Pool mit Blick auf die Landebahn

JFK-Terminal als Luxushotel wiedereröffnet

Pool TWA Hotel
Die Hotelgruppe MCR hat das ehemalige TWA-Terminal für rund 265 Millionen US Dollar zum Luxushotel umgebaut. Vom Pool haben Hotelgäste einen spektakulären Blick auf die Landebahn
Foto: Three Marks

Das TWA-Terminal am New Yorker JFK-Airport gilt zwar als architektonisches Highlight, doch seinen Zweck erfüllte es nur unzureichend. Jetzt hat das Terminal, in dem unter anderem für den Hollywood-Film „Catch Me If You Can“ gedreht wurde, als Luxushotel wiedereröffnet.

Zur Eröffnung tanzten und sangen sich als Piloten und Flugbegleiter im Stil der 60er Jahre verkleidete Statisten durch das Terminal, bevor Gäste ihre Zimmer beziehen konnten. Sie zahlen knapp 300 Dollar (etwa 270 Euro) pro Nacht.

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Architektur-Juwel von 1962

Das vom finnischen Architekten Eero Saarinen entworfene Terminal mit zwei großen Betonflügeln gilt seit seiner Eröffnung 1962 als Architektur-Juwel. Bis heute schreiben Experten Doktorarbeiten über die geschwungenen Kurven, die großen Glasfenster sowie die Teppiche und Sofas in Chili-rot.

„Die meisten Menschen sind blind“, hatte Saarinen gesagt. „Wenn man mit Architektur zu subtil wird, kommen die Menschen rein, laufen herum und bemerken den Unterschied gar nicht.“

TWA-Terminal, JFK-Airport

Architekturikone: das TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy mit seinem geschwungenen Dach
Foto: Max Touhey/MCR Development/dpa-tmn

TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy

Das TWA-Terminal am New Yorker Flughafen John F. Kennedy war zwar architektonisch legendär, aber bereits zu seiner Eröffnung 1962 technisch überholt.
Foto: Max Touhey/MCR Development/dpa-tmn

In seiner Funktion war das Terminal bereits bei seiner Eröffnung überholt. Noch während der Bauzeit waren große Jumbo Jets entwickelt worden, für die die Kapazitäten des Terminals nicht ausreichten. Also musste immer weiter angebaut werden. Saarinen bekam das alles nicht mehr mit, er starb 1961. Der Flughafen hieß damals noch Idlewild Airport und war recht klein. Um das Terminal herum war freies Land.

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16 Jahre Leerstand

Nach der Pleite der Fluggesellschaft Trans World Airlines (TWA) wurde das Gebäude 2001 ganz geschlossen. Verstaubend und verfallend stand es fast 16 Jahre lang leer, während der Flughafen drumherum immer weiter wuchs. Wie ein abgestürztes Ufo liegt das Gebäude heute eingequetscht zwischen dem Terminal 5, dem Verbindungszug Airtrain und viel befahrenen Straßen.

Mehr als 56 Millionen Menschen kommen inzwischen jedes Jahr am JFK an oder fliegen von dort ab, es ist einer der fünf belebtesten Airports der USA. Als „Kronjuwel der Fliegerei“ bezeichnete ihn jüngst New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.

„Catch Me If You Can“ machte den Terminal weltberühmt

Außerdem inspirierte das Terminal auch die Macher des Hollywood-Blockbusters „Men in Black“, dessen Hauptquartier an das 60er-Jahre-Design stark angelehnt ist.

Die Hotelgruppe MCR hat das Terminal nun für rund 265 Millionen Dollar (etwa 240 Millionen Euro) umgebaut und weitestgehend in den Originalzustand versetzt.

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Restaurants und Bars im früheren Check-in-Bereich

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„Von dem Moment an, in dem Gäste und Besucher im TWA Hotel ankommen, werden sie sich in der Atmosphäre der reichen Kultur von 1962 wiederfinden – mit Architektur, Sehenswürdigkeiten, Geräuschen und Ambiente“, sagt MCR-Chef Tyler Morse. „Wir haben überall auf die kleinsten Details geachtet, um diesem wunderbaren Denkmal und dieser besonderen Zeit in der Geschichte Amerikas Ehre zu erweisen.“

Ein Flughafenhotel sei natürlich an sich nichts Neues, kommentierte das Wirtschaftsmagazin „Forbes“. In der Welt der Flughafenhotels finde man selten etwas Aufregendes. Das frühere TWA-Terminal aber sei nun „ein Flughafen-Hotel, das selbst zu einem lohnenden Ziel wird“.