3. Februar 2026, 10:30 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im Tyrrhenischen Meer vor der Westküste Italiens liegt eine kleine Insel, deren Name nur wenigen bekannt sein dürfte. Palmarola, etwa zehn Kilometer von der deutlich prominenteren Insel Ponza entfernt, ist in jeglicher Hinsicht besonders. Warum, das erfahren Sie hier.
Kristallklares Wasser, ein einziger kleiner Strand, Palmen und Natur: Das 136 Hektar kleine Palmarola gleicht einer paradiesischen Insel. Sie gehört zum italienischen Archipel der Pontinischen Inseln, zu denen auch Ponza, Gavi, Ventotene, Zannone und Santo Stefano gehören.
Ihren Namen, Palmarola, verdankt das Eiland den dort wachsenden Zwergpalmen. Übersetzt heißt es so viel wie „kleine Palme“. Die Insel selbst ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und nur im Sommer bewohnt. Es gibt weder Straßen noch einen Ort, noch Strom. Man ist völlig abgeschieden – und doch ist Palmarola durchaus für Urlauber geeignet.
Nur eine Fährverbindung täglich
Wie bereits erwähnt, ist Palmarola alles andere als eine typische Touri-Insel. Es gibt ein paar wenige Häuser und mit dem Cala del Porto auch nur einen einzigen Anlegeplatz. Und es gibt lediglich eine Fährverbindung, die einmal täglich vom Hafen von Ponza abfährt. Wer flexibel sein will, kann versuchen, einen Fischer zu überzeugen, einen auf dem Boot mitzunehmen. Mit etwas Glück und Überzeugungskraft könnte das klappen.
Doch diese Hürden sollte man unbedingt nehmen. Denn vor Ort erwarten einen dank fehlendem Mobilfunknetz Entspannung und Abgeschiedenheit.
Ponza – diese italienische Insel ist noch ein echter Geheimtipp!
Kennen Sie schon Cabrera Gran – Mallorcas kleine Schwester?
Insel ohne Strom und Straßen
Viele Touristen kommen nur für einen Tag auf die Insel – doch obwohl sie weder über Strom noch über Straßen verfügt, kann man auf Palmarola auch Urlaub machen. Denn das einzige Restaurant der Insel, das von Juni bis Oktober geöffnet hat, bietet auch Zimmer an. Diese wurden in alten Fischergrotten entlang der Klippen gebaut und bieten den perfekten Blick aufs Meer. Es gibt gerade einmal drei Zimmer, in denen man für etwa 120 Euro pro Nacht unterkommen kann.
Das dazugehörige Restaurant O’Francese wurde nach dem ersten Besitzer, der das Häuschen aus alten Holzplanken eines Schiffswracks baute, benannt. Ein Italiener, der mehr als drei Jahrzehnte in Frankreich lebte, aber irgendwann in seine Heimat zurückkehrte.
Zwischenzeitlich hatte ein Paar, welches Urlaub auf Palmarola machte und immer mal im Restaurant aushalf, die Gastronomie übernommen. Mittlerweile gehört es der Tochter des Paares. Täglich gibt es dort frisch gefangenen Fisch und Spaghetti. Wer in einem der Zimmer übernachtet, kann sich Halb- oder Vollpension dazubuchen und wird kulinarisch versorgt. Außerdem stellen die Besitzer Sonnenliegen und -schirme sowie Kanus zur Verfügung.
Mit Letzteren lässt sich die Insel vom Wasser aus erkunden. Dabei kann man nicht nur aufs türkisblaue Wasser schauen, schnorcheln oder schwimmen, sondern sollte auch unbedingt einen Blick auf die Klippen werfen. Denn noch heute ziehen sich schwarze Adern des pechschwarzen vulkanischen Gesteinsglas Obsidian, durch die Wände. Wie „CNN“ berichtet, nutzten Höhlenmenschen das Gestein, um Waffen und Messer oder Äxte herzustellen. An der Landschaft soll sich seitdem kaum etwas geändert haben.
Wer auf dem Meer dann doch einmal den Drang verspürt, aufs Handy zu schauen, kann dies am besten vom Wasser aus – dort besteht eher die Chance auf Mobilfunknetz als auf der Insel.
Um Urlaub auf Palmarola zu machen, muss man sich ein wenig vorbereiten. Die Restaurantbesitzer weisen darauf hin, dass ein Aufenthalt besondere Voraussetzungen erfordert, um eine wunderbare Zeit zu verbringen. Es gibt keine Geschäfte, Supermärkte oder andere Einkaufsmöglichkeiten. Wer etwas unbedingt benötigt, muss es sich mitbringen.
Die lange Geschichte von Palmarola
Palmarola hat eine lange Geschichte. Einst nutzten die Römer die Insel als strategischen Beobachtungsposten für ihre Flotte. Ab dem 18. Jahrhundert ging sie in den Besitz neapolitanischer Familien über, die sie untereinander aufteilten.
Jahr für Jahr im Juni kommen Fischer von Ponza zu einer kleinen Kapelle, die auf einem vorgelagerten Felsen steht. Sie wurde dem heiligen Silverius gewidmet, einem Papst aus dem 6. Jahrhundert. Der Legende nach wurde dieser nach Palmarola verbannt und ist dann dort auch verstorben. Die Fischer bringen Blumen, beten und meditieren.