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Risk Map

Die gefährlichsten (und sichersten) Länder und Städte 2026

Die Risk Map 2026 der Unternehmen Safeture und Riskline zeigt, wo es auf der Welt sicherer und wo es gefährlicher ist
Die Risk Map 2026 der Unternehmen Safeture und Riskline zeigt, wo es auf der Welt sicherer und wo es gefährlicher ist Foto: Safeture/ Riskline
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Anna Wengel
Freie Autorin

16. Dezember 2025, 6:27 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten

Die Sicherheitsexperten der Unternehmen Safeture und Riskline haben ihre aktuelle Risk Map veröffentlicht. Darauf zu sehen sind unter anderem die sichersten und unsichersten Länder der Welt, ebenso wie die Städte, die Reisende im kommenden Jahr besser meiden sollten. TRAVELBOOK stellt die Ergebnisse vor.

Wie sicher ist die Welt in diesen Tagen? Wo kann man guten Gefühls hinreisen, wo sollte man aufpassen und von welchen Ländern und Städten sollte man erst einmal die Finger lassen? Das Thema Sicherheit polarisiert weiterhin, besonders angesichts der Lage in Nahost, des russischen Angriffskriegs in der Ukraine (TRAVELBOOK berichtete), den desaströsen Zuständen im Sudan sowie etlichen weiteren Krisenherden weltweit. Hinzu kommen die teils verheerenden Auswirkungen des Klimawandels sowie Sicherheitsbedenken wie innenpolitische Lagen, Kriminalität und Co.

Um Reisenden (und allen anderen) einen Überblick über die Lage in der Welt zu geben, beschäftigt sich zum Beispiel das Institute for Economics and Peace jedes Jahr in seinem Global Peace Index mit der Lage des Friedens und der Sicherheit in der Welt (TRAVELBOOK berichtete). Verschiedene Unternehmen geben außerdem regelmäßig neue Risk Maps heraus, so etwa International SOS und A3M Global Monitoring GmbH.

Eine ähnliche Risikokarte geben alljährlich auch die verpartnerten Unternehmen Safeture und Riskline heraus. Diese Risk Map 2026 zeigt neben der Lage in den einzelnen Ländern auch, in welchen Städten es aktuell besonders sicher oder unsicher ist, wo die Gesundheitsrisiken hoch sind und welche Länder zuletzt großen Veränderungen hinsichtlich ihrer Sicherheit unterlagen.

Die Risk Map

Das schwedische Software-Unternehmen Safeture, das nach eigener Aussage eine „Plattform für das professionelle Management von Risiken zur Sicherheit auf Reisen“ bietet, hat die Risiko-Weltkarte entwickelt. Das geschah auf Basis von Daten des dänischen Unternehmens Riskline, das sich mit der Analyse von weltweiten Reiserisiken beschäftigt. Die Karte selbst ist in fünf farbliche Abstufungen unterteilt: Dunkelgrün (vernachlässigbares Risiko), Hellgrün (geringes Risiko), Gelb (mittleres Risiko), Orange (hohes Risiko) und Rot (kritisches Risiko). Zur Ermittlung des Risikograds eines Landes werden Faktoren wie Sicherheit, Kriminalität, Gesundheits- und Umweltrisiken sowie die medizinische Versorgung vor Ort herangezogen.

Welche Daten das sind, woher sie stammen und wie genau die sichersten und unsichersten Städte und Länder ermittelt werden, führt Safeture in seiner Mitteilung nicht auf. Bloß, dass es sich um mehr als 100.000 Datenquellen handeln soll, die bei Riskline von KI unterstützten professionellen Analysten verarbeitet werden, ist zu erfahren. Auf der Homepage von Riskline war im vergangenen Jahr ein bisschen mehr zu lesen: „Wir verwenden eine proprietäre Technologie, die Open Source Intelligence (OSINT) für Reisen kontinuierlich überwacht.“ Demnach überprüfen und verifizieren die Analysten täglich Informationen aus Quellen wie lokalen und sozialen Medien, Regierungshinweisen, Strafverfolgungsbehörden, Rettungsdiensten, Sicherheitskräften und Katastrophenhilfen.

Nachgefragt bei Riskline

Wie genau die Listen der sichersten und unsichersten Länder und Städte entstanden sind, bleibt dennoch fraglich. TRAVELBOOK hat bei Riskline und Safeture nachgefragt. Nikita Billier, Security and Political Risk Analyst bei Riskline, erklärt: „Bei der Erstellung der Sicherheitsbewertung für ein bestimmtes Land wenden wir eine strukturierte Risikostufenmethodik an, die auf international anerkannten Risikomanagementpraktiken basiert.“ Dabei bewerte jeder Bericht fünf Risikostufen zwischen niedrig und extrem, die potenzielle wie tatsächliche Auswirkungen einer Bedrohung widerspiegelten, ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, dass sie überhaupt eintrete. Berücksichtigt würden dabei „die Folgen für Reisen, die Sicherheit von Personen und in geringerem Maße auch für Vermögenswerte“. Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses werde dahingehend bewertet, wie sicher oder unwahrscheinlich sein Eintreten ist. Billier sagt: „Die endgültige Risikostufe ergibt sich aus dem Schnittpunkt von Auswirkungen und Wahrscheinlichkeit (…)“. Diese Methodik werde in den Länderberichten in mehreren Bereichen angewendet, darunter Politik, Konflikte, Terrorismus, Unruhen, Kriminalität, Naturgefahren, Gesundheitsrisiken sowie lokale Reisebedingungen.

Die Nachfragen seitens TRAVELBOOK an Safeture blieben bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Risk Map 2026
Die einzelnen Farben zeigen die Risikolage vor Ort Foto: Safeture/ Riskline

Die Lage in der Welt

„Die Welt ist leider nicht sicherer geworden“, wird Marcel Brandt, Chief Sales Officer von Safeture, in einer Mitteilung zur Risk Map 2026 zitiert. Im Gegenteil, vielerorts kämen neue Reiserisiken dazu, Gefahrenlagen änderten sich schnell. Laut Safeture sind „bewaffnete Konflikte nach wie vor der Hauptgrund für Reiserisiken.“ Neben Kampfhandlungen sind es oftmals zivile Unruhen, hohe Kriminalitätsraten, schwache Regierungen sowie Grenzkonflikte, die die unsichersten Länder der Welt prägen. Zu diesen zählen nach wie vor Afghanistan, Myanmar und Pakistan, ebenso wie die sich weiterhin mit Russland im Krieg befindende Ukraine sowie weitere afrikanische, süd- und mittelamerikanische Staaten.

Die 10 unsichersten Länder der Welt*

  • Afghanistan
  • Ecuador
  • Haiti
  • Myanmar
  • Pakistan
  • Somalia
  • Südsudan
  • Sudan
  • Ukraine
  • Venezuela

* Laut Safeture ist die Reihenfolge der Länder kein Ranking, sondern eine alphabetisch geordnete Übersicht.

Wie schnell sich die Lage ändern kann, zeigt die Liste der Länder, in denen die verpartnerten Unternehmen die größten Risiko-Veränderungen festgestellt haben. So schwankt laut Safeture angesichts des Gaza-Krieges etwa die „Zuordnung von Israel, Libanon, dem Iran sowie Westjordanland und dem Gazastreifen“. Der Krieg hat laut Riskline im Juni zunächst einen „extremen Höchststand“ erreicht, seit den Waffenstillständen habe sich die Lage zumindest zu einem „hohen Risiko“ gebessert.

Auf Martinique ermittelten die Unternehmen während der Proteste ein mittleres Risiko, anschließend habe sich dort die Lage stabilisiert. Auch in Neukaledonien habe sich eine Verbesserung eingestellt, nachdem die Unruhen beendet waren. Dahingegen sei das Risiko auf den Turks- und Caicosinseln angesichts der Kriminalität gestiegen. Und in Mali, Nepal und Mosambik sei das Risiko durch dschihadistische Angriffe, Proteste der Generation Z und Unruhen nach den Wahlen jeweils gestiegen, während sich die Lage in Kongo-Brazzaville und Bangladesch stabilisierte.

Risiko für die Gesundheit und schwer zu bereisen

Neben der allgemeinen Gefahrenlage und der größten Risiko-Veränderung unterteilt die Risk Map zusätzlich in die Kategorien „Kritisch in medizinischer Versorgung“ und „Schwer zu bereisen“. So seien etwa die Gesundheitssysteme in vielen Hochrisikoländern nach wie vor fragil, schreibt Safeture und nennt Afghanistan als Beispiel. Dem Land werde „aufgrund fehlender grundlegender Infrastruktur und begrenzter internationaler Unterstützung ein sehr hohes medizinisches Risiko attestiert.“ Erhebliche Gesundheitsrisiken sieht das Unternehmen darüber hinaus in Papua-Neuguinea, in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan, in Syrien, im Jemen, in Haiti, in Venezuela, in Guyana und in der Demokratischen Republik Kongo. Dort brechen vermeidbare Krankheiten aus, es mangelt an medizinischen Hilfsgütern und dem Zugang zu medizinischer Versorgung.

Afghanistan findet sich auch in der Liste der schwer zu bereisenden Länder wieder, neben einigen weiteren Ländern, die hier bereits auftauchten. Gerade nach Afghanistan bergen Reisen laut Safeture „erhebliche Gefahren“, greifen dort militante Gruppen und Terroristen oftmals öffentliche Bereiche sowie die Verkehrsinfrastruktur an. Besonders Frauen und LGBTQ+-Reisende sollten das Land meiden, rät das Unternehmen. Beide Gruppen sind wegen der strengen und diskriminierenden Gesetze der Taliban besonders gefährdet. Reisen sind auch in Nordkorea und Myanmar sehr schwierig, erschweren hier strenge politische Kontrollmechanismen, interne Konflikte sowie schwer verfügbare öffentliche Dienstleistungen die Reise. Riskline beschreibt Reisen in diese Länder als „unberechenbar“. Ebenfalls auf der Liste stehen zudem Papua-Neuguinea, Libyen, Somalia, Haiti, Venezuela und Guyana. Als Gründe führt Safeture dort „Kriminalität, schlechte Verkehrsinfrastruktur und eingeschränkte Flugverbindungen“ an.

Diese Länder gelten als sicher

Neben all dem Grauen in der Welt darf natürlich nicht vergessen werden, dass es etliche Reiseziele gibt, die Reisende ohne Sorgen bereisen können. So zeigt der Blick auf die Risk Map 2026 einige dunkelgrün gefärbte Flecken, also Länder, in denen das Risiko „vernachlässigbar“ ist. Diese sind (alphabetisch geordnet):

Hinzu kommen diverse hellgrün eingefärbte Länder, also solche mit einem geringen Risiko.

Vergleicht man die aufgeführten Länder mit jenen anderer Risikoeinschätzungs-Weltkarten und Reports, dürften etliche Überschneidungen auffallen. So steht etwa Island im jährlichen Global Peace Index unangefochten auf Platz 1, und auch Irland, Neuseeland und die Schweiz rangieren generell weit oben. Auch auf der Risk Map von Safeture und Riskline aus dem vergangenen Jahr fanden sich bereits etliche der hier genannten Namen auf der Liste. Die Schweiz galt dabei nicht nur generell als sicher, die Schweizer Stadt Bern wurde 2025 zudem als die sicherste weltweit aufgeführt.

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Die (un-)sichersten Städte der Welt

Neben den diversen sicheren und unsicheren Ländern haben Safeture und Riskline außerdem die sichersten und unsichersten Städte der Welt ermittelt. Auf diesen stehen einige Namen, die bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt sein könnten, andere sind neu hinzugekommen. Eine davon ist eine deutsche: München gehört zu den sichersten Städten des kommenden Jahres.

Die 10 sichersten Städte 2026*

  • Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (keine Nennung 2025)
  • Bern, Schweiz (auch 2025)
  • Montevideo, Uruguay (keine Nennung 2025)
  • München, Deutschland (keine Nennung 2025)
  • Ottawa, Kanada (auch 2025)
  • Perth, Australien (keine Nennung 2025)
  • Rejkjavík, Island (keine Nennung 2025)
  • Singapur, Singapur (auch 2025)
  • Tokio, Japan (auch 2025)
  • Vancouver, Kanada (keine Nennung 2025)

* Laut der Risk Map 2026 von Safeture und Riskline

Die sichersten Städte der Welt haben laut Safeture niedrige Kriminalitätsraten, die Polizei arbeitet dort effektiv, zudem gibt es eine stabile Führung durch die Regierung. In den unsichersten Städten weltweit gibt es hingegen Kampfhandlungen und Unruhen. Außerdem haben sie oftmals mit organisierter Kriminalität zu kämpfen.

Die 10 unsichersten Städte 2026*

  • Caracas, Venezuela (keine Nennung 2025)
  • Dili, Osttimor (keine Nennung 2025)
  • Goma, Demokratische Republik Kongo (keine Nennung 2025)
  • Guatemala-Stadt, Guatemala (keine Nennung 2025)
  • Kabul, Afghanistan (keine Nennung 2025)
  • Khartum, Sudan (auch 2025)
  • Mogadischu, Somalia (auch 2025)
  • Port Moresby, Papua-Neuguinea (auch 2025)
  • Port-au-Prince, Haiti (auch 2025)
  • Quetta, Pakistan (keine Nennung 2025)

* Laut der Risk Map 2026 von Safeture und Riskline

Laut Riskline spiegeln die Städte die nationalen Trends wider. So hätten etwa Beirut, Damaskus, Teheran, Tel Aviv und Jerusalem allesamt inmitten der anhaltenden Konflikte „einen Anstieg“ des Risikos verzeichnet. Ebenso habe sich die Risikolage in Jakarta und Kathmandu „aufgrund von Jugendlichen angeführten Protesten“ verschlechtert. In Myanmars Hauptstadt Naypyidaw sei die Gefahrenlage nach Milizenangriffen und Naturkatastrophen auf einen „extremen Wert“ gestiegen. Auch in Acapulco und Los Cabos stieg das Risiko angesichts der Kartellgewalt, während die Lage in Seoul während der Proteste auf ein moderates Risiko angestiegen sei, wie Riskline schreibt. Dahingegen habe sich Dhaka stabilisiert.

Ausblick

Der Blick in die Zukunft sieht bei Riskline eher düster aus. Das Unternehmen ist überzeugt, dass die „globale Risikolandschaft“ angesichts der sich verändernden politischen Spannungen und sich entwickelnden Konfliktzonen sowie Belastungen durch das Klima „dynamisch bleiben“ wird. All diese Faktoren seien miteinander verknüpft und nähmen nicht nur Einfluss auf die Sicherheit, sie machten laut Riskline auch „Reiserisiken schwerer vorhersehbar“. Entsprechend wichtig seien Informationen in Echtzeit, ebenso wie eine gute Planung und Flexibilität beim Risikomanagement für Unternehmen und Menschen, die geschäftlich unterwegs seien. Auch für Urlauber hilft es natürlich, sich gut informiert zu halten und einen Notfallplan in petto zu haben, fliegt man in eines der Länder, die nicht als sicher gelten.

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