Es gibt Billigfluggesellschaften wie beispielsweise Ryanair oder Easyjet, bei denen Fluggäste für nahezu alles über die reine Beförderung hinaus extra zahlen müssen. Und daneben gibt es klassische Linienfluggesellschaften wie Lufthansa. Diese haben sich lange dadurch ausgezeichnet, dass viele Leistungen (z. B. Mahlzeiten oder Freigepäck) bereits im Reisepreis enthalten waren. Doch das war einmal – inzwischen werden auch in dieser Reisekategorie immer mehr Leistungen separat berechnet. Medienberichten zufolge weitet Lufthansa nun auch Gebühren für den Wechsel eines beim Check-in zugewiesenen Sitzplatzes auf weitere Langstreckentarife aus. TRAVELBOOK hat bei der Airline nachgefragt.
Steigende Betriebskosten und neue regulatorische Vorgaben machen das Fliegen insgesamt teurer. Parallel dazu setzen Airlines zunehmend auf differenzierte Tarife und Zusatzleistungen, um verschiedene Kundengruppen anzusprechen. Auch bei Lufthansa, wo eine Buchung früher deutlich mehr Leistungen umfasste, reicht das Angebot inzwischen vom klassischen Tarif mit mehreren Inklusivleistungen bis hin zu besonders günstigen Varianten – dort müssen Passagiere einzelne Leistungen gezielt hinzubuchen. Nun folgt offenbar der nächste Schritt: Auch für den Sitzplatzwechsel nach dem Check-in sollen weitere Gebühren anfallen.
Kostenpflichtige Sitzplatzänderung bei Lufthansa
Bei Billigfluggesellschaften gehört die Bepreisung bestimmter Sitzplätze längst zum Geschäftsmodell. Wer bei Airlines wie Ryanair oder Easyjet selbst entscheiden möchte, wo er auf einem Flug sitzt, zahlt dafür extra. Wer darauf verzichtet, bekommt in der Regel beim Check-in einen Sitzplatz zugewiesen.
Bei Lufthansa war es bislang ebenfalls möglich, dass Passagiere ohne vorherige Sitzplatzreservierung beim Check-in einen Platz zugewiesen bekommen. Änderungen eines ausgewählten oder zugewiesenen Sitzplatzes können laut den Beförderungsbedingungen der Airline je nach Tarif kostenpflichtig sein. Für Reisende bedeutet dies weniger Flexibilität: Viele Passagiere warten bewusst bis zum Check-in, um aus den noch verfügbaren Plätzen einen anderen, vielleicht „besseren“ Sitzplatz auszuwählen. Medienberichten zufolge wurde die unbeliebte Regelung nun auf weitere Langstreckentarife ausgeweitet. TRAVELBOOK fragte bei der Airline nach, was sich konkret geändert hat.
Ein Unternehmenssprecher bestätigt eine Anpassung der Regelungen für Sitzplatzwechsel beim Check-in. Neu ist: Passagiere, die beim Check-in automatisch einen kostenlosen Sitzplatz zugewiesen bekommen, müssen künftig zahlen, wenn sie diesen Platz aktiv gegen einen anderen verfügbaren Sitzplatz tauschen möchten. Die Regelung gilt seit dem 1. Juli 2026 für die Airlines der Lufthansa Group auf Langstreckenflügen, darunter Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines und Discover Airlines.
Betroffen sind bestimmte Economy- und Premium-Economy-Tarife. Die Höhe der Gebühr ist laut Lufthansa nicht pauschal festgelegt – sie richtet sich unter anderem nach Strecke, Abflugort und Buchungszeitpunkt. Der konkrete Betrag wird Passagieren erst während des Online-Check-ins angezeigt.
Welche Reisende nicht betroffen sind
Ausgenommen bleiben unter anderem Flex-Tarife sowie bestimmte Statuskunden. Auch Passagiere, die bereits vorab einen Sitzplatz reserviert haben, können diesen innerhalb der gebuchten Kategorie beim Check-in weiterhin kostenlos ändern. HON-Circle-Member und Senatoren der Lufthansa Group behalten die Vorteile ihres Status: Sie können in Economy- und Premium-Economy-Tarifen weiterhin kostenfrei Sitzplätze vorab reservieren und beim Check-in frei wählen.
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