14. Juli 2026, 16:55 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Navagio Beach auf Zakynthos gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Doch auch in diesem Jahr können Urlauber den als „Shipwreck Beach“ bekannten Strand nur aus der Ferne betrachten. Das Naturparadies ist für die ganze Saison gesperrt. Wissenschaftler haben jedoch einen Plan entwickelt, mit dem der Schiffswrack-Strand gerettet werden soll. Die Infos.
Feiner, weißer Strand, türkisblaues Wasser und steile Kalksteinklippen umrahmen den berühmten Navagio Beach auf der griechischen Insel Zakynthos. Und mit ihm das ikonische Schiffswrack „Panagiotis“, das dort seit 1980 liegt. Die Schmugglerbucht zieht seit Jahrzehnten Urlauber an. Doch wie schon in den vergangenen Jahren ist der Strand auch 2026 wieder gesperrt. Und das noch bis mindestens zum 31. Oktober.
Laut der „Griechenland Zeitung“, die sich auf eine Regierungsverordnung bezieht, gilt die Sperrung sowohl für den Zutritt zum Strand als auch für das Schwimmen in der Bucht. Außerdem dürfen sich Boote maximal bis auf 50 Meter vor der Küste nähern. Wer sich nicht an die Zugangsbeschränkungen hält, riskiert empfindliche Geldstrafen. Wie hoch die genau ausfallen könnten, ist nicht bekannt.
Lebensgefahr für Menschen und Wrack
Das Verbot hat gute Gründe: Es herrscht akute Lebensgefahr! So malerisch der Strand aussieht, so gefährlich ist die Lage. Felsabbrüche und Erdrutsche sind möglich. 2018 wurden mehrere Menschen bei einem größeren Felssturz verletzt. 2022 lösten sich nach einem Erdbeben erneut Felsmassen. Um Unfälle in Zukunft zu verhindern, wurde der Strand in den darauffolgenden Jahren immer wieder abgeriegelt.
Doch nicht nur Besucher sind an Griechenlands malerischstem Strand gefährdet, auch das Schiffswrack selbst – und damit der Hauptgrund der Beliebtheit der Bucht. So berichtet unter anderem „Travelnews“, das seit 45 Jahren vor sich hinrostende Schiffswrack sei Anfang 2024 durch Unwetter beschädigt und teils mit Sand verdeckt worden. Um das berühmte Schiffswrack zu retten, haben Wissenschaftler einen Plan entwickelt.
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Plan zur Rettung Panagiotis‘
Basierend auf einer küstenbautechnischen Studie von Forschern der Nationalen Technischen Universität Athen soll Navagio für rund 3,9 Millionen Euro aufgeschüttet werden. Genauer: Die 193 Meter lange Küstenlinie soll mithilfe von 45.000 Kubikmetern Sand und Kies um 30 Meter verlängert werden, schreibt die griechische Nachrichtenseite „Ekathimerini“ und stützt sich dabei auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr.
Ziel der Aufschüttung ist es laut der Studie, „das Schiffswrack vor dem Wellengang zu schützen, die Küstenerosion zu verringern und gleichzeitig die landschaftliche Schönheit sowie das ökologische Gleichgewicht des Gebiets zu bewahren“. Laut den Wissenschaftlern ist eine derartige Aufschüttung des berühmten Strands die natürlichste verfügbare Lösung. Da sie flach auslaufe, könne dadurch die Energie der Wellen besser abgebaut und so der Wellenauflauf reduziert werden, heißt es in dem Bericht. Zugleich sei ein dauerhaftes Monitoring notwendig, ebenso wie weitere Messungen, um etwa nach Stürmen eingreifen zu können, falls nötig.
In einem zweiten Schritt soll laut „Travelnews“ für weitere 2,5 Millionen Euro das Schiffswrack selbst rekonstruiert und konserviert werden. So wolle die Gemeinde Zakynthos den weiteren Verfall verhindern.
Die Pläne sind nicht unumstritten. So verweist „Ekathimerini“ etwa auf den Geologen Manolis Vasilakis, der Universität Athen, der erklärt haben soll, Navagio selbst erodiere nicht. Er befürchtet einen massiven Eingriff in die Natur. Außerdem mahnt der Geologe laut der Nachrichtenseite, die kostspielige Aufschüttung könne innerhalb kurzer Zeit vom Meer wieder weggespült werden.
Ob und wie lange die Aufschüttung den Wellen standhält, wird sich zeigen. Der staatliche griechische Wachstumsfonds hat die Arbeiten vor wenigen Tagen im Auftrag der Gemeinde Zakynthos ausgeschrieben. Die Frist endet am 7. August 2026.
Schmugglerbucht aus der Ferne bestaunen
Solange der Navagio Beach gesperrt ist, gibt es für Besucher einen kleinen Trost. Sie können den berühmten Schiffswrack-Strand in diesem Jahr zumindest aus der Ferne bestaunen. Es gibt eine offizielle Aussichtsplattform, von der aus Besucher die Schmugglerbucht mit ihrem leuchtend blauen Wasser und dem Wrack sehen können. Allerdings: Laut der griechischen Zeitung „Thetoc“ ist der Zugang nur gestattet, wenn die Gemeinde Zakynthos für Zäune zur Sicherung sorgt.