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„Karen‘s Diner“

In diesem Restaurant lassen sich die Gäste anpöbeln

„Karen‘s Diner“ in Sydney
Bereits das Logo verrät, was Gäste in „Karen‘s Diner“ erwartet: missgelaunte ServicekräfteFoto: picture alliance/dpa | Carola Frentzen

Wer in ein Restaurant einkehrt, erhofft sich für sein Geld wahrscheinlich – neben gutem Essen – einen freundlichen Service. Bei „Karen‘s Diner“ ist zumindest Letzteres Fehlanzeige, und das von der Leitung der Fast-Food-Kette genau so gewünscht. Was die Gäste dazu sagen? Sie lieben es!

„Großartiges Essen, schrecklicher Service“. Nein, Sie lesen hier nicht etwa einen Gästekommentar, den wir auf einem Bewertungsportal gefunden haben. So steht es gut leserlich auf einem restauranteigenen Schild vor „Karen‘s Diner“ in Sydney. Die Gäste wissen also schon vor ihrem Besuch, was sie erwartet. Sie kommen aber trotzdem (oder wohl eher: gerade deshalb) immer wieder und haben der Fast-Food-Kette zu einem enormen Erfolg verholfen.

Kellnerin bei „Karen‘s Diner“
Bei „Karen‘s Diner“ gehören Ungeduld und ein genervter Blick zum ServiceFoto: picture alliance/dpa | Carola Frentzen

Pöbelnde Kellner und schlechter Service bei „Karen‘s Diner“

Die größtenteils weiblichen Servicekräfte in „Karen‘s Diner“ sind dazu angehalten, besonders unfreundlich und gerne auch richtig rotzig-frech zu sein. Sie sollen die Gäste auf ihren Tisch warten und spüren lassen, dass deren Bedürfnisse sie kein bisschen interessieren – schlecht gelaunte Mienen und Stinkefinger gehören hier zur Arbeitsaufmachung.

Und ein gewisses Showtalent braucht es auch, denn aus der Rolle fallen ist nicht und die Gäste werden hier eiskalt vorgeführt. So greifen die Kellnerinnen auch mal zum Mikrofon, um sich über eine Bestellung lustig zu machen, oder ziehen Gästen Papiertüten mit fiesen Aufschriften über den Kopf.

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Einlass ab 16 Jahren – „wir sind nicht Disneyland“

Warum man sich das antun würde? Tatsächlich soll nicht nur das Fast-Food bei „Karen‘s Diner“ sehr gut, sondern auch das ganze Schauspiel und Gefopptwerden eine große Gaudi sein.

Zart Besaitete könnten sich natürlich gekränkt fühlen – eine Eventualität, auf die die Macher keine Rücksicht nehmen wollen. Deshalb dürfen Jugendliche unter 16 Jahren nur mit einem Erziehungsberechtigten eintreten, und zwar am besten vor 18 Uhr. Denn in den Abendstunden kann es noch deutlich rauer zugehen. „An allen unseren Veranstaltungsorten wird rüde Sprache verwendet“, heißt es in diesem Zusammenhang auf der Website. Und: „Wir sind nicht Disneyland.“

Kellner bei „Karen‘s Diner“
Gemeinheiten über die Gäste werden bei „Karen‘s Diner“ schamlos per Mikro verkündetFoto: picture alliance/dpa | Carola Frentzen

„Karen‘s Diner“-Filialen auf der ganzen Welt geplant

Das originelle Konzept geht sowas von auf. In kaum einem Jahr hat sich „Karen‘s Diner“ vom ersten, alleinstehenden Restaurant in Sydney zur großen Fast-Food-Kette entwickelt, mit mehreren Filialen innerhalb Australiens (z. B. in Melbourne, Brisbane und Gold Coast) sowie inzwischen weiteren in Europa. In Großbritannien gibt es welche in Sheffield und Manchester. Weitere Läden sind laut dpa-Informationen für Neuseeland, die USA und Kanada geplant.

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„Karen“ steht für einen ganz speziellen Personentyp

Der Name der Kette geht übrigens nicht auf eine vermeintliche Gründerin zurück. „Karen“ hat sich in den 2010er Jahren im englischsprachigen Raum zu einem Meme für einen Personentypus mit speziellen charakter- und äußerlichen Eigenschaften entwickelt. Als eine Karen werden Frauen (meist mit blondem Bob), aber mitunter auch Männer bezeichnet, die sich mit einer nervigen, überheblichen Art hervortun. Sie legen überzogene Ansprüche an den Tag und sind ständig der Meinung, dass ihnen bestimmte Rechte zustehen. So will die Klischee-Karen prompt den Manager (bzw. Restaurantleiter) sprechen, wenn ihr etwas nicht passt.

Genau das führen die Betreiber von „Karen‘s Diner“ ad absurdum. „Unsere Mitarbeiter sind unhöflich, unsere Manieren sind nicht existent“, so ein Statement auf der Website. „Wir sind der perfekte Ort für Karens überall, um ihre Wut und Bestürzung über die Welt abzulassen. Rufen Sie doch den Manager…. WAGEN SIE ES!“

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