Neue Maßnahme gegen Overtourism

Dürfen Amsterdam-Urlauber bald kein Cannabis mehr kaufen?

Ein Coffeeshop in Amsterdam
In sogenannten Coffeeshops können Touristen in Amsterdam Cannabis kaufen. Noch.
Foto: Istock/Inner Felker

Im Kampf gegen zu viele Besucher plant Amsterdam, neue Wege zu gehen – Bürgermeisterin Femke Halsema möchte daher nun den Kiffer-Tourismus einschränken. Zuvor hatte eine Umfrage ergeben, dass deutlich weniger Menschen in die Stadt kommen würden, wenn sie kein Cannabis mehr kaufen dürften.

Die Idee kam Halsema aufgrund einer Studie, die unlängst in Amsterdams Party- und Rotlichtbezirk Singel mit 100 Teilnehmern durchgeführt wurde. Demnach gaben 34 Prozent der Befragten an, sie würden weniger häufig in die Stadt kommen, wenn sie kein Cannabis mehr kaufen könnten. Unter den britischen Touristen lag diese Zahl bei 42 Prozent. 11 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten sogar, im Falle eines Cannabis-Banns würden sie nie mehr nach Amsterdam kommen.

 

Für viele Besucher ist Cannabis wichtig

So verständlich der Wunsch der Stadt nach „normalen“ Besucherzahlen auch ist, stellt sich doch die Frage, ob solch ein Verbot nicht illegalen Verkauf und (Beschaffungs-)Kriminalität fördern würde – immerhin gaben 22 Prozent der Touristen an, sich im Falle eines Verbots die Droge von jemand anderem kaufen zu lassen. 18 Prozent meinten, sie würden in einem solchen Fall andere Wege finden, an Cannabis zu kommen. Immerhin sagten 40 Prozent, sie würden nicht mehr kiffen, sollte ein solches Verbot umgesetzt werden.

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Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) gab aber auch an, dass die Coffeshops eine wichtige Rolle bei der Wahl des Urlaubsziels Amsterdam gespielt hätten. Bürgermeisterin Halsema forderte daher nun eine Studie dazu, wie man die „Attraktivität von Cannabis für Touristen einschränken könne“. Außerdem habe auch der Handel mit harten Drogen zugenommen – Cannabis gilt dagegen als weiche Droge, diese beiden Märkte müssten klar getrennt werden.

Die Stadt verbietet zudem ab dem 1. April geführte Touren durch Amsterdams Rotlichtbezirk – laut dem „Guardian“ gibt es davon aktuell noch bis zu 115 täglich. Zudem soll generell die Größe von geführten Gruppen auf maximal 15 verringert werden, die Touren sollen dann auch nicht mehr auf engen Brücken, vor Privathäusern oder vor den Eingängen von Läden und Restaurants halten dürfen – bei Nicht-Beachtung dieser Regularien droht demnach jedem Guide ab sofort eine Strafe von 190 Euro.

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