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„Was ich vor meiner ersten Reise nach Kopenhagen gerne gewusst hätte“

Unsere Autorin war zum ersten Mal in Kopenhagen – und von einigen Dingen überrascht
Unsere Autorin war zum ersten Mal in Kopenhagen – und von einigen Dingen überrascht Foto: Getty Images
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Emilia Wolf
Emilia Wolf

12. Juli 2026, 14:15 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der Reisetrend „Coolcation“ zieht immer mehr Urlauber nach Kopenhagen. Ich bin dem Trend nachgegangen und habe die dänische Hauptstadt zum ersten Mal besucht. Die „Hygge“-Gemütlichkeit und der historische Charme der Stadt haben mich direkt überzeugt. Allerdings gibt es trotzdem einige Dinge, die ich gerne vor meiner ersten Reise nach Kopenhagen gewusst hätte.

Kopenhagen ist teurer als viele andere europäische Großstädte

Eins sollte man wissen: Skandinavien ist allgemein teurer als die meisten Großstädte Europas. Bereits beim Buchen des Hotels ist mir aufgefallen, wie viel höher die Zimmerpreise sind im Vergleich zu vielen anderen europäischen Städten. Dort angekommen, habe ich gemerkt, dass sich das auch auf den Rest der Stadt auswirkt.

Ich wusste bereits von vergangenen Reisen nach Schweden, dass die nordischen Länder teurer sind als der Rest von Europa. Dänemark und vor allem Kopenhagen sind allerdings ungefähr 15 bis 20 Prozent teurer als Schweden. Ich muss zugeben, dass mich das schon sehr überrascht hat.

Sowohl die Steuern als auch das Lohnniveau in Dänemark sind höher als in Deutschland. Dementsprechend ist dort eigentlich alles etwas teurer als bei uns. Vor allem in Restaurants, Cafés und Hotels wird der Unterschied deutlich. Teilweise sind die Kosten bis zu 50 bis 60 Prozent höher als in vergleichbaren Lokalen und Unterkünften in Deutschland.

Trotzdem würden mich die hohen Kosten nicht davon abhalten, die Stadt ein zweites Mal zu besuchen. Kopenhagen zu bereisen, lohnt sich sehr und wenn man gut plant, schafft man es auch mit einem geringeren Budget. Viele Wahrzeichen, wie die kleine Meerjungfrau oder die Wachablösung im Schloss Amalienborg, sind kostenlos. Auch Unterkünfte und Anreise kann man als Frühbucher billiger ergattern. Wichtig ist zu wissen, was einen erwartet – und dann früh und schlau zu planen.

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Autofahrer stehen nicht an erster Stelle – Fußgänger auch nicht

In Kopenhagen kann es schnell passieren, dass man nicht nur als Fußgänger, sondern auch im Auto von den lokalen Fahrradfahrern überrumpelt wird. Fahrradfahren ist dort wirklich das beliebteste Verkehrsmittel.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Kopenhagen mindestens genauso fahrradfreundlich ist wie Amsterdam, wenn nicht sogar noch mehr. Da die Stadt so klein ist, dachte ich anfangs, dass ich ideal zu Fuß von A nach B kommen werde. Aber selbst wenn ein Weg fußläufig erreichbar war, war es schlauer, das Fahrrad zu nehmen. Fahrräder sind in Kopenhagen oberste Priorität. Als Fußgänger muss man deshalb besonders aufmerksam sein und die Radwege im Blick behalten.

Vor allem bei gutem Wetter bietet es sich an, Fahrräder auszuleihen und damit die Stadt zu erkunden. Mein Tipp ist, mit dem Fahrrad zum naheliegenden Amager Strand zu fahren. Nur circa 30 Minuten von der Innenstadt entfernt liegt der fast 5 km lange Badestrand, welcher der größte in Kopenhagen ist. Perfekt also, wenn man eine kleine Erfrischung vom Stadttrubel braucht.

Christiania hat als Freistadt eigene Regeln

Vor meiner Reise nach Kopenhagen habe ich bereits von dem „Mythos“ Christiania gehört, wusste aber nie, ob es wirklich stimmt. Ein ehemaliges Militärgelände, welches von Hippies und Aussteigern besiedelt wurde und seine eigenen Regeln hat? Das stimmt, und gibt es in Europa so nur in Kopenhagen.

Die 1971 gegründete Freistadt Christiania ist eine unabhängige Wohnsiedlung mitten im Zentrum von Kopenhagen. Von den Bewohnern der Kommune wird sie als „kleines Stück persönliche Freiheit“ beschrieben und irgendwie fühlt es sich auch so an. Bunte Flaggen, kleine urige Cafés und barfuß auf den Straßen spielende Kinder. Aber nicht nur das ist besonders. Die Freistadt hat ihre eigenen Regeln. Lange Zeit wurden diese überwiegend von der dänischen Polizei toleriert. Marihuana konnte dort bis vor Kurzem völlig offen konsumiert werden. 2024 änderte sich das, als der Drogenmarkt auf der berühmten „Pusher Street“ von der Polizei geschlossen wurde. Heute wird der Drogenkonsum in Christiania strenger kontrolliert. Das bedeutet aber nicht, dass die Freistadt nicht trotzdem besondere Regeln hat. Autos sind strikt verboten und es gibt keine privaten Hausbesitzer – Wohnungen werden also nur nach Bedarf vergeben.

Auch interessant: Das ist Kopenhagens coolstes Viertel

Als ich durch die Straßen des Viertels gelaufen bin, habe ich mich gefühlt, als wäre ich nicht mehr in Kopenhagen. Christiania ist kein Mythos und steht ganz im Kontrast zu Kopenhagens königlichen Schlössern und schicken Lokalen. Ein Besuch der alternativen Kommune sollte auf einer Kopenhagen-Reise nicht fehlen.

Vor allem hat mich wahrscheinlich an Kopenhagen überrascht, dass mir die Stadt in nur 4 Tagen wirklich ans Herz gewachsen ist. Ich verstehe, wieso so viele Leute aktuell in die dänische Hauptstadt reisen. Zwischen Fahrrädern, Hygge, königlichen Schlössern und alternativen Vierteln hat die Stadt einen ganz eigenen Charme, den man nur schwer beschreiben kann, aber sehr leicht ins Herz schließt. Es wird auf jeden Fall nicht das letzte Mal für mich gewesen sein, dass ich nach Kopenhagen reise.

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