Die besten und schlechtesten Airlines Europas aus Sicht von Piloten
In einer Umfrage konnten Piloten zahlreicher europäischer Airlines ihre Arbeitgeber nach sozialen Kriterien bewerten. Welche Überflieger vorne liegen und welche Schlusslichter eher eine Bruchlandung hinlegen – wir zeigen die Ergebnisse des Rankings. Foto: Getty Images
Piloten aus ganz Europa haben ihre Fluggesellschaften nach sozialen Kriterien bewertet. Ob Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance oder Vertragsvereinbarungen: Die Airlines schneiden in der Umfrage zwischen „Exzellenz“ und „Müll“ ab. TRAVELBOOK zeigt die Gewinner und Verlierer des Rankings – und schätzt ein, ob die Ergebnisse wirklich aussagekräftig sind.
Die European Cockpit Association (ECA) vertritt 40.000 europäische Piloten aus 33 EU-Ländern. In einer aktuellen Umfrage hat die Organisation über 5.700 ihrer Mitglieder zu ihren Arbeitgebern und deren Sozialstandards sowie Arbeitsbedingungen befragt. Anhand der ausgewerteten Antworten der Piloten ranken die europäischen Fluggesellschaften von „sozial“ bis „unsozial“. TRAVELBOOK zeigt die besten und schlechtesten Airlines aus Sicht der Piloten.
Die Umfrage der ECA dient der Organisation für künftige Kampagnen für eine „soziale Luftfahrt“ in Europa. Die Piloten von 136 Airlines haben unter anderen vertragliche Vereinbarungen, Vertretungsrechte, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Qualität der Unternehmenskultur sowie die allgemeine Zufriedenheit bewertet. Insgesamt konnten die Piloten anhand von 25 Kriterien die Sozialstandards und Arbeitsbedingungen ihrer Airlines auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten aus ihrer Sicht beurteilen.
Bei einem Ergebnis von 0 bis 19 Punkten bewertet die ECA die Fluggesellschaft als „Social Junk“ („sozialer Müll“). Fluggesellschaften, die 20 bis 39 Punkte erreichen, gelten als „Social Misfit“ („sozialer Außenseiter“). Eine Airline mit 40 bis 59 Punkten gilt als „Social Snail“ („soziale Schnecke“), wohingegen Fluggesellschaften mit 60 bis 79 Punkten als „Social Partner“ („sozialer Partner“) bezeichnet werden. Ab 80 Punkten erfolgt die Einstufung in „Sozial Excellence“ („soziale Exzellenz“).
Air France sichert sich mit 98 Punkten den Spitzenplatz des Rankings und liegt damit nur zwei Punkte unter dem möglichen Maximum. Für die Bewertung von Air France haben über 200 Piloten abgestimmt und gaben der Fluggesellschaft beim „Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis“ und den „vertraglichen Vereinbarungen“ im Durchschnitt 99 Punkte. Die „Arbeitnehmerzufriedenheit und Work-Life-Balance“ erhält 96 Punkte. Besonders gut schneiden bei den Air-France-Piloten die Bezahlung, Flugzeitregelungen und der soziale Dialog ab.
Den zweiten Platz teilen sich Condor, Widerøe, Martinair und Novair mit je 97 Punkten.
Air France: 98 Punkte
Condor, Widerøe, Martinair und Novair: 97 Punkte
Lufthansa City, Norwegian Air Ambulance, Chc Helikopter Service, KLM: 96 Punkte
DEA Aviation, Air Dolomiti: 95 Punkte
Transavia: 94 Punkte
Icelandair, Austrian Airlines, SATA/Azores Airlines: 93 Punkte
Schlusslicht des Rankings ist die Fluggesellschaft Olympus Airlines mit nur acht Punkten. Allerdings hat auch nur ein Pilot die griechische Airline bewertet, das Ergebnis ist demnach nicht repräsentativ. NyxAir landet auf dem vorletzten Platz, auch hier stimmte nur ein Pilot ab.
Olympus Airlines: 8 Punkte
NyxAir: 9 Punkte
Hibernian: 10 Punkte
SmartLynx: 15 Punkte
Gainjet, Heliscan, IJM, Tayaran Jet: 16 Punkte
Avion Express, Valair Private Jets: 17 Punkte
Kritik an der Umfrage
Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf den subjektiven Erfahrungen der Piloten, weshalb insbesondere die Platzierungen der von nur einem Piloten bewerteten Fluggesellschaften mit Vorsicht zu genießen sind. Dazu kommt, dass die Umfrage in Zeiten der Corona-Pandemie durchgeführt wurde – die Pandemie habe Entlassungen, ständige Jobunsicherheit und drastische Gehaltskürzungen mit sich gebracht, wie Otjan de Bruijn, Präsident der European Cockpit Association, laut dem Portal Aerotelegraph zu Bedenken gibt.
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