Traumurlaub

5 Orte in Kolumbien, die Sie nicht verpassen dürfen

Sie möchten in den Urlaub, aber wissen nicht wohin es gehen soll – an den Strand, in die Berge, in eine hippe City? Oder vielleicht lieber doch etwas Exotisches, wie den Dschungel und auf Entdeckungstour zu versunkenen Städten? Warum machen Sie nicht einfach alles zusammen? In Kolumbien ist das möglich, und das Land bietet darüber hinaus noch viel mehr: Traumwetter, eine herrlich reichhaltige Küche und Lebensfreude, wohin man auch fährt. TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann verrät, was Sie in Kolumbien unbedingt sehen sollten.

Falls Sie schon länger mit einem Urlaub in Kolumbien liebäugeln sollten, dann entscheiden Sie sich jetzt so schnell wie möglich dafür – denn das Land ist vieles, aber kein Geheimtipp mehr. Und das hat seine Gründe: Kolumbien ist so vielfältig wie kaum ein anderes Land in Südamerika, lässt landschaftlich von tropischen Stränden über tiefen Dschungel, wilde Berge und aufregende Städte wirklich keine Wünsche offen – und punktet darüber hinaus noch mit sehr günstigen Preisen und einer traumhaften Infrastruktur für jeden vom Backpacker bis hin zum Luxus-Reisenden.

Darüber hinaus landen die Kolumbianer in Rankings zu den glücklichsten Nationen weltweit regelmäßig auf den vorderen Plätzen, und diese Lebensfreude ist überall spürbar und sehr ansteckend. Man addiere jetzt noch die außergewöhnlich reichhaltige und zum Teil exotische Küche dazu, und das Resultat ist ein außergewöhnlicher Urlaub, der alle Ihre Erwartungen erfüllen wird – und vielleicht sogar übertreffen. Hier sind unsere TRAVELBOOK-Tipps für einen unvergesslichen Urlaub.

Cartagena

Für mich persönlich die schönste Stadt, die ich bisher in Südamerika gesehen habe – das liegt zum einen an dem kolonialen Charme mit den vielen bunten Häusern, aber auch an dem karibischen Wetter, der Nähe zum Meer und einem einzigartigen Nachtleben. Cartagenas Altstadt ist sehr gut erhalten und lädt zu einem Spaziergang durch ihre Gassen ein, deren Häuser oft in knalligen Farben wie Himmelblau, Gelb und Rot gestrichen sind. Dort reiht sich eine Bar an die andere, ein Restaurant an das nächste, und mittendrin verkaufen unzählige quirlige Läden und auch Händler auf der Straße Souvenirs wie Hüte, selbstgemachten Schmuck und natürlich die obligatorischen Fußball-Shirts der kolumbianischen Nationalmannschaft.

Kolumbien Highlights

Cartagena ist eine der interessantesten Städte in Kolumbien
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Mit seinen zahlreichen Hostels bietet Cartagena die perfekten Bedingungen für Backpacker aus aller Welt, viele davon befinden sich in dem hippen Bezirk Getsemani, in dem man an jeder Ecke auch zum Teil atemberaubende Street Art findet.Ich habe bei meinen zwei Aufenthalten beide Mal im „Media Luna“ gewohnt, das zwar etwas teurer ist, sich aber in einer wunderschönen alten Villa im Kolonialstil befindet und mit einem Pool im Innenhof und einer Dachterrasse punktet, auf der sich mittwochs die ganze Stadt zu einer der legendären Parties trifft.

Gleich um die Ecke befindet sich das „Café Havana“, eine Institution in der Stadt, wo des öfteren Big Bands mit ihrer Live-Musik zum Tanz bitten. Ein anderer berühmter Laden ist das „Donde Fidel“, wo ebenfalls gerne getanzt und getrunken wird, genauso wie in den zahlreichen Diskotheken rund um die Altstadt.

Wer es tagsüber etwas entspannter angehen lassen will, kann den Strand in Bocagrande besuchen oder eine Tagestour auf einem Schiff  buchen, die entweder die nahegelegene Insel Barú ansteuern oder zum Archipelago del Rosario fahren, wo man auf einer Schnorcheltour die Unterwasserwelt bestaunen kann – hier bekommt man allerdings auch eine guten Eindruck davon, was der Massentourismus anrichten kann, denn die ehemals blühenden Korallen sind mittlerweile größtenteils abgestorben. Echt verrückt ist ein Bad im Schlammvulkan El Totumo, der einst aktiv war und dessen Schlamm heute aufgrund seines Mineralgehaltes heiltherapeutische Zwecke hat. Alleine über Cartagenas Reize könnte ich wohl ein kleines Buch schreiben – doch es wird Zeit, weiter zu ziehen.

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Santa Marta

Ein paar Stunden nördlich von Cartagena befindet sich die Kleinstadt Santa Marta, in deren Nähe einige der wohl schönsten Strände des Landes liegen – nur etwa 40 Minuten mit dem Bus entfernt wartet der Tayrona-Nationalpark, der mit wahren Postkarten-Stränden wie dem Cabo San Juan de Guia punkten kann.

Das Panorama hier erinnert an Bilder von den Seychellen; riesige, vom Meer abgerundete Steine türmen sich zwischen Palmen, Puderzuckersand und kristallblauem Wasser – für mich der schönste Strand, den ich bisher gesehen habe. Der Park bietet aber auch noch zahlreiche andere Buchten, die man vom Fischerdorf Taganga aus bequem, wenn auch ziemlich überteuert, mit dem Boot erreichen kann – Backpacker werden aber ohnehin in Taganga statt in Santa Marta wohnen wollen, denn hier gibt es spottbillige Hostels und einen etwas verstaubten, aber umso ehrlicheren Charme.

Skurril ist, dass es im ganzen Dorf nicht eine asphaltierte Straße gibt, man aber als Tourist überall seinen Burger, Pizza und immer öfter auch vegetarische bzw. sogar vegane Küche bekommt – eine echte Alternative ist das Kochen, vor allem, weil man von den Fischern des Ortes nachmittags den Fang frisch vom Boot kaufen kann, und das bedeutet unter anderem Hummer für umgerechnet drei Euro.

Das schönste Hostel in Taganga ist das „Casa de Felipe“, das über den Hügeln des Ortes thront und einen wunderbar grünen Garten hat, in dem man wunderbar sitzen und entspannen kann – die Dachterrasse mit ihren Hängematten und dem tollen Blick auf Taganga und das Meer ist zudem einmalig schön.

Kolumbien Highlights

Die Bucht von Taganga – das kleine Fischerdorf ist Kolumbien pur
Foto: Getty Images

Wer statt Strand- lieber Aktivurlaub machen möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten, denn hier kann man sehr günstig seinen Tauchschein machen oder wandern gehen – die berühmteste, mehrtägige Tour führt durch den Dschungel der Sierra Nevada de Santa Marta zur Ciudad Perdida, ein mehr als 50 Kilometer langer Trek zu den Ruinen der alten Tayrona-Hochkultur, die hier einst lebte. Der Weg ist hier zwar das Ziel, aber auch die „Verlorene Stadt“ ist einmalig und sehr beeindruckend – wobei es wohl auch wenig Aufregenderes gibt, als einmal eine Nacht bzw. gleich mehrere Nächte im Dschungel zu verbringen.

Komfortabel: Zwischen Cartagena und Santa Marta/Taganga verkehrt ein Shuttlebus, der einen gegen einen fairen Preis zwischen den beiden Städten einmal pro Tag hin- und herfährt und direkt vor dem jeweiligen Hostel absetzt. Diesen Service bietet unter anderem die Firma „MarSol“ an, mit der ich schon zwei Mal unterwegs war und gute Erfahrungen gemacht habe. Auch mit den öffentlichen Bussen kommt man aber von einem Ort zum anderen.

Medellín

Medellín wird aufgrund seines milden Klimas auch die „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt und liegt von Bergen eingerahmt im Aburrá-Tal. Die Stadt, in der einst der Drogenbaron Pablo Escobar herrschte, hat einen beispiellosen Wandel durchgemacht, so ist zum Beispiel die Mordrate seit seinem Tod im Jahr 1993 um 95 Prozent zurückgegangen, die Armut um 66 Prozent – zudem hat Medellín 2016 mit dem Lee Kuan Yew World City Prize einen der wichtigsten Stadtentwicklungspreise überhaupt gewonnen. Das liegt unter anderem an den guten und sicheren öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch der großzügig ausgebauten Infrastruktur für Radfahrer, die in Südamerika ihres Gleichen sucht.

Kolumbien Highlights

Die Metrocables sind in Medellín ein alltägliches Transportmittel
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Spektakulär sind die „Metrocables“ – Seilbahnen, mit denen man in die Hügel rund um die Stadt und zum Beispiel in den Arví-Nationalpark fahren kann, ein 10.000 Hektar großes Areal, wo man tolle Wanderungen unternehmen kann, und das sowohl auf eigene Faust als auch bei geführten Touren, die umgerechnet nur etwa 1,50 Euro kosten. Wer möchte, kann hier auch campen, in der wunderschönen Natur sind einige öffentliche Plätze mit Grillstellen eingerichtet.

Innerhalb der Stadt ist vor allem der Parque Berrio sehenswert, in dem zahlreiche der Skulpturen des berühmten Bildhauers Fernando Botero stehen – die dicken Statuen sind einfach skurril und liebenswert. Auf dem Cerro Nutibarra hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, und hier befindet sich auch der originalgetreue Miniaturnachbau eines typisch bunten kolumbianischen Dorfes sowie das Medellín-Museum.

Im Parque Explora kann man zu vielen wissenschaftlichen Bereichen etwas lernen und auch selbst teilweise erstaunliche Experimente durchführen, zudem befindet sich hier auch eines der größten Aquarien in ganz Südamerika sowie der Botanische Garten und ein Planetarium. Natürlich bieten die zahlreichen Hostels, die um die Partymeile El Poblado zentriert sind, auch Touren zu den Stationen des „Wirkens“ von Pablo Escobar an, inklusive seinem Grab auf dem Friedhof Montesacro, das täglich etwa 200 Menschen besuchen.

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Blick über die malerische Seenlandschaft von Guatapé
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Wer nach Medellín kommt, sollte wissen, dass auch Vororte der Stadt wie das malerische Guatapé unbedingt einen Besuch wert sind. In der Kleinstadt gibt es einen geradezu gigantischen Felsen, auf dessen Spitze sich ein Aussichtsturm befindet, von dem man auf die surreal schöne Seenlandschaft von Guatapé hinab blicken kann – einer der schönsten Aussichtspunkte, die ich jemals gesehen habe. Man kann für Stunden dasitzen und den Blick einfach nicht von der Magie der Natur lösen.

Guatapé selbst ist ein verschlafenes, aber kunterbuntes Nest, das wirkt, als wäre es aus einem Märchenbuch gefallen. Die Seen rund um den Ort lassen sich bei einer Bootstour erkunden, und natürlich trifft man auch hier wieder auf Spuren des ewigen Escobar – in dem Fall eine Villa, die seine Feinde vom Cali-Kartell ausbomben ließen.

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Bogotá

Die Hauptstadt von Kolumbien ist mir ehrlich gesagt nicht wirklich in bleibender Erinnerung geblieben, und dennoch gibt es einige Dinge, die hier sehenswert sind: Allen voran der Hausberg Montserrate, der auf über 3000 Metern Höhe liegt, und vom den aus man einen unvergesslichen Ausblick über die pulsierende Millionen-Metropole hat, der besonders bei Nacht fasziniert.

Besucher zieht es vor allem in das bunte Viertel Candelaria, wo sich viele Künstler niedergelassen haben, und man in unzähligen bunten Läden Souvenirs kaufen oder einfach gut und günstig essen kann. Die Street Art-Szene von Bogotá gehört zudem zu den aufregendsten in ganz Südamerika, an fast jeder Ecke kann man riesige, zum Teil sogar legal gemalte Kunstwerke bestaunen.

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Die surreale Steinkirche von Zipaquirá
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In der Nähe von Bogotá befindet sich zudem in einem alten Bergwerk die Kirche von Zipaquirá, ein schier unglaubliches Zeugnis menschlicher Schaffenskunst, gehauen tief in die alten Stollen. Auf dem Weg zu der unterirdischen Kathedrale sind in verschiedenen Stollenarmen die Stationen des Kreuzweges von Jesus Christus nachgestellt, das Ganze getaucht in ein geradezu geisterhaftes Licht, das zu allem Überfluss auch noch seine Farbe wechselt. Der Besuch hier dürfte jedoch nicht für jeden etwas sein, denn zum einen ist es in dem alten Bergwerk oft sehr eng, zum anderen hat man mitunter das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen – dies kann aber auch daran liegen, dass man sich in Bogotá mit seiner Lage weit über 2000 Meter ohnehin erst einmal akklimatisieren muss.

Salento

Diese verträumte Kleinstadt befindet sich im Herzen des weltberühmten „Eje Cafetero“, dem Hauptanbaugebiet für kolumbianischen Kaffee, der für mich der beste der Welt ist. Die Moderne ist an Salento zum Glück größtenteils vorbei gezogen, stattdessen findet man um den schönen Marktplatz aufgereiht viele bunte alte Häuser, die den Charme des Ortes ausmachen.

Ein sehr gutes Hostel ist zum Beispiel das „Tralala“ mit seinem grünen Innenhof, doch hier ist wirklich für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Rund um den Ort kann man zahlreiche schöne Wanderungen unternehmen, von denen die wohl spektakulärste in das Valle de Cocora führt, ein Tal, gesäumt von den bis zu 60 Meter hohen Wachspalmen, dem Nationalbaum Kolumbiens. Entlang eines Flusses wandert man in die oft nebelverhangenen, immergrünen Hügel, durch dichten Wald und über wackelige Hängebrücken.

Kolumbien Highlights

Das Valle de Cocora bei Salento
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Einer der Höhepunkte ist eine Art Berghütte, auf der man zu einem Becher heißer Schokolade die unzähligen bunten Kolibris beobachten kann, die hier mit Nektarspendern angelockt werden. Das bunte Spiel der Vögel, die niemals stillzustehen scheinen, zieht einfach jeden in seinen Bann – und so verbringt man wohl die meiste Zeit der Wanderung damit, ein halbwegs vernünftiges Foto der kleinen Farbwunder zu schießen.

Der Fluss ist darüber hinaus ein ausgezeichnetes Gebiet fürs Forellenfischen, doch für Anfänger gibt es am Einstieg zum Valle de Cocora auch eine kleine Zuchtfarm, aus der man die Salmoniden frisch aus einem kleinen Teich fangen kann.

In der Nähe des Ortes gibt es auch einige Kaffeeplantagen, auf denen man lehrreiche Führungen rund um das Gebräu machen und auch abgepackten Kaffee mit nach Hause nehmen kann – frischer und natürlicher als hier bekommt man ihn in Kolumbien nicht. Wer abends nach Unterhaltung sucht, findet bestimmt ein paar Mitstreiter für eine Partie Tejo, bei der es darum geht, mit einem Wurfstein mit Schießpulver gefüllte Beutelchen zur Explosion zu bringen – ein sowohl lautes als auch sehr trinkstarkes abendliches Vergnügen, und neben dem Fußball Kolumbiens Nationalsport.

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Man kann (wahrscheinlich) nicht alles sehen

Eines möchte ich Ihnen vor Ihrer Reise nach Kolumbien auf jeden Fall mit auf den Weg geben: das Land ist mehr als dreimal so groß wie Deutschland, weshalb es mehr oder weniger unmöglich ist, bei einem Besuch alles zu sehen – zumal es in Kolumbien noch unzählige weitere Highlights gibt, die ich selbst auch noch nicht besuchen konnte. Wer also nicht gerade eine mehrmonatige Backpacker-Reise plant, wird sich also auf jeden Fall seine ganz persönlichen Höhepunkte zusammenstellen müssen.

Bedenken um seine Sicherheit muss man bei einer Reise nach Kolumbien schon längst nicht mehr haben, und so möchte ich den Artikel mit einem Slogan schließen, den das kolumbianische Tourismusministerium verwendet, und dem ich nur beipflichten kann: „Kolumbien – Die einzige Gefahr ist, dass Sie bleiben werden wollen.“

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