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100.000 Einwohner je Quadratkilometer

Das ist die am dichtesten besiedelte Insel der Welt

Auf der winzigen Insel Santa Cruz del Islote leben etwa 900 Menschen
Auf der winzigen Insel Santa Cruz del Islote leben etwa 900 Menschen Foto: Getty Images/Jhampier Giron
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Angelika Pickardt
Co-Redaktionsleiterin

26. Dezember 2025, 8:30 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Auf der künstlichen Insel Santa Cruz del Islote im Karibischen Meer rund 20 Kilometer nordwestlich der kolumbianischen Küste leben etwa 900 Menschen in knapp 100 Gebäuden. Rechnerisch beträgt die Bevölkerungsdichte etwa 75.000 Einwohner je Quadratkilometer – mehr hat keine andere Insel zu bieten.

Schuld sind die Mücken. Denn die piesackten die Menschen auf den anderen Inseln derart, dass der Fischer aus Barú, der einst als Erster nach Santa Cruz del Islote kam, zunächst eines feststellte: deren Abwesenheit. Der Grund dürfte der Wind sein, der hier – anders als auf den neun anderen Inseln des Archipels – den leichtgewichtigen Plagegeistern einfach zu viel entgegenzusetzen hat.

Auch Menschen gab es auf der kleinen Insel nicht, als jener Fischer hier auf der Suche nach neuen Fischgründen anlandete. Aber das sollte sich bald ändern. Nachdem der Mann nach einer mückenfreien Nacht entspannt und glücklich aufwachte, beschloss er, ganz hier zu bleiben – aber nicht alleine. Und so kam es also zur Besiedlung der kleinen Insel namens Santa Cruz del Islote. Zumindest geht so die Legende.

Fußballspielen nicht möglich

Fakt aber ist, dass hier bald so viele Menschen lebten, wie irgendwie draufpassten. Die Insel ist komplett bebaut. Rund 100 Gebäude stehen hier, darin wohnen laut einem Bericht von „ntv“ aktuell etwa 900 Insulaner. Hochgerechnet ergäbe das eine Bevölkerungsdichte von etwa 75.000 Einwohnern je Quadratkilometer – das ist dreimal mehr als Manhattan und mehr als jede andere Insel zu bieten hat. Der größte öffentliche Platz misst so viel wie ein halber Tennisplatz. Wenn die Einwohner Fußball spielen wollen, müssen sie auf eine der Nachbarinseln.

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Das Leben auf einer derart bepackten Insel verlangt seinen Bewohnern natürlich einiges ab. Trinkwasser wird nur alle drei Wochen von der Marine in großen Kanistern geliefert und dementsprechend sparsam verwendet, wie unter anderem die britische Zeitung „The Guardian“ schreibt. Elektrizität gibt es nur durch Solaranlagen auf den Dächern sowie einen einzigen Generator, der nur wenige Stunden am Tag Strom produziert. Und wer einen Arzt braucht, sucht diesen hier genauso vergeblich wie die Touristen einen Strand.

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Für die Einwohner ist Santa Cruz del Islote ein Paradies

Doch wer nun denkt, dass die Einwohner von Santa Cruz del Islote unglücklich sein müssen, irrt. Es gäbe keine Gewalt auf der Insel, erzählten Bewohner einer Journalistin einer britischen Tageszeitung, eine Polizei brauche man nicht. Dass die Schule im Ort einen Sicherheitsmann habe, liege nur daran, dass ein solcher Pflicht ist für kolumbianische Schulen. Niemand müsse hier seine Türen abschließen, und abends sitze man gern zusammen und schaue Seifenopern. Ruhig und angenehm sei das Leben auf der Insel. Für viele ist sie gar das Paradies.

So mancher kann sich auch ein Leben jenseits der vollgepackten Insel nicht vorstellen und möchte für immer dort bleiben. Allerdings, irgendwann muss auch der treueste Inselbewohner das Eiland verlassen: Verstorbene werden auf der Nachbarinsel bestattet. Denn für einen Friedhof ist auf Santa Cruz del Islote, natürlich, gar kein Platz.

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Anreise

Bei Touristen sind die Inseln des San-Bernardo-Archipels sehr beliebt und viele Menschen auf Santa Cruz del Islote leben denn auch vom Geschäft mit den Urlaubern. Die meisten Touristen kommen von der Hafenstadt Santiago de Tolu. Von dort liegt Santa Cruz del Islote etwa 45 Minuten per Boot entfernt. Sogar ein kleines Hostel gibt es auf der Insel – für alle, die einmal eine Nacht auf der vollsten Insel der Welt verbringen möchten.

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