Den Begriff Agriturismo haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber wissen Sie auch, was genau dahintersteckt? Wer Urlaub in einem Agriturismo macht, verbringt – vereinfacht gesagt – Zeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Doch damit sich ein Hof in Italien überhaupt Agriturismo nennen darf, muss er bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Und übrigens bietet nicht jedes Agriturismo auch Übernachtungen an. Alle Infos dazu bei TRAVELBOOK.
Was ist ein Agriturismo?
Ein Agriturismo ist ein landwirtschaftlicher Betrieb – und in erster Linie genau das. Zusätzlich nimmt er Gäste auf, etwa zum Übernachten, manchmal aber auch nur zum Essen oder für einen Besuch auf dem Hof. Immer mehr Reisende schätzen diese ursprüngliche Form des Italienurlaubs, die einen Bezug zur Natur und zur regionalen Küche herstellt.
Sicherlich ist die Idee, Urlaub auf einem Bauernhof zu machen, keineswegs auf Italien beschränkt; in zahlreichen europäischen Ländern gibt es vergleichbare Konzepte. Der entscheidende Unterschied: In Italien ist der Begriff Agriturismo gesetzlich geschützt. Laut der offiziellen, vom Staat bestätigten Definition ist ein Agriturismo ein „bewirtschafteter Hof mit Gästen“. Ausführliche Informationen dazu findet man auf der offiziellen Info-Seite „Agriturismo Italia“. Es muss ein aktiver landwirtschaftlicher Betrieb daran gekoppelt sein, der beispielsweise Tiere hält, Gemüse anbaut oder Produkte wie Wein, Olivenöl oder Wurst herstellt.
Ursprüngliche Tourismusform in ländlicher Umgebung
Wer Lust auf Großstadtflair hat, wie man ihn zum Beispiel in Mailand oder Palermo erleben kann, der ist auf einem Agriturismo falsch, oder er muss Tagesausflüge unternehmen. Denn die Höfe sind typischerweise ländlich gelegen und in verschiedenen italienischen Regionen anzutreffen. Eine besonders hohe Dichte an Agriturismi verzeichnet die Toskana, doch auch in der Lombardei, in Venetien sowie auf Sardinien und Sizilien gibt es einige.
Für Urlauber ist Agriturismo eine besondere Reiseerfahrung, dient das Konzept gleichzeitig der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums. Es soll landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich stärken, ländliche Regionen und ihre Ressourcen erhalten sowie regionale Produkte, kulinarische Traditionen und Kulturlandschaften fördern. Gleichzeitig soll Agriturismo dazu beitragen, die Bevölkerung im ländlichen Raum zu halten und die Landwirtschaft als wichtigen Bestandteil der italienischen Kultur zu bewahren.
Bedeutender Teil einer Agriturismo-Erfahrung: das Essen
Die meisten Agriturismi sind zugleich Gasthöfe, in denen Besucher auch übernachten können. Häufig bieten die Betriebe zudem eine sogenannte „ristorazione agrituristica“ an – eine Hofgastronomie, in der neben Hausgästen auch externe Besucher zum Mittag- oder Abendessen willkommen sind. Andere wiederum bewirten ausschließlich ihre Übernachtungsgäste. Die Zugänglichkeit hängt stark vom jeweiligen Betrieb ab.
Fest steht jedoch: Allein die Küche ist oft einen Besuch wert. Statt einer umfangreichen À-la-carte-Speisekarte erwartet Gäste in vielen Agriturismi ein festes Menü mit mehreren Gängen, das sich nach Saison und den hofeigenen Erzeugnissen richtet. Serviert wird, was die Felder, Gärten und Ställe gerade hergeben – von frisch geerntetem Gemüse bis hin zu Fleisch aus eigener Haltung. Die Speisen und Getränke sind meist hausgemacht und spiegeln die kulinarischen Traditionen der jeweiligen Region wider. Häufig werden auch Verkostungen von hofeigenem Wein, Olivenöl, Käse oder anderen regionalen Spezialitäten angeboten.
Preise für Agriturismo-Urlaube
Ein Aufenthalt im Agriturismo ist für Italien-Fans ein authentisches Rundumpaket aus Naturerlebnis, Gastfreundschaft und regionaler Küche – und dabei oft überraschend erschwinglich. Welche Leistungen im Preis enthalten sind, können Gäste direkt mit dem jeweiligen Betreiber vereinbaren, u. a. über das Portal „Agriturismi.it“. In der Nebensaison sind Übernachtungen vielerorts bereits ab etwa 30 bis 50 Euro pro Person und Nacht möglich.
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