Deutschland steckt voller Orte, die Geschichte geschrieben haben – im wahrsten Sinne. 55 Natur- und Kulturstätten hierzulande tragen aktuell den Titel UNESCO-Welterbe. Dazu gehören beeindruckende Gebäude, bekannte Sehenswürdigkeiten, schöne Landschaften und Naturgebiete, aber auch Orte, an denen man sehen kann, wie sich das Leben der Menschen im Laufe der Zeit verändert hat.
Der UNESCO-Titel ist dabei mehr als nur eine Auszeichnung, denn er verpflichtet: Alle Stätten stehen wegen ihres „außergewöhnlichen universellen Werts“ unter besonderem Schutz, wie die Deutsche UNESCO Kommission erklärt. Es gehe darum, sie langfristig zu erhalten, nachhaltig zu pflegen und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Welche Orte das konkret sind, hat TRAVELBOOK in einer Liste, sortiert nach Bundesländern, zusammengestellt.
Deutschland auf Platz 3 bei den meisten Welterbestätten
Im internationalen Vergleich spielt Deutschland ganz vorne mit: Hinter Italien und China belegen wir Platz drei der Länder mit den meisten Welterbestätten. Italien liegt mit 61 Welterbestätten ganz vorne, China mit 60 knapp dahinter, darauf folgt Deutschland mit 55 Orten insgesamt, wobei 52 Kulturerbestätten und drei Naturstätten sind. Alle 16 Bundesländer haben mindestens eine, einige sind auch bundesländerübergreifend.
Besonders stark ist Deutschland also im Bereich des Kulturerbes – hier gehört das Land sogar zu den Spitzenreitern und liegt auf Platz zwei, direkt hinter Italien. Eine über 2000-jährige Geschichte habe in Deutschland ihre Spuren hinterlassen, heißt es auf der offiziellen deutschen Welterbe-Seite.
Die große Anzahl an Welterbestätten in Deutschland geht auch auf die fleißige Nominierungsarbeit der Bundesländer zurück. Jedes Jahr können sie Vorschläge bei der UNESCO einreichen. Festgelegte Kriterien entscheiden anschließend darüber, ob eine Stätte in die Welterbeliste aufgenommen wird oder nicht.
Jährlich tagt ein Gremium, das aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention besteht. Es entscheidet über die Aufnahme neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich zudem mit dem Erhaltungszustand bereits eingeschriebener Stätten.
Die 48. Sitzung des Welterbekomitees wird vom 19. bis 29. Juli 2026 in Südkorea stattfinden. Deutschland hat bereits einen neuen Vorschlag zur Nominierung eingereicht: Die Waldsiedlung Zehlendorf soll den bestehenden Welterbeeintrag „Siedlungen der Berliner Moderne“ ergänzen. Zudem gibt es eine deutsche Tentativliste, auf der potenzielle Kandidaten für die kommenden Jahre gesammelt werden.
Als eine der ersten Stätten überhaupt wurde der Aachener Dom 1978 in die erste UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die untenstehende Liste zeigt alle aktuellen Erbstätte in Deutschland, sortiert nach Bundesländern und in chronologischer Reihenfolge ihres Aufnahmejahres, vom ältesten bis zum aktuellsten. Erst 2025 wurden die sogenannten Märchenschlösser von Bayerns König Ludwig II. in die Welterbeliste aufgenommen.
Alte Buchenwälder in Europa: fünf Teilgebiete in Nationalparks und Forstgebieten (Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen)
Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (Baden-Württemberg, Bayern)
Bedeutende Kurstädte Europas: Baden-Baden, Bad Kissingen und Bad Ems (Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz)
Grenzen des römischen Reichs: Niedergermanischer Limes (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz)
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