Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Deutschland Japan Alle Themen
Japanische Läden, Restaurants, Kultur

Warum in Düsseldorf so viele Japaner leben

Menschen stehen Schlange vor Japaner in Düsseldorf
Wer in Düsseldorf gut japanisch essen gehen möchte, hat die Qual der Wahl. Und auch über die Gastronomie hinaus ist die japanische Kultur in Düsseldorf extrem präsent. Warum? Foto: picture alliance / FotoMedienService | Ulrich Zillmann
Artikel teilen
Laura Pomer
Freie Autorin

10. November 2025, 14:44 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Verbinden auch Sie den Gedanken an Düsseldorf mit der Möglichkeit, hervorragend japanisch essen zu gehen? Kein Wunder: Schätzungsweise gibt es in der Stadt am Rhein rund 80 authentische japanische Restaurants, die meisten davon im Viertel Little Tokyo. Einschließlich gastronomischer Betriebe haben rund 600 japanische Unternehmen ihren Sitz oder ihre Europazentrale in Düsseldorf. Kurzum: Nirgendwo sonst in Kontinentaleuropa lebt eine so große japanische Gemeinschaft wie hier. Doch warum eigentlich? TRAVELBOOK erklärt, warum Düsseldorf zum Zentrum japanischen Lebens in Europa wurde.

Laut der offiziellen Website der Stadt ist sie das Zuhause von mehr als 8400 Japanern – „das macht Düsseldorf zum Japanstandort Nummer 1 in Kontinentaleuropa“, heißt es da. Entsprechend ist die städtische Infrastruktur ausgerichtet. Es gibt japanische Bildungseinrichtungen, ein Generalkonsulat, die japanische Industrie- und Handelskammer sowie zahlreiche Kulturinstitutionen und Vereine. Darunter ist etwa das berühmte buddhistische Kulturzentrum EKŌ-Haus. Seit mehr als zehn Jahren bietet zudem die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) eine Direktverbindung zwischen Düsseldorf und Tokio-Narita an, was die wirtschaftliche und persönliche Vernetzung noch einmal deutlich zeigt. Bloß: Woher kommt diese eigentlich?

Warum in Düsseldorf so viele Japaner leben

Die enorme Präsenz japanischen Lebens in Düsseldorf hat demnach ihren Ursprung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals rückte die Schwerindustrie in den Fokus vieler Nationen, da sie für den Wiederaufbau zerstörter Städte schließlich von großer Bedeutung war. Düsseldorf erwies sich aufgrund seiner Nähe zum Ruhrgebiet, dem größten Industriezentrum Deutschlands, als attraktiver Standort für Unternehmen. So kam es, dass sich japanische Firmen, die zuvor vorwiegend in Berlin und Hamburg tätig gewesen waren, zunehmend dorthin verlagerten. Wie auch ein Forschungsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Titel: „Die Geschichte des japanischen Wirtschaftsstandorts Düsseldorf“) zeigt, bildeten diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Grundstein für die spätere Entstehung einer großen japanischen Community in der Stadt.

Düsseldorf erkannte das Potenzial dieser Entwicklung und reagierte mit gezielten Maßnahmen, um noch mehr japanische Unternehmen anzuwerben. So machte die Stadt etwa konkrete Angebote für Büros und unterstützte Firmen bei der Niederlassung. Mit der Zeit begann sie zudem mit dem Ausbau der oben erwähnten und für das Leben der Japaner natürlich notwendigen Infrastruktur. 1963 entstand die Idee eines Japan-Centers an der Immermannstraße, das 1978 fertiggestellt wurde – „ein Ort zum Essen und Trinken“, schreiben darüber die Düsseldorfer Stadtwerke, und gleichwohl „ein Paradies für Shopping-Enthusiasten, die auf der Suche nach authentischen Produkten sind“. Der Japan-Tag – ein Fest der japanischen Kultur in ganz Düsseldorf – war bereits im Jahr 1966 erstmals im Gespräch. Es hat zwischenzeitlich verschiedene Veranstaltungen mit Japan-Bezug gegeben, doch der jährliche Japan-Tag in seiner heutigen Form wurde erst 2002 endgültig realisiert.

Straßenschild in Düsseldorf, für Japaner auch in japanischen Schriftzeichen
Auch die Straßenschilder in Düsseldorf spiegeln die Präsenz einer großen japanischen Community wider Foto: picture alliance / blickwinkel/D. Maehrmann | D. Maehrmann

Japaner in Düsseldorf – und Düsseldorf in Japan

Viele der in Düsseldorf lebenden Japaner sind Expats, also Fachkräfte, die für einige Jahre aus beruflichen Gründen in der Stadt leben und anschließend in ihre Heimat zurückkehren. Damit der Kontakt hält, kommt Düsseldorf einfach zu ihnen. Genauer gesagt veranstaltet die Stadt gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Messe Düsseldorf regelmäßig den „Düsseldorf Abend“ in Tokio. Eingeladen sind zahlreiche ehemalige Düsseldorfer Expats, Firmenvertreter und Diplomaten. Das große Treffen steht laut der Website der Stadt „im Zeichen der Vernetzung“, es dient sowohl der Pflege bestehender Wirtschaftskontakte als auch der Akquise neuer Geschäftspartner. Vor allem sollen Erinnerungen an die Zeit in Deutschland aufleben. Hauptprogrammpunkt: der Genuss rheinischer Spezialitäten. In diesem Jahr wurden für das beliebte Fest rund 800 Liter Altbier einer familiengeführten Düsseldorfer Brauerei nach Tokio gebracht.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.