Umbau kostet 265 Millionen Dollar

Terminal am New Yorker JFK-Airport wird zum Luxushotel

TWA-Terminal am Flughafen JFK
Das TWA-Terminal am Flughafen JFK hat keine geraden Linien
Foto: dpa picture alliance

Das TWA-Terminal am New Yorker JFK-Airport gilt zwar als architektonisches Highlight, doch seinen Zweck erfüllte es nur unzureichend. Jetzt wird das Terminal, in dem unter anderem für „Catch Me If You Can“ gedreht wurde, zum Luxushotel.

Wirklich praktisch war das TWA-Terminal am New Yorker Flughafen JFK nie. Schon zur Eröffnung 1962 galt es als überholt. Noch während der Bauzeit waren große Jumbo Jets entwickelt worden, für die die Kapazitäten nicht ausreichten. Also musste weiter angebaut werden.

 Die besten Storys der Woche vorab! JETZT  für unseren Newsletter anmelden!

Der in Finnland geborene Architekt Eero Saarinen bekam all das nicht mehr mit, er starb 1961. Nach der Pleite der Fluggesellschaft Trans World Airlines (TWA) wurde das Gebäude 2001 ganz geschlossen. Doch auch wenn es für den Flugbetrieb nur unzureichend war – architektonisch gilt es bis heute als Meisterwerk, ganze Doktorarbeiten wurden über das TWA-Terminal verfasst.

Auch interessant: Wie viele dieser 14 Codes können Sie dem richtigen Airport zurordnen?

TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy

Das TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy war zwar architektonisch legendär, aber bereits zu seiner Eröffnung 1962 technisch überholt. Nun soll es ein Luxushotel werden.
Foto: Max Touhey/MCR Development/dpa-tmn

Keine gerade Linie im ganzen Gebäude

Mit zwei großen Beton-Flügeln ist das TWA-Terminal die Verkörperung eines Flughafengebäudes. „Die meisten Menschen sind blind“, hatte Architekt Saarinen damals zu seinem Entwurf gesagt. „Wenn man mit Architektur zu subtil wird, kommen die Menschen rein, laufen herum, und bemerken den Unterschied gar nicht.“

Kaunteya Chitnis beschreibt den Bau:

Auch interessant: Skytrax World Airport Awards – Die 10 besten Flughäfen der Welt

Eine Plakette erinnert an Eero Saarinen, den Architekten des TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy.

Eine Plakette erinnert an Eero Saarinen, den Architekten des TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy.
Foto: Christina Horsten/dpa-tmn

„Catch Me If You Can“ machte den Terminal weltberühmt

Fast 16 Jahre lang stand das Gebäude leer. Doch dann machte Steven Spielbergs Erfolgsfilm „Catch Me If You Can“, in dem Tom Hanks den smarten Leonardo DiCaprio durch die Gänge des Terminals jagt, den Bau weltberühmt. Wenig später wurde der Terminal offiziell unter Denkmalschutz gestellt. 2019 soll es als Luxus-Hotel wiedereröffnen.

„Den Umbau des TWA-Flugzentrums in ein neues modernes Hotel wird diese charakteristische Ikone erhalten und gleichzeitig den Status von JFK als Kronjuwel der Fliegerei zementieren“, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo bei der Grundsteinlegung im Dezember. Mehr als 56 Millionen Menschen kommen jedes Jahr an JFK an oder fliegen von dort ab, es ist einer der fünf belebtesten Airports der USA.

Auch interessant: Ranking nach Passagieren: Die 10 größten Airports der Welt

Terminal wirkt wie ein abgestürztes Ufo

Als das TWA-Terminal 1962 fertiggestellt wurde, war der damalige US-Präsident John F. Kennedy noch am Leben, der Flughafen hieß Idlewild Aiport, und war recht klein. Um das Terminal herum war freies Land. Heute liegt das TWA-Gebäude eingequetscht zwischen dem Terminal 5, dem Verbindungszug Airtrain und vielbefahrenen Straßen – er wirkt wie ein abgestürztes Ufo.

TWA-Terminal, JFK-Airport

Architekturikone: das TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy mit seinem geschwungenen Dach
Foto: Max Touhey/MCR Development/dpa-tmn

Das soll sich ändern. „Das TWA-Terminal ist der Star dieses Projekts“, sagt Hotelentwickler Chitnis. „Wir sind tief in die Archive gegangen und wollen es so gut wir können in seinen Originalzustand zurückversetzen.“ 265 Millionen Dollar (etwa 240 Millionen Euro) lässt MCR sich das kosten.

Bauarbeiten am TWA-Terminal

Die Bauarbeiten laufen: Aus dem TWA-Terminal am New Yorker JFK-Flughafen soll ein Luxushotel werden – keine ganz einfache Aufgabe
Foto: dpa picture alliance

Das Terminal wird zur Lobby mit Restaurants und Bars. Die früheren Check-in-Schalter werden zur Essenshalle, mit Verkäufern aus dem Stadtteil Queens, in dem der Flughafen liegt.
Teppiche und Sofas im Terminal bleiben „Chili-rot“, so wie Saarinen es einst entworfen hat. Die Anzeigetafeln für startende und landende Flugzeuge sollen mechanisch bleiben und laut klicken, dafür wurde extra eine italienische Firma engagiert.

Auch interessant: Der Flughafen von Disney World, auf dem kein Flieger landen darf

„Die Zimmer werden ganz ruhig sein“

Rund um das Terminal sollen zwei Hoteltürme mit ingesamt 505 Zimmern und ein Konferenzzentrum entstehen. „Vom Pool auf dem Dach aus kann man die Start- und Landebahn sehen“, sagt Entwickler Chitnis. Mit dem Lärmschutz wurde die deutsche Firma Interpane beauftragt. „Die Zimmer werden ganz ruhig sein.“

Bis alles fertig ist, wird es aber noch eine Weile dauern. Bislang stehen die Hoteltürme noch nicht, und das Terminal ist im staubigen Rohzustand. Das Architektur-Juwel stelle die Bauarbeiter zudem vor viele Herausforderungen, sagt Chitnis und zeigt auf die großen schrägen Fensterwände. „Sehen Sie das? Jede einzelne Glasscheibe hat eine andere Größe – und jede einzelne müssen wir ersetzen.“

Wir sind auch auf Instagram: travelbook_de – hier folgen!

Traumurlaub bis zu 70 Prozent günstiger – jetzt gratis bei TRAVELBOOK Escapes anmelden!

Themen