Philippinen, Argentinien, USA

3 versunkene Orte, die das Wasser wieder freigegeben hat

Durch einen Dammbruch wurde Epecuén, der einstige Kurort, Opfer der Wasserfluten des gleichnamigen Sees. Seit 209 zieht sich aber das Wasser immer mehr zurück – und legt bizarre Ruinen frei.
Durch einen Dammbruch wurde Epecuén, ehemals ein Kurort, Opfer der Wasserfluten des gleichnamigen Sees
Foto: Getty Images

Ob durch eine Katastrophe oder von Menschenhand: Im Laufe der Geschichte sind immer wieder ganze Städte unter Wassermassen begraben worden. Während einige noch immer darauf warten, entdeckt zu werden, sind andere buchstäblich aus der Versenkung wieder aufgetaucht. TRAVELBOOK zeigt drei dieser Orte.

Old Pantabangan, Philippinen

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Die 300 Jahre alte Stadt Old Pantabangan auf den Philippinen fiel in den 1970er Jahren dem Bau eines Staudamms zum Opfer. Der Pantabangan Damm ist einer der größten Staudämme in Südostasien und ermöglichte den Anbau von Reis in der Region – allerdings wurde mit seinem Bau Old Pantabangan geflutet. Die Bewohner wurden in Sicherheit gebracht und zwangsumgesiedelt. Mehr als 50 Jahren wurde die Stadt nicht mehr gesehen.

Doch aufgrund einer Dürre in der Region sank der Wasserspiegel in dem Reservoir des Staudamms und die Stadt tauchte im Juli 2020 wieder auf, wie die Website stuff.co.nz berichtete. Nun kehren ehemalige Anwohner zurück, gläubige Katholiken hielten in der wieder aufgetauchten Kirche des Orts sogar eine Messe ab. Auch wenn die Stadt vermutlich bald wieder im Wasser versinken wird, freuen sich die ehemaligen Bewohner über ihren Anblick – schließlich könnte es wieder Jahrzehnte dauern, bis Old Pantabangan wieder auftaucht.

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Villa Epecuén, Argentinien

Seit 2009 zieht sich das Wasser in Epecuén immer mehr zurück – und legt bizarre Ruinen frei

Seit 2009 zieht sich das Wasser in Epecuén immer mehr zurück – und legt die Ruinen frei
Foto: Getty Images

Durch einen Dammbruch wurde Epecuén, der einstige Kurort, Opfer der Wasserfluten des gleichnamigen Sees. Seit 2009 zieht sich aber das Wasser immer mehr zurück – und legt bizarre Ruinen frei.

Als nach heftigen Regenfällen am 10. November 1985 die Dämme des Epecuén-Sees barsten, begruben die Wassermassen die gleichnamige Stadt südwestlich von Buenos Aires unter ihren kalten Fluten. Früher kamen jährlich Tausenden von Touristen nach Epecuén, um in den äußerst salzhaltigen Wassern des Sees zu Kur-Zwecken zu baden, wie unter anderem BILD berichtet. Bei der Überschwemmung mussten die 1500 Einwohner fast alles zurücklassen, ihr Hab und Gut war jahrelang wie vom Erdboden verschluckt.

Doch 2009 begannen die Fluten, sich plötzlich zurückzuziehen, sodass Epecuén nach und nach wieder freigelegt wurde. Mittlerweile kommen immer mehr Touristen in die ungewöhnliche Geisterstadt – und bringen so langsam wieder das Leben zurück.

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St. Thomas, USA

Die heutige Geisterstadt St. Thomas wurde von Mormonen gegründet, bevor sie 1938 die Wasser des Lake Mead einfach verschluckten. Immer wieder tauchte sie seitdem bei Dürren aber wieder auf.

Die heutige Geisterstadt St. Thomas wurde von Mormonen gegründet, bevor sie 1938 die Wasser des Lake Mead einfach verschluckten. Seitdem taucht sie bei Dürren aber immer wieder auf.
Foto: Getty Images

Als 1938 der Hoover-Damm fertiggestellt wurde, überflutete der Lake Mead in Nevada die Stadt St. Thomas, die 1865 von Mormonen gegründet worden war. Die Stadt diente laut der Webseite des National Park Service davor als Zwischenhalt auf dem sogenannten Arrowhead-Trail zwischen Los Angeles und Salt Lake City.

Anhaltende Dürren waren dafür verantwortlich, dass St. Thomas schließlich nach und nach wieder aus den Wassern des Lake Mead auftauchte – und heute sogar besichtigt werden kann. Dabei war es nicht das erste Mal, das St. Thomas von den Wassermassen wieder freigegeben wurde: Als das 1945, 1963 und 2012 schon einmal passierte, hielten hier ehemalige Einwohner sogar Wiedersehens-Treffen ab.