Fabbriche di Careggine in der Toskana

Das italienische Dorf, das nur alle paar Jahrzehnte auftaucht

Das italienische Dorf Fabbriche di Careggine
Das italienische Dorf Fabbriche di Careggine tauchte zuletzt Anfang der 1990er Jahre wieder auf
Foto: Getty Images

Fabbriche di Careggine ist so etwas wie das italienische Atlantis. Vor Jahrzehnten versank das Dorf, das einst Hunderte Bewohner hatte, in den Fluten eines Stausees. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit. Denn hin und wieder taucht Fabbriche di Careggine wieder auf – und eventuell bald sogar dauerhaft. Die ganze Geschichte.

Das Dorf Fabbriche di Careggine liegt in der Provinz Lucca in der Toskana, etwa anderthalb Stunden entfernt nördlich von Pisa. Seine Geschichte geht weit zurück: Schon im 13. Jahrhundert siedelten sich in dem Ort Schmiede an, die Eisen aus dem nahegelegenen Berg Monte Tambura gewannen. Im 17. Jahrhundert wurde Fabbriche di Careggine sogar zu einer der bedeutendsten Eisenproduktionsstätten in Italien und Anfang 1900 handelte der Ort dann auch mit Mamor, wie es auf der Website der benachbarten Gemeinde Vagli di Sotto heißt.

Doch nur knapp 40 Jahre später mussten die Bewohner ihre Heimat verlassen und nach Vagli di Sotto ziehen. Denn mit dem Bau eines gigantischen Staudamms mit einer Höhe von 96 Metern, ging ganz Fabbriche di Careggine in den Fluten des Lago die Vagli, dem heute größten Stausee in der Toskana, unter.

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Auftauchen von Fabbriche di Careggine wurde zur Attraktion

Doch Fabbriche di Careggine ist nicht für immer verloren. Seit dem Untergang des Dorfes im Jahr 1953 ist es bereits vier Mal wieder aufgetaucht. Das hat einen einfachen Grund: Wenn der Stausee gewartet wird, lassen die Arbeiter das Wasser ab. Dann werden die mittelalterlichen Ruinen, inklusive der 1590 erbauten Kirche San Teodoro, wieder sichtbar.

Fabbriche di Careggine Toskana

Insgesamt viermal tauchte Fabbriche di Careggine bislang seit seinem Untergang wieder auf
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Bisher wurde das Wasser in den Jahren 1958, 1974, 1983 und zuletzt 1994 abgelassen. Damals wurde das Auftauchen des Dorfes zu einer Attraktion, 1994 sollen es laut dem italienischen Magazin „Dove“ eine Million Menschen besichtigt haben. Anfangs plante man scheinbar, den Stausee einmal pro Jahrzehnt zu warten, doch nun sind es bereits fast 30 Jahre, seit Fabbriche di Careggine das letzte Mal sichtbar wurde. Aber es gibt Hoffnung: Eventuell ist es 2021 wieder so weit.

 

Fabbriche di Careggine könnte 2021 auftauchen – für immer

Wie „Dove“ berichtetet, haben sowohl die Betreiber des Staudamms, die Firma Enel, als auch die Tochter des Bürgermeisters von Vagli di Sotto, Lorenza Gorgi, bestätigt, dass 2021 Fabbriche di Careggine wieder aus dem Wasser auftauchen soll. Und wenn es so weit kommt, könnte das Dorf für immer sichtbar bleiben – zumindest, wenn es nach Lorenza Gorgi geht.

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Sie sprach laut „Dove“ in einem Facebook-Post von einer Initiative, die sich für den Aufbau von Museen und der Renaturierung der Umwelt einsetzen wolle. So wolle man in Zukunft noch mehr Touristen als bereits 1994 anziehen. Allerdings ist der betreffende Post in dem sozialen Netzwerk gelöscht worden. Ob Fabbriche di Careggine nun tatsächlich dauerhaft wieder auftaucht, wird sich wohl erst im kommenden Jahr zeigen.

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