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Überraschend! Die unattraktivste Metropolregion Deutschlands

unattraktivste Metropolregion Deutschlands München
Diese Metropolregion ist die unattraktivste Deutschlands Foto: Getty Images / golero
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Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

11. Februar 2026, 16:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer aktuellen Studie untersucht, welche Metropolregionen in Deutschland besonders lebenswert sind – und welche nicht. Entscheidend waren vor allem die Entfernungen etwa zu Flughäfen, aber auch zu Kultureinrichtungen oder Kitas. Der letzte Platz der zwölf untersuchten Ballungszentren ist überraschend.

Die unattraktivste Metropolregion Deutschlands ist …

… München! Für den einen oder anderen mag das erst einmal überraschend klingen. Von hohen Mietpreisen in München weiß man zwar, aber dass diese Metropolregion das Schlusslicht bildet und somit die unattraktivste in ganz Deutschland ist, ist dann vielleicht doch unerwartet. Die Autoren der Studie erklären das Ergebnis vor allem mit der schlechten Struktur. München oder auch Hamburg (Platz 10) erzielen demnach als Kernstädte selbst oft exzellente Ergebnisse – die Metropolregionen seien aber riesig und umfassten weite, ländlich geprägte Teile.

Wer also im Umland wohnt, muss lange Wege in Kauf nehmen, um die Angebote der Stadt in Anspruch nehmen zu können. In der unattraktivsten Metropolregion München seien etwa die Wege zu Krankenhäusern und Ärzten, Museen, Kitas und Schulen oft sehr weit. Die Immobilienpreise seien dagegen aber nicht nur in der Stadt hoch, sondern auch im Umland. Aber nicht nur für dort wohnhafte Menschen ist die Metropolregion München unattraktiv – sondern auch für Reisende.

Mietpreise oder die Erreichbarkeit von Grundschulen sind für Urlauber natürlich nicht entscheidend – dafür sind aber die Erreichbarkeit von Flughäfen, die Nähe zum öffentlichen Verkehr oder auch die Eventdichte von großer Bedeutung. München fällt im Ranking nicht nur im Bereich Wohnen negativ auf, sondern vor allem auch wegen geringer Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen, großer Distanzen zur nächsten Haltestelle oder auch der wenigen LGBTQI+-Communitys. Insgesamt erhält die Metropolregion München einen Wert von 46,5.

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Ruhrgebiet und Rheinland an der Spitze

Besonders lebenswert und damit an der Spitze der Untersuchung landet das Ruhrgebiet mit 55,7 Punkten. Laut Studie profitiert die Region von der polyzentrischen Struktur. Es gibt nicht nur ein Zentrum, in dem alles stattfindet, sondern viele. So sind Fernbahnhöfe, Autobahnen oder Krankenhäuser schnell erreichbar. Und auch das Freizeit- und Kulturangebot ist flächendeckend vorhanden. In Kombination mit moderaten Immobilienpreisen schafft es das Ruhrgebiet auf den ersten Platz.

Besonders bei den einzelnen Kategorien kann das Ruhrgebiet immer wieder glänzen. So erreicht man dort im Schnitt mit dem Auto in 11,7 Minuten den nächsten Fernbahnhof. Schneller kommt man nirgends sonst in Deutschland an sein Ziel. Gleiches gilt für die Entfernungen zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs: Mit einer Distanz von 212 Metern liegt das Ruhrgebiet ganz oben. Zum Vergleich: In der Metropolregion München sind es 611 Meter, der zehnte Platz. Dahinter landen die Metropolregion Nordwest mit 637 Metern und das Schlusslicht bildet der Ballungsraum um Nürnberg mit 784 Metern.

Und auch bei der Anzahl der Events, Diskotheken und Kinos landet das Ruhrgebiet im Einzelvergleich ganz oben an der Spitze.

Auf dem zweiten Platz mit 53 Punkten landet das Rheinland. Dieses ist ähnlich aufgebaut wie das Ruhrgebiet und schneidet in vielen Kategorien ebenfalls gut ab. Punkten kann es vor allem bei der Anzahl von Bars und von LGBTQI+-Communitys. Zusätzlich gelangt man in der Region am schnellsten zum nächsten Flughafen – im Schnitt braucht man 25,5 Minuten mit dem Auto. In München sind es etwa 42,4 Minuten.

In der Untersuchung ging es vor allem um die Distanzen zu wichtigen Einrichtungen und Zentren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gute Erreichbarkeit und weniger Wegezeit mehr Lebenszeit bzw. Lebensqualität bedeuten. Im Ruhrgebiet braucht man etwa 26 Minuten weniger Wegezeit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, um etwa Schulen, Kitas, aber auch Freizeitangebote zu erreichen. Die Beispielrechnung bezieht sich auf eine Familie mit zwei Kindern.

Methodik der Studie

Anhand von 23 Indikatoren hat das IW zwölf große Metropolregionen in Deutschland genauer untersucht. Entscheidend für das Ergebnis waren etwa die Nähe zum öffentlichen Verkehr, die Erreichbarkeit von Flughäfen, die Kinodichte, die Erreichbarkeit von Schulen und Kitas, die Theaterdichte oder auch die Miet- bzw. Kaufpreise für Wohnungen. Um die erhobenen Daten vergleichbar zu machen, so heißt es in der Studie, wurden Punkte von 0 bis 100 vergeben. Für die Erhebung wurden unter anderem Statistiken der Bundes- und Landesämter oder auch eigene Analysen des Instituts der Deutschen Wirtschaft verwendet.

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