Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Interaktive Karte

Wo Sie rauskommen, wenn Sie senkrecht einen Tunnel graben würden

Antipodes Map
Haben Sie sich auch schon gefragt, was auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel liegt?Foto: https://www.antipodesmap.com/

Wissen Sie eigentlich, was von Ihnen gesehen genau auf der anderen Seite der Welt liegt? Mit Sicherheit ist es dort mehrere Stunden früher oder später, meistens herrscht dort auch eine andere Jahreszeit – und besonders häufig sieht es dort ganz anders aus, als man es sich vorstellt. Neugierig geworden? Dann probieren Sie mal diese interaktive Karte aus und schauen, wo Sie herauskämen, wenn Sie jetzt einen Tunnel geradewegs durch die Erdkugel bohren würden!

Wenn Sie überlegen, was unter Ihren eigenen Füßen, am anderen Ende der Welt, liegt – woran denken Sie dann? An unberührte Natur? Eine faszinierende Inselwelt? Oder eine ferne Metropole? 

Die „Antipodes map“, entwickelt von der in der rumänischen Hauptstadt Bukarest ansässigen Software-Firma Aniotek, stellt zwei Weltkarten gegenüber. Auf der einen Seite kann man den gewünschten Ort manuell suchen oder einfach oben in das Suchfeld den Städtenamen eingeben. Auf der zweiten Karte erscheint daraufhin der Ort, der der gewählten Ausgangslage direkt gegenüberliegt – angenommen man würde einen geraden Tunnel 90 Grad zur Oberfläche, also direkt senkrecht in die Tiefe, durch das Erdinnere bis zur anderen Seite graben.

Antipodes Map
Egal ob Berlin, München oder Hamburg – die Antipoden Deutschlands liegen allesamt im SüdpazifikFoto: antipodesmap.com

Spanien liegt genau gegenüber von Neuseeland

Neuseeland hat tatsächlich etliche Gegenstücke auf dem spanischen Festland. Von Christchurch aus gelangt man ziemlich genau in die spanische Stadt La Coruna, von der Neuseelands Hauptstadt Wellington aus kann man sich direkt in den spanischen Ort Alaejos graben und das spanische Cordoba findet seine Entsprechung am anderen Ende der Welt im neuseeländischen Hamilton. Neuseelands großer Nachbar Australien hingegen ist die größte, zusammenhängende Landmasse, deren Antipoden komplett im Ozean liegen.

Würde man sich theoretisch von Spanien aus durch die Erde graben, käme man in Neuseeland heraus
Würde man sich theoretisch von Spanien aus durch die Erde graben, käme man in Neuseeland herausFoto: antipodesmap.com

Meistens ist am anderen Ende nur Wasser

Wer aus dem Rest von Europa einen Tunnel buddeln würde, käme fast immer im Pazifischen Ozean, (süd)östlich vor der Küste von Neuseeland, raus. Beim Start nördlich der südfranzösischen Stadt Montpellier würde man knapp eine Landung auf den Chathaminseln im Südpazifik, die zu Neuseeland gehören, verpassen.

Die ernüchternde Erkenntnis, wenn man zahlreiche Orte ausprobiert, ist, dass man fast immer im Meer landet – ganz egal, ob man in Europa, Amerika oder Afrika startet. Hier wird einem die immense Masse an Wasser auf der Erde vor Augen geführt. Aber: Auf der „Antipodes“-Homepage werden auch Besonderheiten und echte „Gegenpole“ aufgeführt.

Auch interessant: Diese Weltkarte zeigt, welche Orte es 2050 nicht mehr geben könnte!

Die belebtesten Antipoden befinden sich in Asien und Südamerika

China liegt nicht, wie viele in Europa oder Amerika denken, auf der gegenüberliegenden Seite ebenjener Kontinente, sondern findet seine Gegenpole in pazifischen und atlantischen Ozean, aber auch in Südamerika, beispielsweise in Chile und Argentinien. Laut der Webseite sind diese Bereiche, also China und die Mongolei, mit ihren Gegenpolen in Chile und Argentinien die größten von Menschen bewohnten Landmassen, die tatsächlich am jeweils gegenüberliegenden Ende der Welt liegen.

Fun Fact: Obwohl Russland eine riesige Landmasse darstellt, kommt man auch von dort in den meisten Fällen am anderen Ende mitten im Meer heraus. Aber ein Tunnel aus der Stadt Ulan-Ude, nahe der russisch-mongolischen Grenze, würde beispielsweise in den südlichsten Teil Chiles, nach Puerto Natales, führen.

Ein Tunnel aus Südrussland würde direkt in den Süden von Chile führen
Ein Tunnel aus Südrussland würde direkt in den Süden von Chile führenFoto: antipodesmap.com

Reisezeiten von mehr als 30 Stunden auf dem Land

Die meisten Antipoden liegen in der Realität übrigens bis zu 20.000 Kilometer voneinander entfernt und es gibt keine Non-Stop-Flüge, die die Orte miteinander verbinden. Um von Spanien bis nach Neuseeland auf dem herkömmlichen Weg zu gelangen, würde man mehr als einen ganzen Tag mit einem oder mehreren Zwischenstopps in Asien und Australien brauchen. Da das momentan sowieso keine Option ist, bleiben wir lieber bei der Karte.

Probieren Sie sich auch aus und schicken Sie uns gerne Ihre lustigen „Gegenpole“ bei Facebook oder Instagram!