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7 Gründe für einen Familien-Urlaub in Südafrika

Südafrika
Ida im „Birds of Eden“ in Plettenberg. Der Park ist ein riesiges Freiflug-Gehege mit exotischen Vögeln.
Foto: Anna Butterbrod

Baby-Alarm auf dem Tafelberg, High Five für die Big Five: Südafrika scheint das neue Lieblingsziel für Familien zu sein. Aber warum ist das so? TRAVELBOOK-Autorin Anna Butterbrod reiste mit ihrer 18 Monate alten Tochter und Mann mehr als drei Wochen durchs Land. Sie verrät, was Südafrika für Kids und ihre Eltern so spannend macht.

Von Anna Butterbrod

Reisen ist mein liebstes Hobby – auch nach Geburt unserer Tochter. Aber die Kriterien, nach denen wir unsere Ziele aussuchen, haben sich seitdem ziemlich verändert. Der Trip darf nicht zu kompliziert, zu anstrengend oder zu teuer sein. Auf meiner Suche nach der nächsten Destination sprach ich mit Freunden, scrollte durch fremde Instagram-Bilder und konsultierte Familien-Blogs. Überall lief es auf ein Ziel hinaus: Südafrika! Die Gründe dafür:

Weil’s supergünstig ist!

Südafrika

Im „Addo Elephant Park“ freut sich Ida auch über die Zebras
Foto: Anna Butterbrod

Südafrika: Da fiel mir immer zuerst Kapstadt ein. Und bei Kapstadt deutsche Auswanderer aus dem Fernsehen, die dort in Somerset West in tollen Villen leben. Wo so viele Villen stehen, kann’s nicht günstig sein – das war zumindest mein Vorurteil. Doch bei der ersten Reise-Recherche stellte ich fest: Unglaublich schöne Apartments oder Pensionen gibt’s schon ab 35 Euro pro Nacht, Mietwagen sind extrem erschwinglich (ab ca. 20 Euro pro Tag) und der Eintritt für Parks sowie andere Attraktionen auch. 

Vor Ort bestätigte sich dieser Eindruck: Ich bestellte einen ganzen Teller Sushi für 5 Euro, für den ich zu Hause wahrscheinlich 15 Euro bezahlt hätte. Eine Flasche Wein kostet im Restaurant oft nur soviel wie in Deutschland ein einziges Glas. Ein tolles Gefühl, sich im Urlaub so viel leisten zu können, ohne ständig angstvoll das Reisebudget im Kopf zu haben.

Weil man easy hinkommt und es keine Zeitverschiebung gibt

Anna Butterbrod, Südafrika

Autorin Anna Butterbrod in Bo-Kaap in Kaptstadt. Der Stadtteil ist bekannt für seine bunten Häuserfassaden.
Foto: Anna Butterbrod

Wir flogen mit Lufthansa in elfeinhalb Stunden direkt von München nach Kapstadt (von Köln aus fliegt man mit Eurowings direkt, von Berlin aus ist man via München in rund 14 Stunden da). Ein Nachtflug ohne lästiges Umsteigen – perfekt mit Kleinkind! Meine Tochter Ida schlief nach einer Stunde friedlich im mitgebuchten Baby Bassinet ein und so stießen mein Mann Olaf und ich beim Flugzeug-Dinner gleich mit dem ersten Wein des Urlaubs an.

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Ein echt entspannter Start! Die Zeitverschiebung beträgt im Winter eine Stunde, im Sommer gibt es keine. Nach einer recht relaxten Nacht landeten wir früh morgens am Ziel und genossen so den ersten Urlaubstag in unserem ganz normalen Rhythmus.

Weil es Afrika ist – aber light

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Straussenfütterung – ein Highlight für alle Beteiligten
Foto: Anna Butterbrod

Was das Reisen angeht, würde ich meinen Mann und mich als ziemlich mutig einstufen. Wir haben in Kolumbien Riesen-Ameisen gegessen, sind im Iran geradelt und haben in Florida Schlangen gestreichelt. Trotzdem wollen wir seit der Geburt unserer Tochter keine unnötigen Risiken eingehen: Daher beschränkten wir uns auf den Süden von Südafrika, denn der gilt als malariafreie Zone. Den Kruger-Nationalpark haben wir nicht gesehen. Aber trotzdem waren wir auf Safari, nur eben ohne die Gefahr, uns eine Tropenkrankheit einzufangen.

Wir fuhren von Kapstadt aus die Küste entlang Richtung Osten, dann auf der Garden Route bis nach Port Elizabeth. Nach dem „Addo Elephant Park“ ging’s im Landesinneren auf der „Route 62“ zurück. Wir wanderten, badeten, beobachteten Tiere – aber die nächste Tanke, der nächste Supermarkt oder die nächste Klinik (die haben wir Gott sei Dank nicht gebraucht) waren immer in Reichweite. Auch das führte dazu, dass ich besonders gut abschalten konnte.

Weil die Restaurants mega-kinderfreundlich sind

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Ida und die Musiker – an der Victoria & Alfred Waterfront in Kapstadt treten täglich an verschiedenen Orten Gruppen auf
Foto: Anna Butterbrod

In meiner Heimat München gehen wir abends selten essen. Denn Ida hält es im Hochstuhl kaum länger als 15 Minuten aus. Danach wieselt sie durchs Restaurant und zieht Besteck von den Tischen. In Südafrika war das ganz anders: Denn dort sind viele Restaurants ganz besonders auf Kinder eingestellt.

Im „Moby’s“ direkt am Beach in Plettenberg gibt’s zum Beispiel einen abgezäunten Bereich, in dem die Bänke und Tische im Sand stehen. Während Olaf und ich uns Blackened Butterfish gönnten, spielte Ida vergnügt mit Eimer und Schaufel. Das geschmeidigste Dinner ever! Die „Ye Olde Tavern“ in Montagu hielt eine XXL-Kiste mit Malbüchern, Bauklötzen & Co. bereit, aus der Ida sich bediente. Wir saßen auf der Terrasse unter Bäumen und sie vergnügte sich zu unseren Füßen mit dem neuen Spielzeug.

Weil tierisch was los ist!

 

Stundenlange Safaris wären für Ida momentan noch nichts. Daher waren wir schwer begeistert vom „Addo Elephant Park“: Denn wer will, kann dort mit dem eigenen Wagen hindurchcruisen – und Elefanten, Zebras, Büffeln, Löwen oder Warzenschweinen ganz nach eigenem Zeitplan begegnen. Mitten im Park gibt’s eine abgezäunte Picknick-Area mit überdachten Tischen. Weil Ida Tiere so liebt, haben wir jede Gelegenheit genutzt, um ihr welche zu zeigen: Südöstlich von Kapstadt sah sie die Pinguin-Kolonie von Betty’s Bay, im „Montagu Guano Cave Resort“ durfte sie Alpakas und Kamele streicheln, in der „Chandelier Game Lodge“ zwei Giraffen – und das alles für ganz wenig oder keinen Eintritt.

Im „Monkeyland“ bei Plettenberg kriegte Ida sich gar nicht mehr ein, weil so viele Affen frei herumliefen. Wir haben auch mal auf einer Farm übernachtet, wo sie morgens einen Strauß füttern durfte und beglückt vor den Gehegen von Schweinen und Hühnern hockte. Kinder unter vier Jahren dürfen noch nicht mit auf die Boots-Begegnungen mit weißen Haien. Dieses Treffen haben wir dann im gigantischen Aquarium von Kapstadt nachgeholt.

Weil an jeder Ecke familienfreundliche Abenteuer warten

Früher sind wir im Urlaub auch mal einen Tag durchgefahren, um schnell von A nach B zu kommen. Heute achten wir darauf, dass Ida nicht zu lange in ihren Autositz gepfercht ist. In Südafrika kein Problem: Es gibt viele Attraktionen, die schnell erreichbar sind. Unsere Highlights: die Redberry Farm in George, wo kleine Besucher Kaninchen füttern dürfen und auf einer Bimmelbahn durch die Felder fahren.

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Ida liebte auch das wohlig warme Wasser der „Avalon Hot Springs“. Eine tolle Wanderroute: der bewachte „Cliff Path“ in Hermanus, den man größtenteils sogar mit Kinderwagen bewältigen kann. Großartiger Ausblick aufs Meer, auf Wale (je nach Jahreszeit) und traumhafte Buchten, an denen man einen Stop einlegen kann.

Weil es tolle Unterkünfte für Groß und Klein gibt

Die meisten Unterkünfte haben wir unterwegs gebucht, über Apps wie die von Booking oder Airbnb. Es war ziemlich einfach, welche zu finden, die kindersicher und -freundlich sind: Im „Fairview Homestead“, einem historischen Guest House, lief Ida hinter alten Mauern alleine durch den Lavendel- und Rosengarten, ein Zaun schützte sie vorm Alleingang in den Pool. Das Frühstück wurde uns auf der Terrasse vor der Zimmertür serviert – natürlich inklusive Hochstuhl. Am Strand von Onrus haben wir in einem Apartment mit Blick aufs Meer gewohnt.

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Als Ida schlief, beobachteten wir so beim selbstgemachten Abendessen den Sonnenuntergang. Das ist für mich Urlaub! Im kleinen Örtchen Stromsrivier buchten wir das Garten-Cottage eines Rentner-Paares, das Ida gleich ins Herz schloss. „Opa“ Bob führte sie durch seinen Gemüsegarten und ließ sie mit den beiden Hunden spielen.

Aber…

Da ist noch der Faktor Sicherheit. Natürlich wussten wir schon vor unserer Anreise, dass es in der Kapregion ein Problem mit Kriminalität gibt. Mehr als drei Wochen lang haben wir davon nichts gespürt. Im Gegenteil: Wir begegneten freundlichen Einheimischen, fühlten uns immer sicher. Leider hatten wir am letzten Urlaubstag doch noch ein unschönes Erlebnis: Wir wollten morgens um sieben kurz Richtung „Signal Hill“ wandern, von dort aus hat man eine Bomben-Aussicht auf Kapstadt. Um die festzuhalten, hatte ich neben Essen für Ida auch mein Smartphone und meine Kamera dabei.

So früh staksten wir noch ganz alleine über die Trampelpfade. Daher konnte uns niemand helfen, als uns plötzlich zwei Männer mit einer Spraydose bedrohten, die sie mir direkt vor die Augen hielten. Mein Mann Olaf hatte Ida in einer Trage vorm Bauch und so händigte ich den Kriminellen blitzschnell meinen Jutebeutel aus. Passiert ist uns nichts, Kamera und Handy waren jedoch weg. Der Überfall dauerte nur ein paar Sekunden – hat aber unsere Wahrnehmung von diesem Reiseziel nachhaltig verändert. So sehr man sich dort auch in Sicherheit wägt, sollte man nicht zu leichtfertig werden – aber das gilt wohl auch für fast jedes andere Urlaubsland. Bei einer erneuten Reise nach Südafrika würde ich menschenleere Wanderwege meiden und Wertgegenstände beim ein oder anderen Ausflug lieber zu Hause lassen. Deshalb aber nicht mehr dahin reisen? Auf keinen Fall! Dafür gibt es viel zu schöne Ecken….

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