizenmehl, Sojamehl und Sauerteig. „Wir beziehen diese direkt aus einer Mühle in Italien“, sagt Mazzuca.
Dabei hat jede Zutat ihre eigene Aufgabe: Das Sojamehl sorgt für Stabilität, das Reismehl für Leichtigkeit und Fluff, der Sauerteig für Bekömmlichkeit. Der Pinsa-Teig ist dabei recht durstig: Auf ein Kilo Mehl kommen 800 bis 900 Milliliter Wasser, deutlich mehr als bei der klassischen Pizza.
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Trick 2: Viel längere Gehzeit
Der zweite Kniff ist die lange Gehzeit. Wenn der Ofen angeheizt wird, hat der Pinsa-Teig schon einen Kühlschrankaufenthalt von bis zu fünf Tagen hinter sich – genug Zeit, um große Luftblasen zu schlagen. „Da der Teig so lange ruht, ist die Pinsa leichter verdaulich als eine Pizza“, erklärt Pinsa-Bäcker Mazzuca.
Und dadurch, dass der Fladen im Geschmack eher neutral daherkommt, verträgt er sich mit herzhaften und süßen Toppings gleichermaßen. „Insgesamt gibt es drei Arten, die Pinsa zu belegen: rot, weiß und süß“, sagt Mazzuca.
Die Qual der Pinsa-Wahl
Die rote Pinsa, zubereitet mit einem Tomatensugo und Zutaten nach Wahl, erinnert am stärksten an die klassische Pizza. „Allerdings kommt der Geschmack des Teiglings besser zur Geltung, wenn man die Pinsa ohne Tomatensoße serviert, sie also bianca oder weiß isst“, erklärt Bessem Lamari von der „Pinsa Manufaktur“ in Stuttgart.
Bei dieser Variante der Pinsa sorgen helle Cremes – etwa auf Basis von Pesto, Lachs oder Pistazien – dafür, dass der Teigfladen nicht zu trocken wird. Auch hier gilt: Drauf darf alles, was gefällt. Lamari, hat dabei einen klaren Favoriten: „Sehr lecker ist die Kombination aus Parmaschinken, Büffelmozzarella, Kirschtomaten und Rucola.“ Wer den Kontrast aus crunchy und weich mag, toppt die Pinsa mit Ricotta, Birne, Walnüssen und Honig.
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Pinsa als Dessert
Zum Dessert wird die Pinsa, wenn man sie dick mit Nuss-Nougat-Creme bestreicht und nach Belieben mit zerstoßenen Keksen, Bananenscheiben, Erdbeeren oder bunten Schoko-Linsen belegt. Wer sich vegan ernährt, greift zum Apfelmus-Glas und bestreut die Pinsa anschließend mit einer kräftigen Menge Zimt und Zucker.
„Klassischerweise wird die Pinsa sowohl vor als auch nach dem Backen belegt“, erklärt Mazzuca. Die Soßen oder Cremes werden in der Regel auf den Teigling aufgetragen, bevor es für ihn in den Ofen geht. Andere Toppings – etwa Mortadella, Rucola, Früchte – kommen dazu, wenn die Pinsa bereits gebacken ist.
Eine Portion Fingerspitzengefühl ist allerdings bei der Verarbeitung des Teigs gefragt. Denn der Pinsa-Teigling mit seinen großen Luftblasen mag es gar nicht, kräftig durchgeknetet oder mit dem Nudelholz ausgerollt zu werden. Besser ist es, den Teig vorsichtig mit den Fingern auseinanderzuziehen – so bleiben die Bläschen erhalten.
Pinsa selbst machen – so geht’s
- Mehl (Pizzamehl, Typ 00 oder 550), Hefe, Sauerteig, etwas Salz, einen Schuss Olivenöl und kaltes Wasser zu einem glatten Teig verkneten.
- Abgedeckt 24 bis 72 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
- Teig in Portionen teilen, zu flachen ovalen Fladen formen und zwei weitere Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.
- Im heißen Ofen (230 bis 250 Grad) wenige Minuten vorbacken, nach Wunsch belegen und dann fertig backen, bis der Fladen außen knusprig ist.