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An Rosenmontag

Da-Bach-Na-Fahrt – die knallbunte Karnevalstradition im Schwarzwald

Da-Bach-Na-Fahrt
Bei der Da-Bach-Na-Fahrt schippern jedes Jahr in dem Schwarzwald-Ort Schramberg am Rosenmontag die Narren den örtlichen Bach hinunter. Und das bunt kostümiert und angefeuert von bis zu 30.000 Schaulustigen. Foto: picture alliance/dpa
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

6. Februar 2026, 10:17 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Jedes Jahr am Rosenmontag kommt es in dem Schwarzwald-Ort Schramberg in Baden-Württemberg zu einer der wohl buntesten und liebenswertesten Karnevalstraditionen in ganz Deutschland. Denn dann schippern 80 Teilnehmer bei der sogenannten Da-Bach-Na-Fahrt in fantasievoll selbst gebauten Vehikeln den örtlichen Bach hinunter. Angefeuert von zehntausenden Zuschauern, wird so mancher dabei so richtig nass. TRAVELBOOK erklärt den einzigartigen Brauch und erzählt seine Geschichte.

Es ist davon auszugehen, dass es auch am kommenden Rosenmontag in der Schwarzwald-Kleinstadt Schramberg in Baden-Württemberg wieder so richtig laut werden dürfte. Denn dann findet ein ganz besonderer Karnevals-Umzug statt, und zwar auf dem Wasser des örtlichen Schiltach-Baches. Bei der Da-Bach-Na-Fahrt (bedeutet so viel wie: „Den Bach hinunter“) schippern dann 80 Teilnehmer in 40 fantasievoll selbstgebauten Vehikeln über das Rinnsal, angefeuert von zehntausenden Schaulustigen. Dabei wird es traditionell sehr bunt, und für einige der Teilnehmer auch so richtig nass. Eine ungewöhnliche Faschings-Party, bei der die ganze Stadt mitmacht, und die 2026 ihren 90. Geburtstag feiert.

Es ist der 24. Februar 1936, als laut der Seite der Narrenzunft Schramberg die Idee für die Da-Bach-Na-Fahrt geboren wird. Und zwar, so könnte man vielleicht sagen, aus einer Bierlaune heraus, nämlich beim Frühschoppen einiger Herren in einer lokalen Wirtschaft. Das „Café Brubeck“, das auch heute noch existiert, liegt direkt am Schiltach-Bach – und so kommt irgendwann der Gedanke auf, man könnte diesen doch zu Ehren des Rosenmontags mit Holzzubern befahren. Zur damaligen Zeit war dieser noch kein Feiertag, wie er es heute in dem Ort ist. Statt nun aber zur Arbeit zu gehen, setzten die Ur-Narren ihre eigenwillige Idee spontan in die Tat um, bejubelt von ersten neugierigen Zuschauern. Das Ganze artete dann in einer fröhlichen Feierlichkeit aus, und eine Tradition war geboren.

Das Ziel: Trocken ins Ziel kommen

Da-Bach-Na-Fahrt
Wenn schon kentern, dann mit Stil und bunt verleidet Foto: picture alliance/dpa

Eine, der man vor Ort Jahr für Jahr wieder entgegenfiebert, ist die Da-Bach-Na-Fahrt doch der unbestrittene Höhepunkt in den Faschings-Festivitäten in Schramberg. Seit ihrer „Geburt“ vor nunmehr 90 Jahren ist das Ganze zu einem riesengroßen, knallbunten Spektakel geworden, das heute bis zu 30.000 Zuschauer ausgelassen bejubeln. Und so läuft es ab: Bereits drei Wochen vor Rosenmontag erhalten die 40 teilnehmenden Teams jeweils einen Brühzuber aus Holz, den sie dann bis zur großen Sause liebevoll ausbauen, verzieren und schmücken. Bilder von dem Spektakel zeigen zum Beispiel Narren in einem selbstgebauten DeLorean, dem Wagen aus dem legendären Streifen „Zurück in die Zukunft“. Auch ein rosafarbener Trabbi oder ein übergroßer Joint waren in den vergangenen Jahren schon dabei.

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Beliebt ist es auch, politische Motive bzw. Ereignisse auf die Schippe zu nehmen. Das Ziel bei der Da-Bach-Na-Fahrt ist es, trocken ins Ziel zu kommen, wobei erfahrene Zuber-Bauer erfahrungsgemäß einen Vorteil gegenüber Neulingen haben. Bei allem steht jedoch der Spaß im Vordergrund. Die Rosenmontags-Gaudi beginnt traditionell mit einem Umzug der teilnehmenden Gefährte durch Schramberg, der dann am Einstiegspunkt für das skurrile Rennen an der Schiltach endet. Um 13 Uhr ertönt der Startschuss für die Zuber auf der mit 500 Metern eher kurzen Strecke. Wer sie ohne ins Wasser zu fallen absolviert, braucht dafür zwischen fünf und sieben Minuten. Die größte Freude für das Publikum ist es aber vielleicht, wenn jemand nass wird.

30.000 Brezeln für die Menge

Da-Bach-Na-Fahrt
Die Da-Bach-Na-Fahrt bringt jedes Jahr wieder verblüffende Vehikel hervor Foto: picture alliance/dpa

Denn wessen Zuber kentert, der muss ins Ziel schwimmen. Helden, die die Strecke unbeschadet überstehen, rufen der Menge den Schlachtruf „Furz-trocka“ zu, also furztrocken. Wer ins Wasser fällt, muss „Batsch“ schreien. Worauf das Publikum mitleidig bis höhnisch „nass“ erwidert. Das Ganze gipfelt dann in dem traditionellen abendlichen Rosenmontags-Ball, bei dem auch eine Siegerehrung für die besten Kapitäne der Da-Bach-Na-Fahrt stattfindet. Lorbeeren werden zudem vergeben für die besten Newcomer, und auch eine Art Trostpreis gibt es, den sogenannten „Batsch-nass-Orden“. Dem eher kurzen, knallbunten Vergnügen gehen aber wochenlange Planungen voraus. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und etwa 200 freiwillige Helfer garantieren jedes Jahr einen reibungslosen Ablauf.

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Die Da-Bach-Na-Fahrt ist in Schramberg aber nur einer der Höhepunkte einer Fastnachts-Tradition. Diese lässt sich vor Ort bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Heute ist die Kleinstadt wegen ihrer bunten Feierlichkeiten eine der bekanntesten im Schwarzwald überhaupt. Jedes Jahr zieht sie zehntausende Besucher an. Gefeiert wird dann fast eine Woche lang von Donnerstag bis Aschermittwoch. Dabei kommt es auch zu anderen traditionellen Aufführungen wie einem als „Hanselsprung“ bezeichneten Umzug. Nach diesem verteilen die Narren kostenlos Brezeln ans Volk. Insgesamt werden in den Fastnachts-Tagen 30.000 der beliebten Gebäckstücke verschenkt. Ein größerer Narren-Umzug findet nach der DA-Bach-Na-Fahrt statt. Das Ganze endet dann in der Nacht auf den Aschermittwoch mit dem sogenannten Rattenball.

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Anlässlich des 90. Geburtstags der Da-Bach-Na-Fahrt wird man übrigens vor Ort kein besonders großes Fass aufmachen, wie ein Mitarbeiter der Stadt Schramberg auf TRAVELBOOK-Anfrage sagt: „Mehr Gäste kriegen wir ja gar nicht mehr unter. Wir werden aber für das Rennen ein paar historische Zuber anhand von Bildern nachbauen.“ Ansonsten fiebere die gesamte Stadt bereits jetzt und wie jedes Jahr den Fastnachts-Tagen entgegen. „Das ist schon eine ganz besondere Atmosphäre, die man mit Worten gar nicht richtig beschreiben kann. Das muss man erleben.“ An der wilden Fahrt über den Bach dürften aber nur Mitglieder der örtlichen Narrengilde teilnehmen. „Mitunter müssen wir da schon manche Startplätze verlosen. Es gibt auf jeden Fall deutlich mehr Nachfrage als Plätze.“

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