13. Juli 2026, 13:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Sommerferien haben in den meisten Bundesländern bereits begonnen, an den Flughäfen herrscht Hochbetrieb. Wer in diesen Tagen mit Lufthansa verreist, sollte jedoch vor dem Abflug noch einmal einen Blick in seine Buchungsunterlagen werfen. Denn je nach gebuchtem Tarif gelten unterschiedliche Regelungen, insbesondere bezüglich des Handgepäcks. Nicht bei jedem Ticket gehört ein Kabinentrolley automatisch zum Leistungsumfang. Und wenn Sie dann einen dabei haben, kann es kurzfristig ziemlich teuer werden.
Kabinentrolley nicht immer inklusive
Seit Ende April 2026 führt die Lufthansa Group schrittweise den neuen, auf ausgewählten Kurz- und Mittelstrecken buchbaren Economy-Basic-Tarif ein. Mit dem vergleichsweise günstigeren Tarif richtet sich die Airline unter anderem an Tagesreisende, die mit wenig Gepäck unterwegs sind. Dies erklärt ein Lufthansa-Sprecher auf TRAVELBOOK-Nachfrage.
Für den beschriebenen Reisetyp kann der Tarif ausreichen. Denn enthalten ist lediglich ein persönlicher Gegenstand – etwa eine Laptoptasche oder ein kleiner Rucksack. Dieser darf maximal 40 × 30 × 15 Zentimeter groß sein und muss unter den Vordersitz passen.
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Bedeutet auch: Ein klassischer Kabinentrolley ist im Economy-Basic-Tarif nicht automatisch enthalten. Wer dennoch einen Rollkoffer mit in die Kabine nehmen möchte, kann diesen als Zusatzleistung hinzubuchen. Laut Lufthansa ist dies online bis spätestens zwei Stunden vor Abflug möglich. Eine feststehende Höhe für die hier anfallenden Gebühren nennt Lufthansa nicht, der Preis hängt demnach unter anderem von der jeweiligen Strecke, dem Buchungszeitpunkt sowie der Nachfrage ab.
Unzulässiges Handgepäck kann am Gate teuer werden
Deutlich teurer soll es jedenfalls sein, das Hinzubuchen zu versäumen und am Gate mit einem nicht zulässigen Handgepäckkoffer zu erscheinen. Denn dann wird er Reisenden abgenommen und kostenpflichtig im Frachtraum des Flugzeugs transportiert. „Die Gebühren hierfür sind bedeutend höher als für vorab gebuchtes Check-in-Gepäck und können nur mit einer Kreditkarte beglichen werden“, erklärt die Airline auf der Website. Je nach Strecke belaufen sich die anfallenden Kosten demnach auf 60 bis 110 Euro.
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Andere LH-Tarife haben weiterhin kostenloses Handgepäck
Lufthansa betont, dass der neue Economy-Basic-Tarif lediglich eine zusätzliche Option darstellt. „Die weiteren Tarife haben ein kostenloses Handgepäckstück/Rollkoffer inklusive“, so der Sprecher zu TRAVELBOOK. Gemeint sind beispielsweise Economy Light, Comfort, Comfort Green und Flex. „Es änderte sich also nichts an den bestehenden Tarifen. Es gibt nur ein weiteres Produkt, das Kunden wählen können.“
Trotzdem lohnt sich natürlich vor der Urlaubsreise ein prüfender Blick in die Buchungsbestätigung. Dort ist ersichtlich, welcher Tarif gewählt wurde und welche Gepäckstücke tatsächlich enthalten sind. So lassen sich zusätzliche Kosten oder Überraschungen am Flughafen vermeiden.
Kritik von Verbraucherschützern
Auch wenn der neue Tarif eine zusätzliche Wahlmöglichkeit für Reisende darstellt, stößt die Entwicklung auf Kritik. Verbraucherschützer bemängeln vor allem, dass Flugleistungen zunehmend in einzelne Zusatzkosten aufgeteilt werden.
Laut dem europäischen Verbraucherverband BEUC machen zusätzliche Gebühren – etwa für Handgepäck – den tatsächlichen Preis einer Reise weniger transparent. Aus Sicht der Organisation erschweren solche Zusatzkosten den Preisvergleich, weil ein zunächst günstiger erscheinendes Ticket durch weitere Leistungen am Ende deutlich teurer werden kann.
Reisende sollten achtsam sein. Zumal Lufthansa längst nicht die einzige Fluggesellschaft ist, die ihr Tarifportfolio um günstige Basisangebote erweitert hat. Behalten Sie bei Flugbuchungen stets im Hinterkopf, welche Leistungen Sie benötigen und je nach Tarif separat hinzubuchen und bezahlen müssten. Es kann sich mitunter lohnen, einen höherpreisigen Tarif zu wählen, der mehr Leistungen enthält.