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Wildlife Photographer of the Year

Albtraum-Foto von Riesenspinne unterm Bett erhält Auszeichnung

Wildlife Photographer of the Year
Dieses Foto von einer Brasilianischen Wanderspinne samt ihrer Brut brachte dem Kanadier Gil Wizen beim diesjährigen Wettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“ den Sieg in der Kategorie „Urban Wildlife“ ein. Entdeckt hatte er die Riesenspinne in Ecuador unter seinem Bett.Foto: Gil Wizen / Wildlife Photographer of the Year

Für Menschen mit Spinnenphobie dürfte ein Foto von einer Riesenspinne der blanke Horror sein. Nicht aber für die Jury des renommierten Fotowettbewerbs „Wildlife Photographer of the Year“ des Londoner Natural History Museum. Im Gegenteil: Für das Foto „The spider room“ kürte sie den Kanadier Gil Wizen zu einem der diesjährigen Gewinner.

Der kanadische Insektenforscher und Fotograf Gil Wizen ist einer von mehreren Gewinnern des diesjährigen Wettbewerbs „Wildlife Photographer of the Year“. In der Kategorie „Urban Wildlife“ wurde er dieser Tage für sein Foto „The spider room“, das eine Brasilianische Wanderspinne (Phoneutria fera) mit ihrer Brut zeigt, ausgezeichnet. Entdeckt hatte er das Tier unter seinem Bett in einer biologischen Forschungsstation in Ecuador. Zuvor waren Wizen in seinem Zimmer überall winzige Spinnen aufgefallen. „Sie waren im Moskitonetz, krochen auf meinem Rucksack, kletterten auf meine Ausrüstung und ruhten in meinen Kleidern. Sie waren überall“, schreibt Wizen in seinem Blog. Deshalb nahm er an, dass irgendwo in der Nähe ein Nest sein müsse – und machte sich auf die Suche. Fündig wurde Wizen dann schließlich unter seinem Bett.

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Eine Spinne so groß wie eine Männerhand

„Nicht nur, dass buchstäblich Tausende von Jungspinnen unter dem Bett waren, direkt neben ihnen ruhte eine der größten ‚Nicht-Vogelspinnen‘-Spinnen, die ich je gesehen habe“, schreibt Wizen. Die Länge des Körpers habe rund 4,5 Zentimeter betragen, samt Beinen sei die Spinne jedoch so groß wie seine Hand gewesen. „Ich erkannte sofort die Gattung: Phoneutria, eine Wanderspinne, die zur Familie der Ctenidae gehört“, so der Insektenforscher weiter.

Biss der Brasilianischen Wanderspinne kann tödlich sein

Wizen kriecht also in seinem Zimmer unters Bett und nähert sich mit seiner Kamera langsam der Riesenspinne. Geschickt wählt er eine Perspektive, die die Spinne noch größer erscheinen lässt als sie in Wirklichkeit ist, und drückt ab. Obwohl Wizen, wie er sagt, „sehr glücklich war, diese Spinne zu finden“, sei ihm bei dem Gedanken, über einer der giftigsten Spinnen der Welt zu schlafen, alles andere als wohl gewesen. Also lockt er die Spinne geschickt in einen Behälter und setzt sie anschließend im Regenwald aus. Eine gute Entscheidung, denn ein Biss der Brasilianischen Wanderspinne kann für Menschen tödliche Folgen haben.

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Franzose ist Wildlife Photographer des Jahres 2021

Insgesamt wurden am Dienstagabend in London Gewinnerinnen und Gewinner in 19 Kategorien gekürt. Wildlife Photographer of the Year 2021 wurde der Franzose Laurent Ballesta. Der Biologe gewann den Wettbewerb mit seinem spektakulären Unterwasserfoto „Creation“. Die Aufnahme zeigt Zackenbarsche beim Laichen vor dem Pazifik-Atoll Fakarava in Französisch-Polynesien.

Jurychefin Rosamund Kidman Cox sagte: „Das Bild funktioniert auf so vielen Ebenen. Es ist überraschend, energisch und faszinierend und hat eine überirdische Schönheit.“ „Creation“ wurde aus mehr als 50.000 Einsendungen aus 95 Ländern ausgewählt, wie das Natural History Museum am späten Dienstagabend mitteilte.

Wildlife Photographer of the Year
Das Sieger-Foto von Laurent Ballesta mit dem Titel „Creation“ zeigt Zackenbarsche beim Laichen vor dem Pazifik-Atoll FakaravaFoto: Laurent Ballesta / Wildlife Photographer of the Year

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Auszeichnung für zehnjährigen Inder

Young Wildlife Photographer des Jahres wurde der zehnjährige Vidyun R Hebbar. Sein prämiertes Foto zeigt eine Spinne und ihr zeltartiges Netz, im Hintergrund fährt ein Tuk-Tuk vorbei. Der Junge aus Indien beteiligte sich bereits im Alter von acht Jahren an dem Wettbewerb und fotografiert mit Vorliebe Lebewesen in den Straßen und Parks seiner Heimatstadt Bangalore, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Die besten Bilder werden von diesem Freitag (15. Oktober) an bis zum Juni 2022 im Natural History Museum zu sehen sein. Danach sollen sie auch in anderen Ländern, darunter Deutschland, ausgestellt werden.

Mit Material von dpa