Ziele, Tipps, Sicherheit

Die wichtigsten Infos für eine Reise nach Myanmar

Tempel mit Gold in Bagan in Myanmar
Myanmar ist vor allem für die Königsstadt Bagan bekannt. Rund 6000 Pagoden und Stupas wurden hier zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert gebaut – etwa ein Drittel kann man besichtigen. Das südostasiatische Land bietet jedoch noch viel mehr.
Foto: Martin Lewicki

Wer nach Südostasien reisen möchte, wählt meist eines der typischen Ziele: Neben Vietnam zählt dazu vor allem Thailand. Myanmar dagegen haben immer noch wenige Touristen auf dem Schirm. TRAVELBOOK-Autor Martin Lewicki war dort und beschreibt, wie er das Land erlebt hat.

Eingebettet zwischen China, Laos, Thailand und Bangladesch genießt Myanmar gewissermaßen einen Exotenstatus. Denn erst vor einem Jahrzehnt hat sich der ehemalige Militärstaat für den Tourismus geöffnet. Als Besucher ist man zwar überrascht von der Vielfalt des 53-Millionen-Landes und der Herzlichkeit der Bewohner, das darf aber nicht über die politischen Probleme und den Umgang mit ethnischen Minderheiten hinwegtäuschen.

Inhaltsverzeichnis

Bagan – 2000 Tempel, Pagoden und Stupas

Es ist 5:30 Uhr morgens. Raus aus dem Bett, denn gleich beginnt die Jagd nach dem perfekten Sonnenaufgang. Wer Bagan, das Freiluftmuseum von Myanmar mit seinen 2000 Tempeln, Pagoden und Stupas besucht, der möchte ein Postkartenmotiv mit nach Hause nehmen – oder es auf Instagram posten. Und das funktioniert wie folgt: Man verlässt spätestens eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang seine Unterkunft, mietet sich einen Elektro-Scooter – findet man an jeder Ecke in Bagan – und düst damit umweltfreundlich zu einem der unzähligen Aussichtspunkte. Tipps holt man sich im Hotel, Hostel oder Internet. Spätestens nach ein paar Tagen möchte man jedoch seinen eigenen geheimen Hotspot finden.

Tempel in Bagan in Myanmar

Bagan – immer wieder schön und anders
Foto: Martin Lewicki

Heißluftballons und Tempel – das ideale Instagram-Motiv

Dort angekommen sucht man sich die optimale Stelle für ein Foto aus und wartet in Lauerstellung. Erst steigen die Touristen-Heißluftballons auf (der kurzweilige Spaß kostet 250 bis 300 Euro pro Person) und nach ein paar Minuten erstrahlt die Sonne über den Tempeln. Diese Melange ergibt ein ideales Instagram-Motiv. Die Qualität der Bilder ist allerdings von der Jahreszeit abhängig.

Sonnenaufgang in Bagan mit Heißluftballons

In Bagan versucht jeder, den perfekten Sonnenaufgang zu erwischen – am besten mit Heißluftballons
Foto: Martin Lewicki

Zwischen März und April ist in Myanmar (und anderen südostasiatischen Staaten) die sogenannte Burning Season. Die Einheimischen verbrennen nicht nur ihren Unrat überall, sondern setzen auch kontrollierte Feuer auf Feldern und in Wäldern, um die Böden von eingewachsenen Resten zu befreien und so auf die nächste Anbausaison vorzubereiten.

Hohe Luftverschmutzung in der Burning Season

Der ungünstige Nebeneffekt der Burning Season: wochenlange Luftverschmutzung in Form einer Dunstwolke, die über dem ganzen Land liegt. Darunter leidet auch die Weitsicht, womit Fotos nur mit diffusen Landschaften im Hintergrund gelingen. Zudem sorgt die Trockenperiode im ersten Drittel des Jahres für staubtrockene Luft und Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Während dieser heißen Jahreszeit ist man in Bagan morgens bis höchstens 11 Uhr und nachmittags wieder ab 16 Uhr unterwegs. Tagsüber chillt man meistens in seiner klimatisierten Unterkunft oder gemütlich am Pool – eine empfehlenswerte Ausstattungsoption.

Für Bagan braucht man mehrere Tage

Abends geht die Jagd nach dem perfekten Foto weiter, diesmal in Verbindung mit einem Sonnenuntergang und ohne Heißluftballons. Man braucht tatsächlich mehrere Tage, um sich an den faszinierenden Bauten sattzusehen. Sie zeugen von der großen Zeit der ehemaligen Königsstadt, die zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert nach Christus ihre Blütezeit erlebte. In dieser Periode entstanden rund 6000 buddhistische Pagoden (begehbar) und Stupas (nicht begehbar), von denen ein Drittel noch erhalten ist und zum Teil restauriert wurde. Seit Mitte 2019 zählt Bagan nun zum Weltkulturerbe der Unesco.

Tempelanlagen in Bagan

An den 2000 Pagoden und Stupas kann man sich in Bagan kaum stattsehen
Foto: Martin Lewicki

Trekking-Tour von Kalaw zum Inle-See

Etwa sechs Autostunden von Bagan entfernt befindet sich Kalaw. Von hier aus lernt man auf einer dreitägigen Trekking-Tour zum Inle-See den Shan-Staat kennen. Es geht über Berge und Täler an Flüssen und Feldern vorbei, hin zu kleinen Dörfern, in denen man bei Einheimischen übernachtet. Die Ausblicke und Sonnenuntergänge über den Bergen sind spektakulär.

Trekking-Tour von Kalaw zum Inle-See: Sonnenuntergang

Sonnenuntergänge wie aus dem Bilderbuch
Foto: Martin Lewicki

Hinzu kommt das hervorragende Essen auf der Tour. Eine Spezialität sind die Shan-Nudeln. Diese Reisnudeln gibt es als klebrige Sticky- oder Non-Sticky-Variante und das als warmen Salat oder als Suppe. Allein um die verschiedenen Geschmacksvarianten auszuprobieren braucht man Tage. Gut, dass sie landesweit angeboten werden, auch wenn sie hier natürlich besonders schmackhaft sind. Weitere Köstlichkeiten sind der Tea-Leaf-Salat aus fermentierten Teeblättern, Knoblauch, knackig gerösteten Erbsen und Nüssen sowie der Avocado- und Tomatensalat – beide simpel, aber ungemein lecker gewürzt.

Die leckeren Shan-Nudeln hier als Non-Sticky-Variante

Die leckeren Shan-Nudeln hier als Non-Sticky-Variante
Foto: Martin Lewicki

Die Strecke zum Inle-See ist selbst von Unerfahrenen zu meistern, sofern man nicht in der Monsun-Zeit unterwegs ist. Zudem braucht man nicht viel Gepäck mit sich herumschleppen, denn die Tour-Veranstalter transportieren den Großteil von Kalaw zum Inle-See und dort zur gewünschten Unterkunft. So reicht ein kleiner Rucksack mit dem Nötigsten.

In Kalaw gib es unzählige Trekking-Anbieter. Die guten erkennt man meistens daran, dass sie auch Alternativ-Routen abseits der populären Strecke anbieten. Und dass sie nicht nur große Gruppen von mehr als acht Personen führen, sondern auch individuell betreuen können, so wie beispielsweise der „Ever Smile Trekking Service“.

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Trekking-Tour von Kalaw zum Inle-See

Wer Glück mit seiner Reisegruppe hat, bekommt sogar Live-Musik
Foto: Martin Lewicki

Besser nicht ohne Bergführer wandern

Die Standardpreise bei den meisten Anbietern für eine geführte Tour von Kalaw zum Inle-See liegen bei 30.000 Kyat (rund 20 Euro) für zwei Tage und eine Übernachtung inklusive aller Mahlzeiten (Getränke exklusive), 40.000 Kyat (rund 26 Euro) für drei Tage, zwei Übernachtungen inklusive aller Mahlzeiten (Getränke exklusive). Und wer beispielsweise nur zu zweit geführt werden möchte, zahlt 60.000 Kyat (rund 39 Euro) pro Person für den exklusiven Service.

Obwohl die Strecke für erfahrene Wanderer nicht anspruchsvoll ist, sollte man es sich gut überlegen, ob man alleine ohne einen Bergführer aufbrechen möchte. Denn selbst in der meist zuverlässigen Offline-Karten-App „Maps.Me“ sind viele der Wanderwege nicht eingezeichnet. Die Kommunikation in den Dörfern ist schwierig, da dort kaum Englisch gesprochen wird. Und Stromversorgung ist nicht immer vorhanden. Tagsüber laden die Einheimischen über Solarzellen einen großen Akku im Haushalt auf, um abends und nachts davon zu zehren. Insofern ist es ratsam, eine Powerbank zum Aufladen des Smartphones mitzuführen.

Der Inle-See – schwimmende Dörfer und Einbein-Fischer

Nach drei Tagen Wanderung erreicht man schließlich das Südende des Inle-Sees. Er ist das zweigrößte Binnengewässer Myanmars und noch viel mehr als das. Speziell im Süden wurde ein eindrucksvolles Kanalsystem mit schwimmenden Dörfern errichtet. Auf dem Wasser befinden sich ganze Felder und Gärten, auf denen wie selbstverständlich Gemüse angebaut wird. Dazwischen gibt es Handwerksbetriebe, Unterkünfte, Tempel und sogar ein Kloster. Und mitten auf dem See balancieren ikonenhaft die Fischer auf ihren Booten. Sie stehen auf einem Bein, während sie mit dem anderen das Ruder bedienen und so beide Hände zum Fischen freihaben. So sieht hier Multitasking aus.

Fischer am Inle-See in Myanmar

Die Fischer mit ihrer besonderen Fischtechnik sind am Inle-See legendär
Foto: Martin Lewicki

Nyaung Shwe – perfekter Ausgangspunkt für Tagesausflüge

Zum Abschluss der Wanderung durchquert man das außergewöhnliche Gewässer gen Norden bis Nyaung Shwe. Hier befinden sich die meisten Unterkünfte. Obwohl der Ort selbst nicht zu den schönsten gehört, können von hier aus weitere Ausflüge unternommen werden. Zum Beispiel zum Pagoden-Komplex Mwe Taw Kakku (liegt etwas außerhalb, nördlich des Sees) oder zur Pagode Shwe Inn Dein im südlichen Teil. Wer sich zu diesem Zeitpunkt der Reise an Tempel-Anlagen sattgesehen hat, der kann stattdessen ein Glas Wein zu sich nehmen und die Aussicht auf den See genießen. Das geht am besten in einem der Weingüter der Region, z. B. im Red Mountain Estate, das man bequem mit einem Leihfahrrad von Nyaung Shwe in knapp einer halben Stunde erreicht. Auch eine erholsame Massage in einem der vielen Studios ist nach der Wanderung eine Wohltat.

In Ngapali Beach bleibt man gerne „hängen“

Myanmar ist aber nicht nur was für Kulturreisende und Aktivurlauber, sondern auch für Strandliebhaber. Besonders beliebt ist der Ngapali Beach an der Westküste des Landes. Der Ort ist per Bus oder Flugzeug erreichbar und strahlt, obwohl touristisch ausgerichtet, eine idyllische Atmosphäre ohne große Hotelburgen aus. Überraschend sind das kristallklare Wasser und die sauberen Strände. Die Hotelanlagen wirken geschmackvoll und verteilen sich entlang der Küste. Die günstigen Schnorchelausflüge zu den benachbarten Inseln sind zwar eine nette Abwechslung, spektakuläre Riffe gibt es aber nicht zu sehen.

Empfehlenswert ist es, mit einem Fahrrad oder Mofa die Küste Richtung Norden zu erkunden. Das geht sehr einfach, indem man lediglich der Hauptstraße folgt. Ein Highlight auf der Strecke ist der kleine Flughafen, dessen Landebahn wenige Meter vom Meer entfernt beginnt. Wer Glück hat, erlebt den Landeanflug eines Flugzeugs direkt über dem eigenen Kopf.

Auf jeden Fall sollte man noch ein wenig weiter nördlich fahren, denn dort verbergen sich richtige Strandperlen. Ein Geheimtipp ist das kleine Familien-Restaurant Silver Wave. Da es kein Hinweisschild an der Straße gibt, sollte man es sich vorher in seiner Karten-App markieren.

Dort bekommt man nicht nur fantastisches Seafood zu günstigen Preisen – zum Beispiel einen frisch gegrillten ganzen Red Snapper für umgerechnet fünf Euro –, sondern auch einen menschenleeren Traumstrand serviert. Tatsächlich bleiben viele Besucher in Ngapali länger „hängen“ als geplant, denn die entspannte Atmosphäre, das tolle Essen und der Strandflair sind einfach zu verlockend.

Strandabschnitt nördlich des Ngapali Beach

Nördlich des Ngapali Beach liegt dieses Paradies
Foto: Martin Lewicki

Yangon – ein guter Start- und Endpunkt

Zum Strand von Ngapali kommt man am besten von Yangon aus, so die offizielle Bezeichnung von Rangun. Die ehemalige Hauptstadt und Millionen-Metropole ist ein guter Start- und Endpunkt für eine Reise durch Myanmar. Yangon selbst hat etliche besondere Attraktionen zu bieten. Die wichtigste ist sicherlich die Shwedagon-Pagode. Sie ist ein Muss, unabhängig davon, wie viele buddhistische Tempelanlagen man gesehen hat oder sehen wird. Es ist eine faszinierende Traumwelt aus zig Tonnen Gold und Marmor, die trotz des Prunks und vieler Besucher eine besinnliche Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Shwedagon-Pagode in Yangon

Shwedagon-Pagode – in Yangon liegt die eindrucksvollste Tempelanlage des Landes
Foto: Martin Lewicki

Abends erwacht Yangons China Town zum Leben. Vor allen in der 19th Street, aber auch in den benachbarten Straßen tobt unter bunten Laternen das Leben. Dabei sollte man ruhig etwas Mut beweisen und bei den vielen Street-Food-Ständen zugreifen. Das Essen in Myanmar ist sehr vielseitig und würzig. Knoblauch, Zwiebeln und Schärfe gehören fast immer dazu. Empfindliche Mägen sollten aber bei Fleischgerichten und leicht verderblichen Speisen aufpassen.

Der Circular Train von Yangon

Ein weiteres Highlight Yangons ist die sogenannte Circular Train. Dabei umrundet man ganz gemütlich in drei Stunden die gesamte Stadt und passiert etliche Randbezirke. Währenddessen erlebt man ein kleines Spektakel, das die vielen Verkäufer in den Waggons veranstalten. Sie laufen  laut werbend den Zug auf und ab mit Früchten, Süßigkeiten, kleinen Snacks und sonstigen Waren, die sie im Schlepptau haben. Am eindrucksvollsten sind die Verkäuferinnen, die unter staunenden Blicken ihrer Kunden im Handumdrehen einen frischen Tofu-Salat aus diversen Zutaten zaubern.

Verkäuferin im Circular Train

Die Verkäufer*innen im Circular Train sind ein Erlebnis
Foto: Martin Lewicki

Yangons verlassener Vergnügungspark

Selbst Fans von Lost Places werden in Yangon fündig: Direkt am Südende des Stadtzoos liegt nämlich ein verlassener Vergnügungspark.

Karussell im verlassenen Vergnügungspark in Yangon

Am Südende des Stadtzoos von Yangon liegt ein verlassener Vergnügungspark
Foto: Martin Lewicki

Der Besuch ist zwar nicht ganz legal, aber angrenzende Bewohner verdienen sich gerne etwas dazu, indem sie Touristen für 1000 Kyat (etwa 70 Cent) den Weg durch den Zaun weisen. Dafür bekommt man eine bizarre Welt zu sehen, die sich auch hervorragend als Kulisse für einen Horrorfilm eignet – oder für einen Instagram-Post.

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Verlassener Vergnügungspark von Yangon

Offiziell darf man den Lost Place nicht betreten
Foto: Martin Lewicki

Myanmar ist noch lange keine Demokratie

Unter Reisenden genießt Myanmar in Asien den Exotenstatus. Es ist kein Touristenmagnet wie Thailand oder Vietnam, sondern eher ein Geheimtipp für Entdecker und Abenteurer. Dafür gibt es viele Gründe.

Erst ab etwa 2011 hat sich das Land dem internationalen Tourismus geöffnet. Vorher stand es Jahrzehnte unter einer Militärherrschaft. Das Volk wurde mit starker Hand regiert und wirtschaftlich in den Ruin getrieben. Ende der 1980er-Jahre beschloss das Militär Birma (Englisch Burma) in Myanmar umzutaufen – das Volk hatte dabei kein Mitspracherecht. Auch Städte wie Yangon (ehemals Rangun) sowie viele Straßennamen wurden umbenannt. Damit wollte man die Kolonialzeit der Briten vergessen machen. Doch einige Länder wie die USA weigern sich bis heute, diese undemokratische Umtaufe anzuerkennen und so ist im Englischen immer noch die Landesbezeichnung Burma üblich.

Obwohl es seit zehn Jahren eine parlamentarische Regierung in Myanmar gibt, hat das Militär immer noch einen sehr großen Einfluss. Denn bislang garantiert die Verfassung dem Militär ein Viertel der Parlamentssitze. Es gibt jedoch Bestrebungen für eine Verfassungsreform, die das Land einer vollständigen Demokratie näher bringen würde. Dennoch: Nach wie vor sind Menschen- und Freiheitsrechte in Myanmar eingeschränkt. So liegt das Land in der von „Reporter ohne Grenzen“ erstellten Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 138 von 180. Im Demokratieindex von „The Economist“ belegt Myanmar Rang 122 von 167 Staaten.

Die Vertreibung der Rohingya

Ein weiterer Brocken auf dem Weg zu einer Demokratie ist die extrem hohe ethnische Vielfalt des Landes. Es werden acht große Ethnien sowie mehr als 130 kleinere Volksgruppen gezählt. Die wenigsten von ihnen, wie beispielsweise die Shan, haben Anspruch auf ihre eigene Verwaltungseinheit, von denen es fünfzehn in Myanmar gibt. Massenvertreibungen und Zwangsumsiedlungen gehören leider zu der jüngeren Geschichte des Landes. Einige Volksgruppen werden zudem von der Regierung Myanmars nicht anerkannt. Sie sind staatenlos und haben keinerlei Rechte. Eine dieser Ethnien ist die muslimische Minderheit der Rohingya.

Der jahrelange Konflikt zwischen den Rohingya und Myanmars Militär eskalierte im August 2017 nach einem Angriff der militanten Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) auf birmanische Ziele. Als unverhältnismäßige Gegenreaktion erfolgte eine systematische Vertreibung der Minderheit, die von den Vereinten Nationen als Verletzung der Menschenrechte und ethnische Säuberung eingestuft wurde. Die meisten Rohingya flüchteten daraufhin ins benachbarte Bangladesch. 700.000 von ihnen sitzen dort immer noch in Flüchtlingslagern fest, ihre Zukunft ist ungewiss.

Tourismus kann dem Land bei der Demokratisierung helfen

Aufgrund der vielen Ethnien ist Myanmar politisch sehr gespalten, dabei korrupt und steht immer noch unter hohem militärischen Einfluss. Als Besucher bekommt man davon wenig mit. Bewegt man sich auf den üblichen Touristenpfaden und in keiner Konfliktzone des Landes, fühlt man sich sogar sicher. Bleiben Besucher dem Land fern, schaden sie damit letztendlich nur den Unschuldigen. Denn darunter leiden die schon jetzt schwache Ökonomie und das Demokratiestreben des Volkes. Militante Gruppierungen können hingegen erstarken und Konflikte befeuern. Insofern wundert es nicht, wie sehr sich die Einheimischen über Besucher freuen und es mit ihrer Freundlichkeit danken.

Eine traditionelle Zeremonie, bevor junge Männer im buddhistischen Kloster zum Mönch werden

Eine traditionelle Zeremonie, bevor junge Männer im buddhistischen Kloster zum Mönch werden
Foto: Martin Lewicki

Sicherheit in Myanmar

Das Auswärtige Amt (AA) weist auf die angespannte politische Situation im Land explizit hin. Obgleich das AA das Risiko für Gewaltkriminalität als gering einstuft, könnten politisch motivierte Gewalttaten nicht ausgeschlossen werden. Zudem rät das Auswärtige Amt von Reisen in folgende Regionen dringend ab:

  • Teile der Staaten Kachin und Shan
  • Grenzregionen der Staaten Chin, Shan, Mon, Kayin (Ausnahme: Hauptstraße vom Grenzübergang Mae Sot (Thailand)/Myawaddy nach Hpa-An bzw. Mawlamyine) und Kayah und der Sagaing Region
  • nördlicher Teil des Rakhine State

Die beste Reisezeit für Myanmar

Entscheidend für einen gelungenen Myanmar-Besuch ist die richtige Jahreszeit. Wer einen strahlend-blauen Himmel, sattgrüne Landschaften und angenehme Temperaturen möchte, der sollte zwischen Oktober und Dezember das Land bereisen. Zu vermeiden sind die heiße Trockenphase von März bis Mai, in der auch die Burning Season liegt, sowie die Monsun-Zeit von Juni bis September. Wer Myanmar im letzten Quartal eines Kalenderjahres besucht, kommt in den vollen Genuss der pittoresken Landschaften.

Wie reist man am besten innerhalb des Landes?

Myanmar hat ein gut ausgebautes Bus-Netz. Busse gibt es in verschiedenen Komfort- und Preisklassen, wobei VIP die höchste Stufe ist und ein paar Euro mehr kostet als üblich. Bustickets kann man meistens in Hotels und Hostels buchen. Allerdings ist es schwierig, das gebuchte Transportunternehmen an großen Busstationen wie in Yangon zu finden. Doch Taxi-Fahrer kennen sich da meistens aus.

Statt Taxis zu nehmen ist es populär, in Myanmar über die Smartphone-App „Grab“ einen Fahrer zu buchen. Besonders für Touristen ist es praktisch, da man den Preis nicht wie üblich verhandeln muss, sondern den Betrag zahlt, der in der App vorgegeben ist.

Die Straßen in Myanmar sind schlecht und befinden sich oft im Bau. Selbst im bequemsten Bus kann es ungemütlich werden. Viele Reisende übergeben sich auf den kurvigen und holprigen Strecken. Man sollte deswegen ein Medikament gegen Übelkeit dabei haben.

Längere Busfahrten können zwölf bis 24 Stunden dauern – auch, weil Pannen nicht selten sind. Wer will, kann lange Strecken im Inland zu relativ günstigen Preisen fliegen.

Wie viel Geld sollte man in Myanmar mit sich führen?

Zur Sicherheit sollte man auf seiner Reise durch Myanmar rund 100 US-Dollar oder Euro in kleinen Scheinen mitführen, da ab und zu unerwartete Kosten entstehen können. Bei der Einfahrt nach Bagan muss man 25.000 Kyat (ca. 16 Euro) für fünf Tage Eintritt zahlen. Für den Besuch der Inle-See-Region werden 15.000 Kyat (ca. 10 Euro) fällig. Und für die Shwedagon-Pagode sind es 10.000 Kyat (ca. 6,60 Euro).

 

Worauf sollte man bei der Kleidung achten?

Vor allem beim Besuch der buddhistischen Tempel und Pagoden wird auf Kleiderordnung geachtet. Frauen und Männer müssen Beine und Oberkörper (bis zum Schulterbereich) bedecken. Kurze Hosen und Tank-Tops sind oft nicht erlaubt. Wer keine passende Kleidung dabei hat, bekommt oft Stofftücher zum Bedecken am Eingang ausgeliehen. Allein aus Respekt sollte man in Myanmar in der Öffentlichkeit nicht zu freizügig unterwegs sein und die Beine zumindest bis zu den Knien und den Oberkörper bis zu den Schultern bedecken.

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Brauche ich für Myanmar bestimmte Impfungen?

Wer nach Myanmar einreisen möchte, benötigt nicht zwingend eine bestimmte Impfung. Allerdings wird ein entsprechender Impfnachweis verlangt, wenn man aus einem Gelbfieber-Endemieland kommt. Des Weiteren sind für Myanmar einige Impfungen empfehlenswert – welche, das erfahren Sie hier:

Welche Impfungen brauche ich für Myanmar?

Das aktuelle Wetter in Rangun

 

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