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Sicherheit, Wetter, Impfungen

Das müssen Sie vor einer Reise nach Kolumbien wissen

Der Strand von Cabo San Juan del Guia in der Nähe von Santa Marta
Paradiesisch: der Strand von Cabo San Juan del Guia in der Nähe von Santa MartaFoto: Getty Images

TRAVELBOOK verrät, was Urlauber vor einer Kolumbien-Reise wissen müssen: über Einreise, Sicherheit, Wetter, Impfungen, Transport, Geld und Backpacking.

Ja, Kolumbien ist eine Reise wert. Doch was ist mit den Schattenseiten und den Tausenden Toten im Zuge von Drogen- und Guerillakriegen? Ist Kolumbien überhaupt sicher? TRAVELBOOK beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das südamerikanische Land.

Wie ist die Sicherheitslage im Land?

Wer die Reisehinweise des Auswärtigen Amts (AA) zu Kolumbien studiert, wird erst einmal alles andere als ermutigt sein: Es wird gewarnt vor der Kriminalität in den Großstädten wie auch auf dem Land, vor Überfällen durch immer noch nicht befriedete Rebellengruppen und sogar vor Landminen, die im Zuge des jahrzehntelangen Bürgerkriegs immer noch an vielen Orten vergraben liegen. Zudem zeigt jetzt leider auch der Anschlag in Bogotá, dass Konflikte jederzeit und ohne Vorwarnung wieder aufflammen können. Auch Reisesicherheits-Experte und Buch-Autor Sven Leidel („Handbuch Reisesicherheit“) warnt auf TRAVELBOOK-Nachfrage eindringlich: „Die Gesamtbewertung aller Bedrohungen in Kolumbien würde ich derzeit als hoch einstufen. Kriminalität, Entführung, Drogenhandel, Erpressung und Rebellentätigkeit sind die größten Sicherheitsbedenken in Kolumbien nach meiner Einschätzung.“ Ganz wichtig: „Reisende sollten die venezolanische Grenze so weit wie möglich aus Sicherheitsgründen meiden“, rät Leidel. Im ganzen Land sei Straßenkriminalität das Sicherheitsproblem, das die Urlauber in Kolumbien am ehesten betreffe. „Obwohl Gewaltverbrechen auch ein bedeutendes Sicherheitsproblem ist, das die Besucher in der Vergangenheit betroffen hat“, sagt Leidel.

Fakt ist: Man sollte in Kolumbien definitiv auf sich aufpassen. Wer mit gesundem Menschenverstand, Respekt und Umsicht nach Kolumbien reist, der kann dort aber eine großartige Zeit erleben. Es gibt auch gute Nachrichten: Die Rebellengruppe FARC, die jahrzehntelang für Gewalttaten und auch Entführungen von Touristen berüchtigt war, hat mittlerweile ein Friedensabkommen unterzeichnet und ist komplett entwaffnet. Außerdem haben die Kolumbianer gemerkt, dass der Tourismus eine große Einnahmequelle ist, weswegen vielen Einheimischen daran gelegen ist, dass sich Besucher so sicher und wohl wie möglich fühlen.

Wie reise ich am besten innerhalb von Kolumbien?

Eine Infrastruktur wie in Deutschland darf man in dem flächenmäßig gut dreimal so großen Kolumbien nicht erwarten. So gibt es beispielsweise keine überregionalen Eisenbahnstrecken, sondern vor allem Fernbusse, die Orte in Kolumbien miteinander verbinden. Aufgrund von teilweise riesigen Distanzen und sehr langen Fahrzeiten kann das zur Nervenprobe werden, zumal für den Zustand der Straßen gerade in abgelegeneren Regionen niemand verantwortlich zu sein scheint. Eine Alternative für Touristen ist die Fluglinie VivaColombia, Kolumbiens Billigflieger mit für deutsche Verhältnisse teilweise wirklich aberwitzig niedrigen Preisen. Die Maschinen sind in tadellosem Zustand, nur die Buchung kann wegen der oft schlecht funktionierenden Webseite nervig sein. VivaColombia fliegt zu vielen Inlandszielen und sogar nach Panama und in die USA.

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Einmal an einem Ort angekommen, sind die lokalen Busse oder in Metropolen wie Bogotá und Medellín auch die Bahn ein gutes und sicheres Verkehrsmittel; in Städten wie Medellín und Manizales gibt es außerdem Gondeln, die Einheimische und Besucher zum Ziel bringen. In ländlicheren Regionen kommen Reisende mitunter auch in den Genuss der Benutzung von Motochivas („Motorziegen“) – bunte Tuk Tuks, die jeden für sehr kleines Geld auch dorthin bringen, wo die Reisebusse voller Touristen nicht hinfahren. Mutige Touristen nehmen nicht selten auch einfach auf dem Rücksitz eines Motorrads Platz. Doch Vorsicht: Man sollte unbedingt auf einen Helm bestehen!

Kolumbien
Mit den kleinen Motochivas kommt man günstig überall hinFoto: Getty Images

Wie ist das Wetter in Kolumbien?

Generell gibt’s in Kolumbien bei höherer Luftfeuchtigkeit auch höhere Temperaturen – und das ganzjährig. Von April bis Mitte Juni und im Oktober und November ist in Kolumbien Regenzeit. Dann kann es zu Starkregen und in diesem Zuge sogar zu Erdrutschen und Überschwemmungen kommen. Zudem ist laut AA an der Karibikküste im Norden des Landes von Juni bis Dezember Wirbelsturmsaison.

Zu beachten ist, dass das Land verschiedene Klimazonen hat. So ist es in Bogotá (liegt auf rund 2600 Metern Höhe) durchschnittlich deutlich kälter als zum Beispiel in Medellín, das auf knapp 1500 Metern in einem Tal liegt und auch die „Stadt des Ewigen Frühlings“ genannt wird. Der Westteil des Landes in der Nähe der durch Kolumbien verlaufenden Anden wird zudem immer mal wieder von Erdbeben heimgesucht. Sonnenanbeter kommen aber in Kolumbien voll auf ihre Kosten, denn laut der Seite „Länderdaten“ gibt es hier aufs Jahr gerechnet durchschnittlich mindestens fünf Sonnenstunden pro Tag, die Wassertemperatur liegt bei 28 Grad.

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Kolumbien
Das Valle de Cocora in der Nähe von Salento. Dort wachsen die bis zu 60 Meter hohen Wachspalmen, Kolumbiens Nationalbaum.

Muss ich mich vor der Reise impfen lassen?

Laut dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin bestehen für Kolumbien keinerlei Impfvorschriften – empfohlen werden von der Seite aber Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, außerdem gegen Grippe und Hepatitis A. Generell wird auch ein Gelbfieber-Schutz angeraten, dieser sei jedoch in weiten Teilen des Landes nicht erforderlich, auch nicht in Höhenlagen über 2300 Meter. Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B, Meningitis, Tollwut und Herpes Zoster seien ebenfalls zu erwägen, sowie in unter 1600 Meter Höhe gelegenen Städten und Regionen ein Malaria-Schutz. Um wirksam zu sein, sollten jegliche Maßnahmen spätestens vier Wochen vor der Reise getroffen werden. Mit in die Reiseapotheke sollten „Mittel gegen Insektenstiche, Fieber und Schmerzen, Durchfall, Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial sowie Sonnenschutzmittel“.

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Wie viel Geld muss ich für die Reise einplanen?

Das Erfreuliche an einer Kolumbienreise ist, dass man großes Abenteuer für vergleichsweise kleines Geld bekommt. Bereits für etwa 10 Euro pro Nacht kann man in einem Hostel schlafen, ein typisches Gericht wie der sättigende und leckere Eintopf Sancocho ist selbst in touristisch stark frequentierten Gegenden wie Cartagena schon für etwa zwei Euro erhältlich. Reisen mit der schon erwähnten Fluggesellschaft VivaColombia fangen je nach Buchungszeitraum und Nachfrage One-Way bereits ab etwa 20 Euro an, ein Busticket für eine Fahrt von einer Stadt in die andere bei etwa 4 Euro – nach oben hin ist die Skala je nach Ansprüchen an den Komfort natürlich offen.

Die Webseite „Precios Mundi“ listet diverse durchschnittliche Preise auf; von denen im Supermarkt über den Kleidungskauf bis hin zu den Kosten für einen Restaurantbesuch – diese stimmen im Großen und Ganzen mit den tatsächlichen Preisen in Kolumbien überein. Natürlich können die Kosten je nach Region und Stadt sehr variieren. Vergleichen lohnt sich bei Angeboten für Freizeitaktivitäten und/oder Attraktionen, hier lässt sich sehr viel Geld sparen! Angenehm: Kleine, lokale Agenturen sind oft deutlich günstiger als ihre größere internationale Konkurrenz, zudem ist es im Zweifel auch besser, Erstere zu unterstützen. Wenn Sie Geld wechseln möchten, erledigen Sie das auf keinen Fall am Flughafen oder an Busbahnhöfen! Hier sind die Wechselkurse für gewöhnlich wesentlich schlechter als in den Innenstädten.

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Kolumbien
Die Seenlandschaft von Guatapé in der Nähe von MedellínFoto: Getty Images

Was für Dokumente benötige ich?

Für deutsche Touristen und eine Reise von bis zu 90 Tagen genügt der Reisepass. Bei Einreise erhalten Sie einen Stempel mit der genehmigten Dauer Ihres Aufenthaltes. Ein Visum ist für deutsche Staatsbürger nicht notwendig. Wichtig ist, sich an der Grenze zu anderen südamerikanischen Ländern auf jeden Fall die Ein- bzw. Ausreise bestätigen zu lassen, denn auch in Kolumbien mahlen die Mühlen der Bürokratie so langsam wie unnachgiebig. Ein fehlender Stempel im Pass kann laut Auswärtigem Amt zu Problemen bei der Ausreise führen. Wichtig für Backpacker: Wer über Brasilien einreist, müsse aktuell auch eine Gelbfieberimpfung nachweisen können. Reisende, die nach Ablauf der 90 Tage noch länger im Land bleiben möchten, müssen das vorab und kostenpflichtig bei der Immigrationsbehörde Migración Colombia anmelden.

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Kann man in Kolumbien problemlos backpacken?

Gerade für Rucksackreisende ist das Land wegen seiner zahllosen Hostels und der niedrigen Preise ein Traum. Zudem sind die meisten öffentlichen Verkehrsmittel wie auch die Reisebusse sicher und Letztere mit einem Komfort ausgestattet, von dem deutsche Anbieter nur träumen können. Ist man mit der nötigen Vorsicht, Umsicht und Rücksicht unterwegs, kann man in Kolumbien auch als Frau und alleine problemlos reisen. Die Einheimischen sind in der Regel sehr freundlich und hilfsbereit, besonders, wenn man vor der Reise zumindest ein paar Anstandsbrocken Spanisch gelernt hat – dies ist im Übrigen fast unabdingbar, denn gerade in ländlichen Regionen sprechen die Menschen kein Englisch, ganz zu schweigen von anderen Sprachen.

Was die Suche nach einem Hostel angeht: In belebten Orten findet man meist auch spontan noch Plätze, sodass man nicht zwingend über große Portale buchen muss.

Ausflüge zu beliebten Zielen buchen Sie am besten lokal, denn zum einen helfen Sie damit direkt den Menschen vor Ort, und zum anderen kennen sich diese natürlich auch besser aus, was Ihnen wiederum zu einem authentischeren Erlebnis verhilft.

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Kolumbien
Medellín ist eine der interessantesten Städte in KolumbienFoto: Getty Images

Welche Dinge sollte ich in Kolumbien als Tourist besser vermeiden?

Die Regeln der Vernunft schreiben auch hier einige Dinge vor, die genauso überall auf der Welt gelten: Gehen Sie nicht mit Fremden mit und meiden Sie vor allem in Großstädten einsame Gegenden, in denen Sie auf den ersten Blick als Tourist erkennbar sind. Vorsicht ist teilweise auch bei Taxis geboten, hier sollte man zum Beispiel bei der Fahrt vom/zum Flughafen nur auf registrierte Unternehmen zurückgreifen. Als Tourist bzw. generell sollte man es auch vermeiden, ein Fußballtrikot irgendeines Vereins außer der kolumbianischen Nationalmannschaft zu tragen, weil dies immer und auch unerwartet zu Animositäten führen könnte. Genauso sollte man keinesfalls despektierlich über die (katholische) Kirche reden oder es in Einrichtungen der Kirche an respektvollem Verhalten mangeln lassen. Viele Kolumbianer sind strenggläubig und würden das als Beleidigung auffassen. Wenn Sie zu einer Partie Tejo – ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem kleine Beutel mit Schwarzpulver getroffen werden müssen – aufgefordert werden, trinken Sie dabei nicht zu viel, denn bei diesem explosiven Spiel kommt es immer wieder zu Unfällen mit Menschen unter Alkoholeinfluss.

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