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Global Peace Index 2020 – die (un)friedlichsten Länder der Erde

Global Peace Index 2020 zeigt die friedlichsten und unfriedlichsten Länder der Welt
Der Global Peace Index zeigt die Friedfertigkeit der Länder im Vergleich
Foto: The Institute for Economics and Peace

Jedes Jahr erstellt das Institute for Economics and Peace (IEP) den Global Peace Index, der zeigen soll, wie es um die Friedfertigkeit von 163 Ländern steht. Laut dem Ranking 2020 hat sich die Situation in der Welt insgesamt verschlechtert. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Deutschland ist in diesem Jahr zum Beispiel friedlicher als zuvor. Die Ergebnisse im Überblick.

Wie sieht es in der Welt aus? Wo ist es friedlich, wo kriselt es und wo gibt es aktuell militärische Konflikte und Krieg? Der Global Peace Index (GPI), den das Institute for Economics and Peace (IEP) bereits seit 2007 herausgibt, versucht, diese Fragen zu beantworten, und gibt einen Überblick über den Zustand der Welt.

Wie wird die Friedfertigkeit eines Landes gemessen?

Auf Grundlage von 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren werden drei große Bereiche untersucht: „Das Level der gesellschaftlichen Sicherheit, das Ausmaß der anhaltenden nationalen und internationalen Konflikte und der Grad der Militarisierung“, wie es im GPI heißt. Daraus ergibt sich für jedes Land eine Punktzahl. Je niedriger diese ist, desto friedfertiger wird ein Land eingestuft und desto höher ist seine Position im Ranking.

Als Säulen des Friedens beziehungsweise der Friedfertigkeit gelten unter anderem solide Institutionen, eine gut funktionierende Regierung, Pressefreiheit, niedrige Korruptionsraten sowie eine geschäftsfördernde Umgebung.

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Corona-Pandemie hat Einfluss auf Weltfrieden

Während der Report 2019 noch eine leichte Verbesserung zu 2018 gezeigt hatte, hat sich die Situation im Global Peace Index 2020 verschlechtert. Auch aufgrund der Spannungen und Unsicherheit in Folge der Corona-Pandemie.

Wegen der neuen Situation beinhaltet der Report zusätzlich zum Ergebnis des Global Peace Index 2020 in diesem Jahr auch eine Analyse der Effekte der Corona-Pandemie auf den Frieden in der Welt. Dazu gehört die Betrachtung positiver Merkmale wie „die Einstellungen, Institutionen und Strukturen, die friedliche Gesellschaften schaffen und aufrechterhalten“. Außerdem wird untersucht, wie sich die Folgen der Krise, insbesondere die ökonomischen Konsequenzen, in den kommenden Jahren auf den Erhalt des Friedens auswirken und welche Länder sich am besten erholen werden.

So wird etwa angenommen, dass die zivilen Unruhen in Europa zunehmen und der afrikanische Kontinent vermehrt von Hungersnöten belastet sein wird. Außerdem geht das Institute for Economics and Peace davon aus, dass sich die friedlicheren Länder, in denen Friedenssäulen wie eine funktionierende Regierung und eine solide Geschäftsumgebung gegeben sind, schneller von der Krise erholen werden als die Staaten, deren Situation bereits vor der Krise schwierig war. Das volle Ausmaß und die Langzeiteffekte der Pandemie auf den Weltfrieden ließen sich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht bestimmen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Global Peace Index 2020:

  • Island, das keine eigene Armee besitzt, behält seinen Status als friedlichstes Land der Erde. Diese Position hat der Staat bereit seit 2008 inne.
  • In den Top Five folgen Neuseeland, Österreich, Portugal und Dänemark.
  • 13 europäische Staaten sind in den Top 20 und nur zwei europäische Länder befinden sich nicht in der oberen Hälfte des Gesamt-Rankings.
  • Der Nahe Osten und Nordafrika bleiben weiterhin die weltweit am meisten von Konflikten und Gewalt betroffenen Regionen.
  • Das von Bürgerkriegen zerrüttete Afghanistan ist das zweite Jahr in Folge die unfriedlichste Nation der Erde. Gefolgt von Syrien, dem Irak, dem Südsudan und dem Jemen. Mit Ausnahme des Jemen gehören alle vier seit 2015 zu den am wenigsten friedlichen Staaten weltweit.
  • Zwei von neun Regionen sind laut GPI 2020 friedlicher geworden: Russland und Eurasien (die als eine Region gelten) sowie Nordamerika. Die größten Verbesserungen zeigen sich in Russland und Eurasien, wo es Fortschritte in puncto Sicherheit und anhaltende Konflikte gab; , Nordamerika verbesserte sich in allen der drei großen Bereiche.
  • Auch Deutschlands Position ist im Vergleich zum Vorjahr besser: Das Land stieg von Platz 22 im vergangenen Jahr auf Platz 16 im Jahr 2020 und ist damit zurück in den Top 20.
  • Die größten regionalen Verschlechterungen zeigen Süd- und Zentralamerika und die Karibik. In Südamerika hat sich sowohl die Sicherheitslage als auch der Grad der Militarisierung verschlechtert. In Zentralamerika und der Karibik bedrohen anhaltende Konflikte den Frieden in den Regionen.
  • Terrorismus und interne Konflikte tragen weiterhin weltweit maßgeblich zur Gefährdung des Friedens bei.
  • Die Zahl ziviler Unruhen ist seit 2011 um 282 Prozent gestiegen, die der Generalstreiks sogar um 821 Prozent. In Europa gab es in diesem Zeitraum die meisten Proteste, Unruhen und Streiks. Im Afrika südlich der Sahara stiegen die Bürgerunruhen um mehr als 800 Prozent.
  • Insgesamt ist die Welt 2020 weniger friedlich als noch im Vorjahr. Im Schnitt haben sich die Länder um 0,34 Prozent verschlechtert, wobei 81 Länder friedlicher geworden sind und 80 unfriedlicher. Das ist die neunte Verschlechterung des Friedens in zwölf Jahren.

 

 

Die 20 friedlichsten Länder 2020

1. Island
2. Neuseeland
3. Portugal
4. Österreich
5. Dänemark
6. Kanada
7. Singapur
8. Tschechien
9. Japan
10. Schweiz
11. Slowenien
12. Irland
13. Australien
14. Finnland
15. Schweden
16. Deutschland
17. Belgien
17. Norwegen (gleiche Punktzahl wie Belgien)
19. Bhutan
20. Malaysia

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Die 20 am wenigsten friedlichsten Länder im Global Peace Index 2020

144. Mali
145. Israel
146. Libanon
147. Nigeria
148. Ukraine
149. Venezuela
150. Türkei
151. Nordkorea
152. Pakistan
153. Sudan
154. Russland
155. Zentralafrikanische Republik
156. Demokratische Republik Kongo
157. Libyen
158. Somalia
159. Jemen
160. Südsudan
161. Irak
162. Syrien
163. Afghanistan

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