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Seit 1991 verlassen

Dresdner Fernsehturm soll wieder zum Besuchermagnet werden

Mitte 1991 wurde der Turm für den Publikumsverkehr geschlossen. Seither gilt er als wichtiges Bauwerk der Ost-Moderne.
Mitte 1991 wurde der Turm für den Publikumsverkehr geschlossen. Seither gilt er als wichtiges Bauwerk der Ost-Moderne. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael
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TRAVELBOOK Redaktion

12. November 2025, 16:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Mehr als drei Jahrzehnte lang war er nur stummer Zeuge seiner selbst – der Fernsehturm im Dresdner Elbtal. Einst stolzes Wahrzeichen der DDR, später ein verlassener Aussichtspunkt mit Symbolkraft für vergangene Zeiten. Nun aber nimmt seine Zukunft wieder Form an – und ein konkreter Zeitplan lässt auf eine baldige Wiedereröffnung hoffen.

Der Fernsehturm wurde am 7. Oktober 1969 eröffnet und war architektonisch ein Unikat. Seine elegante, sich nach oben hin weitende Form stammt von den Architekten Kurt Nowotny, Herrmann Rühle und Johannes Braune. Ihren Entwürfen lag offenbar ein ganz besonderes Vorbild zugrunde: Ein Sektglas soll die Inspiration für das Erscheinungsbild geliefert haben.

Früher befand sich in 145 Metern Höhe ein Restaurant mit Panoramablick. Zwei Hochgeschwindigkeitsaufzüge beförderten die Gäste in nur 25 Sekunden nach oben. Rund 200.000 Besucher pro Jahr nutzten damals die Gelegenheit, den Blick auf Dresden, das Elbtal und die Sächsische Schweiz zu genießen.

Doch 1991 war Schluss: Der Turm wurde geschlossen und fiel in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf. Lediglich die technische Nutzung wurde aufrechterhalten.

Dresdner Fernsehturm soll wieder Besucher anziehen

Nun also soll das ikonische Bauwerk wieder zum Besuchermagneten werden. Der Dresdner Stadtrat hatte bereits im Sommer 2019 den Weg für eine Wiederbelebung des Fernsehturms geebnet. Und inzwischen ist auch die Entwurfsplanung hierfür abgeschlossen. Damit rückt der nächste Schritt näher: Der Bau könnte noch in diesem Jahr starten. Wenn alles planmäßig verläuft, könnten ab dem Jahr 2030 wieder Besucher mit dem Aufzug hinauf in die Höhe fahren.

Am Dienstagmorgen bestiegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) laut einem Bericht von BILD gemeinsam den Turm – bei dichtem Nebel und einem kurzen Sonnenstrahl über der Elbe, der fast symbolisch wirkte.

„Viele Dresdner verbinden mit dem Fernsehturm Erinnerungen an Kindheit, Familie und Heimat“, sagte Kretschmer. „Seine Wiedereröffnung ist ein Herzensanliegen für unsere Stadt.“ Auch Hilbert betonte die emotionale Bedeutung des Ortes: „Ein Ort, an dem Stadtgeschichte auf individuelle Erinnerung trifft.“ Einen konkreten Eröffnungstermin nannte er zwar nicht – doch das Jahr 2030 sei realistisch.

Der Dresdner Fernsehturm steht etwa 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt
Der Dresdner Fernsehturm steht etwa 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt Foto: picture alliance / ZB/euroluftbild.de | Max Gaertner
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Millionenprojekt mit gemeinschaftlicher Finanzierung

Die Wiederinbetriebnahme des Fernsehturms ist ein Millionenprojekt. Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf 25,6 Millionen Euro. Die Finanzierung soll gemeinschaftlich erfolgen: Der Bund übernimmt die Hälfte der Summe, die andere Hälfte teilen sich der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden.

Noch im Laufe des Jahres will die Eigentümerin, die Deutsche Funkturm GmbH, einen entsprechenden Förderantrag stellen. Ziel ist es, die Voraussetzungen für die Bauphase möglichst bald zu schaffen.

Was genau geplant ist

Verantwortlich für den künftigen Betrieb ist die Fernsehturm Dresden GmbH, die dem Bauwerk neues Leben einhauchen möchte – mit moderner Technik und einem Konzept, das Vergangenheit und Zukunft verbindet.

Konkret geplant ist eine digitale Erlebniswelt: LED-Folien an den Scheiben sollen virtuelle und reale Ansichten miteinander verschmelzen lassen. So soll der Turm nicht nur nostalgisch an frühere Zeiten erinnern, sondern zugleich als moderner Anziehungspunkt über den Dächern Dresdens glänzen. Ob auch wieder ein gastronomisches Konzept geplant ist, ist bislang nicht bekannt.

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