8. Juni 2026, 15:39 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer an Italiens Stränden in diesem Sommer Liegestuhl und Sonnenschirm leihen möchte, muss noch etwas tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Das hat eine Analyse ergeben, deren Ergebnisse TRAVELBOOK vorliegen.
Bis zu 16 Prozent mehr sollen Urlauber in diesem Jahr an Italiens Stränden zahlen. Das schreibt die größte Verbraucherschutzorganisation des Landes, Altroconsumo, in einer Mitteilung. Die italienische Version von Stiftung Warentest erklärt, dass im Schnitt mit 6 Prozent Steigerung zu rechnen sei. Im Vergleich der letzten fünf Jahre handele es sich sogar um eine Preissteigerung von rund 24 Prozent.
Für ihre Analyse hatte Altroconsumo nach eigenen Angaben „die Kosten von Strandresorts von Nord nach Süd verglichen, um herauszufinden, wo man noch günstig ans Meer fahren kann“. 222 Strände an zehn Orten sollen dabei untersucht worden sein. Anonym hatte das Unternehmen per Telefon die Preise für die erste Augustwoche in Lignano, Rimini, Senigallia, Viareggio, Palinuro, Alassio, Gallipoli, Alghero, Taormina, Giardini Naxos und Anzio erfragt.
Alassio ist der teuerste Badeort 2026
Im Schnitt bezahlt man an Italiens Stränden in diesem Sommer 238 Euro für die erste Strandliegen-Reihe. Wer sich mit der zweiten begnügt, zahlt in der ersten Augustwoche 229 Euro und für eine Liege in der dritten Reihe 219 Euro. Alle weiteren kosten laut der Verbraucherschutzorganisation im Durchschnitt 210 Euro. Noch einmal zum Verständnis: Wir sprechen hier von einer Liege am Strand und einem Sonnenschirm.
Wer sich das Vergnügen einer Leihliege gönnen möchte, darf im ligurischen Alassio das meiste Geld dafür ausgeben: „Für eine Woche mit Sonnenschirm und zwei Liegen kostet ein Strandplatz durchschnittlich 340 Euro“, schreibt Altroconsumo. Wer das übertrieben findet, kann andernorts immerhin gute 200 Euro sparen: „In Lignano, Rimini und Senigallia sind die Preise“ laut dem Unternehmen „deutlich günstiger“. Dort zahle man im Schnitt unter 160 Euro.
Laut der Erhebung gab es die meisten Anstiege für diese Utensilien, die man leicht durch andernorts gekaufte oder mitgebrachte ersetzen könnte, in Taormina und Giardini Naxos. Dort stiegen die Preise um 16 Prozent an, mehr als jemals zuvor. Ebenfalls signifikant sind die Preisanstiege in Alghero mit plus 14 Prozent (274 Euro pro Woche) sowie Gallipoli mit plus 10 Prozent (324 Euro). Andernorts ermittelte Altroconsumo auch leichtere Anstiege von 2 und 7 Prozent.
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Kostenlose Strände werden weniger
Neben den immer teurer werdenden Bezahlstränden gibt es in Italien auch weiterhin Strände, an denen man nicht nur selbst entscheiden kann, wo und worauf man liegt, sondern das auch kostenlos tut. Laut Altroconsumo werden diese jedoch weniger.
Es gibt jedoch auch Orte, an denen es anders läuft: Laut der Verbraucherschützer gibt es etwa in Spotorno ein Tourismusmodell, bei dem „der Anteil der für Touristen garantierten kostenlosen Strände erhöht“ worden war. „Der kostenlose Strand (…) darf kein Randgebiet sein, sondern muss ein zentraler Bereich sein, der den Badeorten in nichts nachsteht“, zitiert Altroconsumo den Bürgermeister der Stadt, Mattia Fiorini. Damit das gelinge, müssten laut dem Bürgermeister kostenlose Serviceleistungen gegeben sein, wie Reinigung, Rettungsschwimmer, Kaltwasserduschen und Toiletten. Das Geld für diese Leistungen stamme laut Fiorini aus eigens eingerichteten Kiosken, „die eigene Einnahmen generieren und die Kosten dieser Leistungen decken können“.
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Und was sagen die Italiener selbst dazu? Laut einer Umfrage der Verbraucherschutzorganisation sind diese uneins: „37 Prozent der [Anm. d. Red.: befragten] Italiener bevorzugen einen Strand mit Ausstattung (mit Strandbar oder kostenpflichtigem Strandabschnitt), während 35 Prozent einen kostenlosen Strand mit oder ohne Einrichtungen bevorzugen“, schreibt Altroconsumo. Die Verbliebenen seien beidem gegenüber offen.