Reisetipps für die Region

Drei traumhafte Orte in der Normandie in Frankreich

So schön ist die französische Normandie – hier der Blick auf Mont-Saint-Michel
So schön ist die französische Normandie – hier der Blick auf Mont-Saint-Michel
Foto: Getty Images

Die Normandie hat nicht nur traumhafte Strände zu bieten, sondern auch die außerirdisch schöne Klosterinsel Mont-Saint-Michel. Daneben lockt noch eine weitere Sehenswürdigkeit Besucher aus aller Welt an: Das einstige Wohnhaus des bedeutenden Malers Claude Monet in Giverny, dessen wunderschöner Garten den Impressionisten zu einigen seiner berühmtesten Werke inspirierte. Auch die Hafenstadt Honfleur sollten Besucher nicht verpassen. Sie wollen mehr wissen? TRAVELBOOK hat alle Infos!

Weiße Kreidefelsen, weitläufige Strände, ein Klosterfelsen mitten im Meer und traditionell gebrannter Calvados – die rund 600 Kilometer Küste der Normandie hat viel zu bieten und ist dabei weitaus weniger überlaufen als der Süden Frankreichs.

TRAVELBOOK stellt drei traumhafte Orte in der Normandie vor, die Sie bei einem Besuch der französischen Region nicht verpassen sollten! 

Honfleur, die charmante Stadt am Är­mel­ka­nal

Die bezaubernde Stadt Honfleur in der Normandie

Die bezaubernde Stadt Honfleur in der Normandie
Foto: Getty Images

Honfleur, an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal gelegen, wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Mit seinen schmalen Gassen, den bunt bemalten Häusern und dem hübschen Hafen ist es so romantisch, dass man zum Pinsel greifen möchte. Und tatsächlich trifft man in Honfleur überall Maler, die ihre Staffelei aufgebaut haben und die Atmosphäre festzuhalten versuchen.

Gerade einmal 8000 Menschen leben in der Stadt im Département Calvados, das nur ein kleines Stück von Le Havre und knapp 200 Kilometer von Paris entfernt liegt. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde sie 1025 als „Hunefleth“, der Name änderte sich nach und nach, bis im 19. Jahrhundert Honfleur daraus geworden war.

Große Bedeutung hatte die Hafenstadt früher nicht, aber im 19. Jahrhundert entdeckten Künstler die Idylle. Der erste, der in Honfleur malte, war Eugène Boudin. Ihm folgten Malerlegenden wie Gustave Courbet, Alfred Sisley, Claude Monet, Auguste Renoir, Paul Cézanne und Camille Pissarro. Ihr Lieblings-Treffpunkt war der Bauernhof Ferme St. Siméon, der zu einer der Geburtsstätten des Impressionismus wurde und heute ein Hotel ist (Adresse: 20 Route Adolphe Marais, Honfleur, www.fermesaintsimeon.fr/de).

Besonders reizvoll sind die kleinen, von leicht verwitterten alten Häusern gesäumten Kopfsteinpflastergassen von Honfleur, in denen man sich wirklich fühlen kann wie im Mittelalter. Unbedingt ansehen sollte man die Kirche St. Catherine aus dem 15. Jahrhundert, die komplett aus Holz besteht. Ihr Dach erinnert an die Rümpfe von Schiffen – und tatsächlich waren es Schiffs-Zimmerleute, die das Gotteshaus mit dem freistehenden Turm einst erbaut und mit bemalten Glasfenstern geschmückt haben.

Wer Honfleur besucht, findet auch in der Umgebung viel Reizvolles und Interessantes. Etwa die futuristische, 1995 eröffnete Pont de Normandie – die 856 Meter lange Brücke verbindet Honfleur mit Le Havre. Außerdem verläuft in der Nähe die Route du Cidre, die Apfelweinstraße. Sie ist 40 Kilometer lang und führt durch Dörfer wie Beurvron en Auge, Beaufour, Lebizay und Baignard. Ein Schild mit rotem Apfel weist den Weg. Unterwegs kommt man zu 20 Herstellern von Cidre und Calvados.

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Giverny, Heimat von Monet

Monets Haus in Giverny

Monets Haus in Giverny
Foto: Getty Images

Das Örtchen Giverny liegt nur etwa 70 Kilometer von Paris entfernt. Und ist doch eine ganz andere Welt. Das liegt vor allem am Garten des weltberühmten Malers Claude Monet, der im Sommer so üppig blüht, dass man sich gar nicht satt sehen kann und am liebsten gleich selbst zum Pinsel greifen möchte. Wer einmal dort war, ist verliebt. Garantiert.

Giverny liegt in der Region Haute-Normandie, dort, wo die Flüsse Seine und Epte zusammenfließen. Es ist ein zauberhaftes Örtchen mit kaum 500 Einwohnern, dessen größte Attraktion Haus und Garten des französischen Impressionisten Claude Monet (1840-1926) ist. Wer Monet liebt, wird seinen Garten ebenfalls mögen. Und umgekehrt. Viele berühmte Werke entstanden in Giverny. Die Seerosen-Serie, zum Beispiel. Drei Gemälde daraus, darunter „Nymphéas bleus“, sind heute im Musée d’Orsay in Paris zu sehen. Das Gewässer mit der gebogenen Brücke hat Monet mehrfach festgehalten.

43 Jahre lang lebte der Maler in seinem Haus. 1882 mietete er es und legte einen Ziergarten an, den clos normand. Die Metallbögen, die den Weg überspannen, setzen eine Art Rahmen um den Garten. Drei Jahre später kam ein weiteres Grundstück dazu, in dem der Wassergarten (jardin d’eau) angelegt wurde. Der Wassergarten entstand, weil Monet das Lichtspiel und die Reflektionen auf Wasser liebte. Einen Flussarm der Epte lenkte er um und ließ einen Teich entstehen. Die Brücke strich er grün, um sie von den traditionellen roten Brücken in Japan abzuheben.

Die Gärten in Giverny

Die Gärten in Giverny inspirierten einige von Monets berühmten Werken
Foto: Getty Images

Auch das Haus des Künstlers ist öffentlich zugänglich, die Fondation Claude Monet nutzt es als Museum. Wer es durchstreift, merkt auch hier die Liebe Monets für Farben. Der Salon im Erdgeschoss ist blau gestrichen. Daneben liegen die Speisekammer und das Studio-Wohnzimmer mit Möbeln im englischen Stil. Im ersten Stockwerk finden sich Monets Schlaf- und Badezimmer, Ankleideräume und das Schlafzimmer von Monets Frau Alice. Erst seit 2014 ist das Blanche-Hoschedé-Monet-Zimmer zugänglich, das nach Monets Stieftochter benannt ist. Sie wohnte bis zu ihrem Tod 1947 in Giverny.

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Mont Saint Michel, die vielleicht schönste Abtei der Welt

Der Mont Saint-Michel

Der Mont Saint-Michel sieht aus wie aus einem Märchenbuch
Foto: Getty Images

Schon von weitem kann man ihn sehen – diesen Berg, aus dem die Abtei Mont-Saint-Michel in den Himmel ragt. Ein Bauwerk, so grandios, dass man irgendwann in einigem Abstand stehenbleibt, um es in sich aufzunehmen. Wer es besucht, der sollte nicht in Eile sein, denn dieses französische Meisterwerk, das da direkt in den Berg eingemeißelt zu sein scheint, will in Ruhe erkundet werden.

Berg und Abtei liegen in einer Meeresbucht, die sich von Saint-Malo in der Bretagne bis Carolles in der Normandie erstreckt. Mit dem Festland ist die Felseninsel seit Juli 2014 durch eine 760 Meter lange Stelzenbrücke verbunden, die hoch genug ist, um auch bei Flut genutzt zu werden. Bisher gab es einen Straßendamm, der im Laufe der Jahre dazu beigetragen hatte, dass die Bucht anfing zu verlanden. Wer die Insel betritt (was ungefähr 3,5 Millionen Menschen pro Jahr tun), sieht erst einmal nur wenig von der hochragenden Abtei, sondern ein Dorf an der Südseite. Mont-Saint-Michel ist nämlich nicht nur eine Abtei: Auf der Insel mit etwa 830 Metern Umfang verteilen sich Wohnhäuser, kleine Geschäfte, Hotels, Klostergebäude und die Stadtbefestigung. In den Geschäften bekommt man Kunsthandwerkliches, Souvenirs, Bücher und mehr.

Auf der Grande Rue, der einzigen Straße auf dem Mont-Saint-Michel, geht es bergan zur Abteikirche ganz oben auf dem Berg. Die romanische Kirche entstand ab 1023 und wurde 1084 vollendet. Wer das Bauwerk sieht, der ahnt, warum es auch als Wunderwerk Gottes bezeichnet wird. Auf einer Felsinsel einen solchen gewaltigen Komplex aus Kirche und Kloster zu bauen, der bis in den Himmel zu ragen scheint, wäre auch heute noch eine Herausforderung. In der Entstehungszeit vom elften bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war der Bau eine Meisterleistung.

Baustile von der Romanik über die Gotik bis zum Klassizismus finden sich in den Bauwerken, die überwiegend aus Granit bestehen. Neben der eindrucksvollen Abteikirche kann man den Schlafsaal der Mönche (Dormitorium), den Speisesaal (Refektorium) mit seinen unzähligen Fenstern, den wunderschönen Kreuzgang, den Wandelsaal, mehrere Kapellen und den Rittersaal mit gewaltigen Säulen besichtigen.

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Wie ist Urlaub in der Normandie während der Corona-Pandemie?

„Im Juli 2020 war ich mit meiner Familie drei Wochen mit dem VW Bus in der Normandie unterwegs. Vor allem auf der Halbinsel Cotintin gibt es unglaublich viele, oft kilometerlange, Sandstrände, die wir fast immer leer vorgefunden haben. Manchmal waren wir sogar alleine am Strand. Auch auf Campingplätzen, in Supermärkten und in Restaurants war es nie voll, obwohl wir während der französischen Sommerferien unterwegs waren. Wir hatten das Gefühl dem Corona Virus gut entkommen zu können und mussten nicht ständig daran denken Abstand zu halten. Das war vor allem mit zwei Kleinkindern sehr angenehm und wir konnten uns sehr gut erholen.“ – Katrin Aigner, war im Juli 2020 in der Normandie

(Text: Silke Böttcher) 

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