Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Ranking

Global Peace Index 2021 – die (un)friedlichsten Länder der Erde

Karte Global Peace Index
Der Global Peace Index zeigt die Friedfertigkeit der Länder im VergleichFoto: Institute for Economics and Peace (IEP)

Jedes Jahr erstellt das Institute for Economics and Peace (IEP) den Global Peace Index, der zeigen soll, wie es um die Friedfertigkeit von 163 Ländern steht. Laut dem Ranking 2021 hat sich die Situation in der Welt insgesamt erneut verschlechtert. Die Ergebnisse im Überblick.

Wie sieht es in der Welt aus? Wo ist es friedlich, wo kriselt es und wo gibt es aktuell militärische Konflikte und Krieg? Der Global Peace Index (GPI), den das Institute for Economics and Peace (IEP) bereits seit 2007 herausgibt, versucht, diese Fragen zu beantworten, und gibt einen Überblick über den Zustand der Welt.

Wie wird die Friedfertigkeit eines Landes gemessen?

Auf Grundlage von 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren werden drei große Bereiche untersucht: „Das Level der gesellschaftlichen Sicherheit, das Ausmaß der anhaltenden nationalen und internationalen Konflikte und der Grad der Militarisierung“, wie es im GPI heißt. Daraus ergibt sich für jedes Land eine Punktzahl. Je niedriger diese ist, desto friedfertiger wird ein Land eingestuft und desto höher ist seine Position im Ranking.

Als Säulen des Friedens beziehungsweise der Friedfertigkeit gelten unter anderem solide Institutionen, eine gut funktionierende Regierung, Pressefreiheit, niedrige Korruptionsraten sowie eine geschäftsfördernde Umgebung.

Auch interessant: Das sind die glücklichsten Länder der Erde

Corona-Pandemie hat Einfluss auf Weltfrieden

Die 15. Ausgabe des jährlichen Global Peace Index zeigt, dass die globale Friedfertigkeit im vergangenen Jahr weltweit abgenommen hat. Dies ist innerhalb der letzten zwölf Jahre die neunte Verschlechterung. Der Vorstandsvorsitzende und Gründer des IEP, Steve Killelea, führt die Verschärfung der Situation auf die Corona-Pandemie zurück: „Die COVID-19-Pandemie hat die Verschiebung der weltweiten Friedfertigkeit beschleunigt. Obwohl im Jahr 2020 ein Rückgang der Konflikte und des Terrorismus verzeichnet wurde, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen.“

Island ist das friedlichste Land der Welt

Island gilt nach dem GPI-Bericht von 2021 nach wie vor als das friedlichste Land der Welt. Diesen Status hat das nordwesteuropäische Land bereits seit 2008 inne. Die Plätze 2 bis 5 belegen Neuseeland, Dänemark, Portugal und Slowenien. Afghanistan ist das dritte Jahr in Folge das am wenigsten friedliche Land der Welt, gefolgt vom Jemen, Syrien, dem Südsudan und Irak. Alle dieser Länder, mit Ausnahme des Jemen, gehören seit mindestens 2015 zu den fünf unfriedlichsten Ländern der Welt.

Acht der zehn Länder an der Spitze des GPI befinden sich in Europa. Dies ist der größte Anteil an europäischen Ländern in den Top 10, der seit Bestehen des Index verzeichnet wurde. Deutschland rutschte im Vergleich zum Vorjahr von Platz 16 ab auf Platz 17, den es sich nun mit Kroatien teilt.

Die Indikatoren, die die größten Verschlechterungen im GPI 2021 aufwiesen, waren: Militärausgaben (105 Länder), Waffenimporte (90 Länder), politische Instabilität (46 Länder) und gewalttätige Demonstrationen (25 Länder). Die meisten Verbesserungen wurden bei den Indikatoren Terrorismus (115 Länder), interne Konflikte (21 Länder) und Todesfälle durch interne Konflikte (33 Länder) verzeichnet.

Die wichtigsten Ergebnisse des Global Peace Index 2021 im Überblick:

  • Island, das keine eigene Armee besitzt, behält seinen Status als friedlichstes Land der Erde bei.
  • In den Top Five folgen Neuseeland, Dänemark, Portugal und Slowenien.
  • Europa bleibt auch 2021 die friedlichste Region der Erde. 15 europäische Staaten haben es diesmal in die Top 20 geschafft.
  • Der Nahe Osten und Nordafrika bleiben weiterhin die weltweit am meisten von Konflikten und Gewalt betroffenen Regionen, verzeichnen aber gleichzeitig die größte Verbesserung. In Afrika südlich der Sahara hat die Hälfte der Bevölkerung in jüngster Zeit Gewalt erlebt.
  • Das von Bürgerkriegen zerrüttete Afghanistan ist das dritte Jahr in Folge die unfriedlichste Nation der Welt. Gefolgt vom Jemen, Syrien, dem Südsudan und Irak.
  • Nordamerika verzeichnete aufgrund der politischen Instabilität in den USA die größte Verschlechterung des Index.
  • Südamerika verzeichnet die zweitgrößte regionale Verschlechterung. Grund ist die Zunahme an Gewaltverbrechen und Bürgerunruhen.
  • Zum ersten Mal seit fünf Jahren verschlechterte sich aufgrund vermehrter gewalttätiger Demonstrationen die Friedfertigkeit in Russland und Eurasien.
  • In Mittelamerika und der Karibik verschlechterten sich neun Länder. Verbesserungen erzielten nur Nicaragua, Haiti und Guatemala.
  • Südasien ist eine von nur drei Regionen, die im vergangenen Jahr eine Verbesserung des Friedens verzeichnen konnten. Ausschlaggebend dafür waren Verbesserungen im Bereich Militarisierung und Sicherheit.
  • In der Region Asien-Pazifik fühlen sich mehr als 50 Prozent der Menschen heute sicherer als vor fünf Jahren.
  • Insgesamt stiegen die zivilen Unruhen weltweit um 10 Prozent. Die größte Verschlechterung in dem Zusammenhang verzeichnete Belarus. Weltweit wurden im Analyse-Zeitraum 14.871 gewalttätige Demonstrationen, Proteste und Unruhen verzeichnet.
  • Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kam es weltweit zu mehr als 5000 Protestaktionen. Besonders betroffen waren Indien, Chile, Italien, Frankreich, Deutschland und Südafrika.

Die 20 friedlichsten Länder 2021

1. Island
2. Neuseeland

3. Dänemark
4. Portugal
5. Slowenien
6. Österreich
7. Schweiz
8. Irland
9. Tschechien
10. Kanada
11. Singapur
12. Japan
13. Finnland
14. Norwegen
15. Schweden
16. Australien
17. Kroatien
17. Deutschland
19. Ungarn
20. Belgien

Die 20 am wenigsten friedlichsten Länder im Global Peace Index 2021

144. Kolumbien
145. Kamerun
146. Nigeria
147. Libanon
148. Mali
149. Türkei
150. Pakistan
151. Nordkorea
152. Venezuela
153. Sudan
154. Russland
155. Zentralafrikanische Republik
156. Libyen
157. Demokratische Republik Kongo
158. Somalia
159. Irak
160. Südsudan
161. Syrien
162. Jemen
163. Afghanistan

Themen