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TRAVELBOOK-Autorin im Tropical Islands

»So war meine Nacht in der bekanntesten Tropenwelt Deutschlands

Tropical Islands Erfahrung
Unsere Autorin hat einen Tag im Tropical Islands in Brandenburg verbracht Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul/ Collage: TRAVELBOOK
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Sarah Bachmann
Volontärin

17. Juli 2026, 18:05 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Zwischen Kiefernwäldern und Heideflächen steht das Tropical Islands. Wo einst Luftschiffe gebaut werden sollten, verbringen heute jedes Jahr mehr als eine Million Menschen ihren Kurzurlaub unter Palmen. TRAVELBOOK-Autorin Sarah Bachmann wollte herausfinden, wie sich eine Nacht in Deutschlands größter Tropenhalle wirklich anfühlt.

Jahr für Jahr kommen mehr als eine Million Besucher ins Tropical Islands, um zu baden, zu entspannen oder sogar zu übernachten. Doch wie viel Urlaubsgefühl kommt dabei wirklich auf und lohnt sich ein Besuch? Ich habe knapp 24 Stunden im Tropical Islands verbracht und eine Nacht im Safari-Zelt geschlafen.

Von Berlin direkt in die Tropen

Mit dem Regionalzug fahre ich von Berlin in rund einer Stunde zum Bahnhof Brand. Hier wartet bereits der kostenlose Shuttlebus des Tropical Islands und bringt mich in wenigen Minuten zur Halle. Entgegen meiner Erwartungen ist der Bus nicht komplett ausgelastet. Erst an den letzten Haltestellen, an denen Campinggäste zusteigen, wird es spürbar voller. Die Stimmung bleibt entspannt. Nur die Zahl der Badetaschen und Schwimmtiere nimmt rasant zu. Ich bin froh, bereits einen Sitzplatz zu haben.

Gegen 11 Uhr komme ich an. Lange warten muss ich nicht, der Check-in läuft problemlos. Die lange Hose tausche ich schnell gegen Badebekleidung, denn in der Halle ist es mit 26 Grad tropisch warm und ziemlich schwül. Es dauert trotzdem noch eine Weile, bis ich mich an das Klima gewöhnt habe. Für einen Montag ist es gut besucht, aber nicht überfüllt. Bei der Zahl der Kinder frage ich mich trotzdem kurz, ob gerade irgendwo Ferien sind. In Berlin und Brandenburg jedenfalls nicht.

Bevor es ins Wasser geht, drehe ich erst einmal eine Runde durch die Anlage, meine Tasche kann ich im Schließfach verstauen. Da ich meinen Bademantel vergessen habe, leihe ich mir einen für 6 Euro im Sauna-Bereich aus. Verlieren sollte man ihn allerdings nicht, sonst werden die 60 Euro Kaution fällig. Im Außenbereich sichere ich mir problemlos eine Liege, die große Wiese im Außenbereich ist an diesem Tag überraschend leer. Was mir dabei sofort auffällt: Rund um die Becken stehen überall Lifeguards und behalten das Geschehen im Blick. Das müssen sie auch, denn in den Außenbecken ist ordentlich was los.

Ein wenig nachdenklich machen mich allerdings die vielen Tiere auf dem Areal. Lebende Papageien, Koi-Karpfen und Flamingos gehören hier genauso zur Kulisse wie Palmen und Lagunen. Je länger ich durch die Anlage laufe, desto mehr denke ich mir, dass es sie für das Tropen-Feeling nicht wirklich braucht. Und frage mich, und ob man wirklich Tiere in diese Halle sperren muss.

Tropical Islands
Der Südsee-Bereich heizt sich tagsüber spürbar auf Foto: picture alliance/dpa

Zwischen Südsee und Heißluftballon

Am späten Nachmittag wird es dann auch in der Halle etwas angenehmer. Sobald die Sonne nachlässt, fühlt es sich nicht mehr ganz so an, als würde man unter einem Brennglas stehen. Auf dem Weg komme ich an einem Paar vorbei, das stillschweigend in einem Heißluftballon durch die Halle gezogen wird. Zwischen 30 und 40 Euro kostet der Spaß. Der Ballon schwebt dabei allerdings nicht frei durch die Halle, sondern wird von einem Mitarbeiter am Seil geführt. Das wirkt auf mich etwas befremdlich. Wesentlich ruhiger geht es ein paar Meter weiter in der Arcade-Halle zu. Während sich an den Becken viele Gäste tummeln, wirkt dieser Bereich fast leergefegt. Spielen kostet natürlich extra.

Vor meinem Besuch lese ich einige aktuelle Tripadvisor-Bewertungen. Dort ist unter anderem von verschmutzten Sanitärbereichen, herumliegendem Müll und langen Wartezeiten die Rede. Entsprechend schaue ich genauer hin. Für mich macht die Anlage insgesamt einen gepflegten Eindruck. Im Laufe des Tages merkt man allerdings, welche Bereiche besonders stark genutzt werden. Vor allem die Toiletten im Außenbereich wirken am Nachmittag deutlich beanspruchter. Außerdem ist nicht alles geöffnet. Während meines Besuchs bleibt der „Whitewater-River“ geschlossen.

Langsam bekomme ich Hunger und suche mir eines der Restaurants aus. Meine Wahl fällt auf die thailändische Küche: gebratenes Wokgemüse mit Nudeln. Lange warten muss ich nicht. Das Gemüse ist knackig, gut gewürzt und die Portion macht satt.

An weiteren Restaurants, Kiosken und Snackautomaten mangelt es ebenfalls nicht. Eis, Süßigkeiten und Softdrinks gibt es gefühlt an jeder Ecke. Da mitgebrachte Speisen und Getränke offiziell nicht erlaubt sind, kann der Aufenthalt so schnell teurer werden als geplant. Kaum hat man einen Stand hinter sich gelassen, wartet schon der nächste.

Lesen Sie hier: Was mein Selbstversuch im Tropical Islands am Ende wirklich kostete

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Übernachtung im Safari-Zelt

Am Abend wird es für mich noch einmal spannend. Schließlich will ich wissen, wie es sich in einer Tropenhalle schläft. Mein Safari-Zelt steht im Regenwald-Camp und ist mit zwei Matratzen, Kissen und dünnen Decken ausgestattet. Auf Klimaanlage und Licht verzichte ich aus Kostengründen. Für eine Nacht reicht mir das aber völlig.

Als es langsam Abend wird, verändert sich die Stimmung in der Anlage. Die großen Besucherströme verschwinden, nur die Übernachtungsgäste bleiben. Im Tropical Islands kann rund um die Uhr gebadet werden. Während ich lieber noch eine Runde durch die Halle drehe, kann ich selbst in der Nacht noch erkennen, wie Besucher in den Becken schwimmen.

Tropical Islands
Unsere Autorin verbrachte eine Nacht im „Safari-Zelt“ Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Bis ich einschlafe, dauert es eine Weile. Auch nachts ist es in der Tropenhalle noch ziemlich warm. Im Regenwald-Camp begegne ich kaum anderen Gästen. Die Geräusche aus dem Badebereich werden mit fortgeschrittener Stunde leiser, ganz verschwinden sie aber nicht. Ab und zu meldet sich irgendwo ein Vogel. Trotzdem lasse ich mein Zelt einen Spalt offen und schlafe besser als erwartet.

Gegen 7 Uhr kommt langsam Bewegung in die Anlage. Pflanzen werden gegossen, Mitarbeiter fahren mit kleinen Wagen durch die Halle. Im Regenwald-Camp ist um diese Uhrzeit allerdings immer noch so wenig los, dass ich mich kurz frage, ob die anderen Gäste überhaupt noch da sind. Gut für mich, denn die Waschräume sind herrlich leer.

Kurz darauf schließe ich mich den ersten Gästen auf dem Weg zum Frühstück an. Noch geht es angenehm ruhig zu. Eine Stunde später sieht das schon anders aus. Plötzlich scheint halb Tropical Islands gleichzeitig Hunger zu bekommen. Auf dem Buffet stehen Pancakes, Brötchen, Müsli und Obstsalat. Eierspeisen werden direkt an einer Station frisch zubereitet. Joghurt, Aufstriche und Getränke wie Kaffee und Tee gibt es ebenfalls. Hungrig muss hier jedenfalls niemand aufstehen.

Nach dem Frühstück hätte ich theoretisch noch einen ganzen Tag im Tropical Islands verbringen können. Ehrlich gesagt weiß ich allerdings nicht mehr so recht, womit ich ihn füllen sollte. Ich schaue mich noch einmal in den Shops um, drehe eine letzte Runde durch den Indoor-Regenwald und mache mich schließlich auf den Weg zurück zum Shuttlebus.

Lohnt sich ein Besuch?

Nach knapp 24 Stunden verlasse ich das Tropical Islands positiver überrascht als erwartet. Die Nacht im Safari-Zelt funktioniert besser als gedacht, die Geräuschkulisse stört mich kaum und für einen Moment vergesse ich tatsächlich, dass ich mich eigentlich mitten in Brandenburg befinde.

Auf der Rückfahrt komme ich mit einer Mutter und ihrem Sohn aus Spandau ins Gespräch. Sie berichten von dreckigen Böden, kalkverschmutzten Waschbecken und herumstehendem Geschirr in ihrer Unterkunft. Vielleicht hatte ich mit meinem Zelt einfach Glück. Mein Eindruck fällt jedenfalls deutlich positiver aus. Trotzdem bleibt für mich das Gefühl, nach einer Nacht alles Wichtige gesehen zu haben. Als Erwachsene ohne Kinder hätte ich keinen zweiten Tag gebraucht.

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