Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Deutschland Alle Themen
Gewusst?

Diese deutsche Stadt ist auf einem erloschenen Vulkan gebaut

Atemberaubende Lage: Die Stadt Amöneburg thront auf einem Basaltkegel, der von einem erloschenen Vulkan zurückblieb. Sie befindet sich in der beliebten hessischen Mittelgebirgsregion Vogelsberg.
Atemberaubende Lage: Die Stadt Amöneburg thront auf einem Basaltkegel, der von einem erloschenen Vulkan zurückblieb. Sie befindet sich in der beliebten hessischen Mittelgebirgsregion Vogelsberg. Foto: picture alliance / ZB/euroluftbild.de | euroluftbild.de/Daniel Reiter
Artikel teilen
Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

22. Februar 2026, 14:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die hessische Stadt Amöneburg liegt auf einem 365 Meter hohen Basaltkegel, der von einem erloschenen Vulkan zurückblieb. Sie befindet sich in einer Region, die in der Hinsicht sogar einen europaweiten Superlativ hält. Spuren aus dieser Millionen von Jahren zurückliegenden Zeit kann man heute noch vor Ort sehen. Das war auch einem echten Royal einst einen Besuch in der Gegend wert.

Die hessische Vogelsberglandschaft zeichnet sich aus durch sanft geschwungene Hügel, grüne Täler und tiefe Wälder. Nur wer genau hinschaut, entdeckt hier noch Zeugnisse einer Vergangenheit, als die Region von den Urkräften der Erde sprichwörtlich geprägt und geformt wurde. Denn beim Vogelsberg handelt es sich um das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas, und das größte heute erloschene dieser Art auf dem gesamten europäischen Kontinent. Und mitten in diesem Naturparadies liegt die kleine Stadt Amöneburg, 365 Meter hoch thronend auf dem Basaltkegel eines erloschenen Vulkans. Ihre einmalige Lage hat sie wenig verwunderlich zu einem kleinen Touristenmagneten gemacht.

Laut der offiziellen Seite der Stadt geht deren Geschichte zurück bis in das Jahr 721. Zu dieser Zeit wird sie urkundlich das erste Mal erwähnt, denn der Heilige Bonifatius gründet auf dem Berg Amöneburg das erste von später zahlreichen Klöstern. Zunächst einmal ist es nur eine Bergfeste, die den Namen „Amanaburch“ trägt, und daraus entwickelt sich im Laufe der Zeit dann eine richtige Stadt und der heutige Name. Diesen trägt sie eben nach der Erhebung, auf der sie sich befindet, dem Amöneburg-Berg. Bereits im 6. Jahrtausend vor Christus war diese Region nachweislich bereits besiedelt, im 3. Jahrhundert vor Christus bauten die Kelten hier erstmals eine Festung, die „Amanaburg“.

Die Stadt auf dem Vulkan

Die Entstehung der Vogelsberglandschaft, des heute ältesten Naturparks in Deutschland, datiert freilich aus einer noch viel früheren Zeit. Und wo heute mit der Amöneburg ein beeindruckender Basaltkegel weithin sichtbar aus der Landschaft ragt, befand sich im ausgehenden Tertiär, dem sogenannten Miozän, ein vorzeitlicher Vulkan. Vor Ort gefundene Gesteinsproben weisen darauf hin, dass dieser zumindest zeitweise aktiv gewesen sein muss und auch ausbrach. Laut der offiziellen Seite der Vulkanregion Vogelsberg kann man auch heute noch an der Ostseite des Amöneburg-Berges schräg stehende Basaltsäulen sehen. Diese lassen vermuten, dass sich hier einst Vulkanschlote und Lava-Seen befunden haben könnten.

Auch interessant: Aogashima in Japan: Dieses Dorf liegt in einem aktiven Vulkan

Mit dem Beginn einer Eiszeit vor etwa 1,8 Millionen Jahren setzte dann auch die Verwandlung der Vogelsberg-Landschaft zu ihrem heutigen Erscheinungsbild ein. Durch Kälte, Eis, Wind und Wasser erodierte das vulkanische Gestein immer mehr und hinterließ schließlich das sanfte Mittelgebirge, das wir als Vogelsberg kennen. Heute lebt nur ein kleiner Teil der knapp 5000 Einwohner von Amöneburg in dem gleichnamigen Stadtteil, der sich auf dem längst erloschenen Vulkan befindet. Der Rest verteilt sich auf die Ortsteile Erfurtshausen, Roßdorf, Rüdigheim und Mandorf. Amöneburg gilt heute als eine der ältesten Fachwerkstädte in Hessen.

Instagram Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Königlicher Besuch

Wenig überraschend ist die hügelige Landschaft der Vulkanregion Vogelsberg heute vor allem ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. So bietet die offizielle Webseite zahlreiche mögliche Touren rund um Amöneburg und seiner Umgebung an. Ein beliebtes Ausflugsziel ist zum Beispiel die bereits erwähnte, steil abfallende Ostwand des Basaltberges. Das Naturschutzgebiet Amöneburg, in dem teils seltene Pflanzen gedeihen, existiert bereits seit 1927. Damit ist es das zweitälteste in ganz Hessen. Spannend dürfte auch ein Ausflug zur Gaststätte „Brücker Mühle“ sein, die seit 1248 Getreide verarbeitet. Das war im Jahr 1997 sogar dem damaligen Prinzen Charles, heute König von England, einen Besuch wert.

Auch interessant: Valley of 10.000 Smokes: Alaskas bizarre Vulkanlandschaft

„Unsere besondere Lage ist schon ganz klar ein touristischer Faktor“, heißt es bei der Stadt Amöneburg auf TRAVELBOOK-Anfrage selbstbewusst. „Neben der tollen Fernsicht haben wir unsere schöne Altstadt, eine Kirche und gleich zwei Burgen.“ Auch im Stadtmuseum ist man stolz: „Landschaftlich besticht das ja unglaublich. In der Gegend heißt Amöneburg nur der Berg, und die Menschen sind die ‚Berger‘. Sie hat es schon immer gereizt, hier zu siedeln. Das Amöneburger Becken ist sehr fruchtbar, und nachweislich bereits seit der Steinzeit bewohnt.“ Der Berg sei zudem ein sehr guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Die berühmte Studentenstadt Marburg ist zum Beispiel mit dem Auto nur etwa 15 Minuten entfernt.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.