Sie konnten nie richtig geklärt werden

Die mysteriösesten Flugzeugabstürze aller Zeiten

Dieser 2015 angespülte Flugzeugteil soll angeblich zu der verschollenen Maschine MH-370 gehören
Dieses 2015 angespülte Flugzeugteil soll angeblich zu der verschollenen Maschine MH-370 gehören
Foto: dpa picture alliance

Immer wieder gibt es Flugzeugabstürze, die nie aufgeklärt werden – ob über dem berühmten Bermuda-Dreieck oder über dem Himalaya. Auch weil viele Fälle nie aufgearbeitet werden, gibt es umso mehr Spekulationen. TRAVELBOOK zeigt die mysteriösesten Flugzeugabstürze der Vergangenheit und erklärt, was Fakt ist und was Fiktion.

Flight 19, spurlos verschwunden im Dezember 1945

Die Fakten:
Flug 19 bestand aus fünf amerikanischen Torpedobombern mit insgesamt 13 Besatzungsmitgliedern, die am 5. Dezember 1945 von der Basis in Fort Lauderdale zu einem Trainingsflug starteten. 90 Minuten nach dem Start meldete einer der Piloten, Charles C. Taylor, in einem Funkspruch Probleme bei der Orientierung: Der Kompass sei ausgefallen sei, die Landesgrenzen unter ihnen seien nicht mehr auszumachen und man habe sich verirrt. Der Tower gibt Taylor daraufhin die Anweisung, nach Westen zu fliegen. Doch Taylor antwortete: „Können nicht feststellen, wo Westen ist. Nichts stimmt mehr.“

Dann verschlechterte sich auch noch das Wetter und der Treibstoff wurde knapp. Taylor soll in einem der letzten Funksprüche gesagt haben: „Wir müssen notwassern, wenn wir die Küste nicht erreichen … Wenn das erste Flugzeug unter zehn Gallonen fällt, gehen wir alle zusammen runter.“ Schließlich startete nach der letzten Meldung von Flug 19 ein Wasserflugzeug zu einer Suchaktion. Doch als es die vermutete Position der fünf Torpedobomber erreichte, verschwand es ebenfalls spurlos. Hier ein Auszug aus dem Untersuchungsbericht der US-Navy). Bis heute wurden weder die Todesopfer noch ein einziges Wrackteil der sechs Militärmaschinen gefunden.

Die Spekulationen:
Viele Verschwörungstheoretiker sehen den Fall als einen der wichtigsten Beweise für die Bermuda-Dreieck-Theorie. So zum Beispiel auch Allan W. Eckert der in einem Magazin für Militärveteranen erstmals einen ganzen Artikel dem „Flug 19“ widmete, wie „Spiegel Online“ berichtete. In der Theorie zum Bermuda-Dreieck geht es darum, dass in dem Seegebiet im westlichen Atlantik nördlich der Karibik immer wieder Schiffe und Flugzeuge auf unerklärliche Weise verschwinden.  Experten gehen aber von einem realistischeren Geschehen aus: Sie glauben, dass den Piloten irgendwann der Treibstoff ausgegangen sein muss, sie ins Meer stürzten und dort versanken. Das Wasserflugzeug sei vermutlich in der Luft explodiert.

Ist das Rätsel um das Bermudadreieck nun endlich gelöst?

Flug MH370, verschwunden im März 2014

Die Fakten:
Die Geschichte des berüchtigten Malaysia-Airlines-Flug 370 begann am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord des Flugzeugs waren neben dem erfahrenen Pilot, der mehr als 18.000 Flugstunden hatte, und der restlichen Crew noch 239 Passagiere. Rund 40 Minuten nach dem Start verschwand das Flugzeug plötzlich vom Radar. Im Nachhinein stellte man allerdings anhand von Satellitendaten fest, dass die Maschine zu diesem Zeitpunkt nicht abstürzte. Stattdessen flog sie noch etwa sieben Stunden, erst in Richtung Westen, dann lange nach Süden. Im Indischen Ozean ist die MH370 dann vermutlich abgestürzt. Ein vollständiges Wrack wurde jedoch nie gefunden.  Hier finden Sie eine ausführliche Chronik des Unglücks. 

Die Spekulationen:
Der kanadische Absturz-Ermittler Larry Vance verkündete, wie unter anderem BILD.de berichtete, in seinem Buch „MH370 – Mystery Solved“, dass der malaysische Pilot die Maschine mit Absicht aufs Wasser setzte – er habe Selbstmord begehen wollen. Das mache er an dem guten Zustand der zwei Dutzend entdeckten Wrackteile fest. Der Chef-Ermittler Peter Foley hingegen ist davon überzeugt, dass die Maschine mangels Treibstoff ins Meer stürzte, wie etwa die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete. Andere Quellen gehen davon aus, dass der Flug vom Militär abgeschossen wurde, so wie Flug MH17 im Jahr 2014 über der Ukraine. An abstrusen Verschwörungstheorien mangelt es zudem auch nicht, mal sollen die Russen das Flugzeug nach Kasachstan entführt haben, mal sind Nordkorea und dann wiederum Aliens Schuld am Verschwinden der Maschine.

Anzeige: Übernachtung im Stadthotel in Berlin inkl. Frühstück & Extras ab 119€ p.Z.

Egypt Air Flug 990, abgestürzt im Oktober 1999

Die Fakten:
Der Egypt-Air-Flug 990 (kurz MSR990) sollte am 31. Oktober 1999 von New York nach Kairo fliegen. Doch der Linienflug stürzte etwa 96 Kilometer von der Insel Nantucket entfernt in den Atlantischen Ozean. Vor dem Absturz soll der Flugschreiber angeblich aufgezeichnet haben, wie der Co-Pilot immer wieder gesagt habe „I rely on God“ (deutsch: „Ich vertraue auf Gott“). Als der Pilot zurück ins Cockpit kam, habe dieser angeblich gesagt: „Was ist das? Was ist das? Hast du den Antrieb ausgeschalten?“. Alle 217 Personen an Bord der Maschine starben bei dem Absturz. Hier der Schlussbericht der US-amerikanischen Verkehrsbehörde National Transportation Safety Board NTSB.

Offiziere tragen den Container, in dem der Rekorder der Stimmaufnahmen aus dem Cockpit des Egypt-Air-Flugs

Offiziere tragen den Container mit dem Rekorder der Stimmaufnahmen aus dem Cockpit des Egypt-Air-Flugs
Foto: dpa picture alliance

Die Spekulationen:
Die Unglücksursache ist nicht genau geklärt, bis heute streiten die USA und Ägypten über die wahre Ursache. Die ägyptische Zivilluftfahrtbehörde begründet den Absturz mit einem Defekt der Höhenmessanlage, wie unter anderem die „ARD“ berichtete. Die US-amerikanischen Behörden glauben hingegen an einen Selbstmord: Der Co-Pilot fiel schon länger durch sexuelle Belästigung auf und wurde angeblich am Morgen vor dem Absturz deswegen verwarnt. Die US-Verkehrsbehörde NTSB veröffentlichte am 21. März 2002 den bereits oben erwähnten Abschlussbericht der Ermittlungen, in dem es hieß, dass das Unglück wahrscheinlich aus dem Fehlverhalten des ersten Offiziers der Ersatzcrew resultierte. Die Ägypter kritisierten diese These und die Arbeit des NTSB. Fakt ist, dass der Fall bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Wie gefährlich ist es, wenn beim Fliegen ein Triebwerk brennt?

PIA Flug 404

Die Fakten:
Seit mittlerweile mehr als 27 Jahren ist Flug 404 der „Pakistan International Airlines“ (PIA) verschollen. Das Flugzeug startete um 7:36 Uhr am Morgen des 25. Augusts 1989 in der pakistanischen Stadt Giglit. An Bord der Maschine des Typs „Fokker F27 Friendship“ befanden sich 54 Menschen, das Ziel war Islamabad, die Hauptstadt Pakistans. Nur 4 Minuten nach Abflug ging der letzte Funkspruch der Crew ein: Man erwarte eine Landung in Islamabad um 08:32 Uhr. Doch die Maschine kam nie an, bis heute wurde kein Wrack gefunden. Hier die Fakten im Detail. 

Die Spekulationen:
Es wurde nie geklärt, warum der Flug nie am Zielort ankam. Eine Annahme ist, dass das Flugzeug über dem Himalaya-Gebirge abgestürzt sein könnte, eine andere, dass es von indischen Behörden abgeschossen wurde, weil es versehentlich über die Grenze flog. Für keine dieser Theorien gibt es jedoch einen Beweis. Das ist auch einer der Gründe, warum sich Angehörige noch heute, Jahrzehnte später, fragen, warum die Behörden diesen Fall zu den Akten legten.