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Alles nur Photoshop?

Wie entstehen eigentlich Fotos von Flugzeugen in großer Höhe?

Illustration Flugzeug in der Luft
Ein Passagierflugzeug fliegt in der Regel auf einer Höhe von 10 bis 15 Kilometern. Doch nicht immer handelt es sich bei den luftigen Bildern um computerbasierte Illustrationen Foto: Getty Images

Auf Reiseprospekten, Airline-Tickets und Webseiten begegnen uns immer wieder tolle Fotos von Flugzeugen, die hoch über den Wolken fliegen. Doch haben Sie sich jemals gefragt, wie diese Bilder so weit über unseren Köpfen zustande kommen? TRAVELBOOK klärt auf.

Wenn man das Glück hat, im Flugzeug am Fenster zu sitzen, wird gerne mal das Smartphone für Fotos gezückt. Der Himmel zeigt sich in klarem Blau, die Wolken sehen wie Zuckerwatte aus oder unter einem breiten sich Städte, Berge und Küste aus. Oft landet dann das obligatorische Luftfoto mit Flügel auf Instagram oder Facebook. Doch wie entstehen eigentlich die Fotos, die gesamte Flugzeuge von außen während des Flugs, weit über den Wolken zeigen?

Auf den Internetseiten der Fluggesellschaften begegnen dem Besucher sofort Flieger, die über den Wolken hinweg schweben. Auch bei TUI Fly. Oftmals handelt es sich allerdings um eine Fotomontage: Das Bild ist nicht wirklich in großer Höhe, sondern am Computer entstanden: „Wir beauftragen Boeing mit den sogenannten Air-to-Air-Bildern. Die haben einen Learjet, ein etwas kleineres Flugzeug, mit einer 360-Grad-Kamera, die auf dem Dach des Fliegers unter einer Glaskuppel montiert ist. Damit kann man um das Passagierflugzeug fliegen und es von allen Seiten fotografieren. Der Rest passiert in der Nachbearbeitung“, sagte Jan Hillrichs 2018 von TUI Fly zu TRAVELBOOK.

Auftraggeber in diesem Bereich gibt es viele, doch ein gelungenes Bild oder Video eines Objektes hoch oben in der Luft zu erstellen, ist eine Kunst für sich.

Wie Air-to-Air-Aufnahmen entstehen

Das zeigt sich in der Arbeit der Produktionsfirma Wolfe Air, die sich selbst als Marktführer in Sachen „Cinema Avation“ bezeichnet. Als Referenzen nennen Wolfe Air Filme wie „Interstellar“, „Avengers“ und „Air Force One“. Auch Emirates, Etihad Airways, das amerikanische, koreanische und kanadische Militär sind Kunden der Firma. Sie nutzt insgesamt drei Maschinen – einen Learjet, eine Cessna und einen Helikopter. Jeweils an Rumpf, Unterseite und Flügeln der Maschinen werden Kameras befestigt. Die dabei verwendeten Kamerasysteme nennen sich „Vectorvision“ und „Gyron“. „Vectorvision“ wird vom Piloten gesteuert und ist für HD-Aufnahmen und Fotos geeignet, „Gyron“ garantiert Bildstabilität und verminderte Vibrationen und Störungen, die durch die Maschine selbst und den Wind entstehen können.

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Drohnen sind keine Option

In der Regel beauftragen Airlines und Flugzeughersteller Profis wie Justin de Reuck aus Südafrika, der seit 25 Jahren als Fotograf arbeitet und sich seit 2006 auf Luftbild- und Air-to-Air-Fotografie konzentriert. Auf seiner Homepage sind eine Reihe von Bildern von Kampfjets, Frachtern und kleineren Maschinen zu sehen. Er selbst fotografiert immer aus einem zweiten, kleineren Jet heraus, der das eigentliche Flugzeug begleitet. „Manchmal werden die Türen des Jets abmontiert, manchmal fotografiere ich durch eine transparente Überdachung hindurch“, sagt Justin de Reuck. Die Fotos entstehen meist auf einer Flughöhe von 2500 Fuß, also knapp 800 Meter. Einen Fotografen in einer zweiten Maschine für solche Aufnahmen einzusetzen, ist meist unumgänglich – Drohnen sind keine Option. „Drohnen werden niemals benutzt, das wäre nicht nur gefährlich, sondern auch noch illegal“, weiß der Fotograf. Auch er veröffentlicht Videos, in denen er seine Arbeit und die Entstehung der Fotos dokumentiert.

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