8. Oktober 2025, 12:43 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In welchem Bundesland sind einem die Menschen am sympathischsten? Mit dieser Frage haben sich Forscher der Freien Universität Berlin beschäftigt. Mit großem Abstand landet ein nördliches Bundesland an der Spitze.
Die sympathischsten Menschen leben in …
… Hamburg! Die Bewohner der Hansestadt haben in der Umfrage der FU mit Abstand am besten abgeschnitten, berichtet der „Tagesspiegel“, dem die Ergebnisse exklusiv vorliegen. Demnach haben die Hamburger 201 von möglichen 240 Sympathiepunkten erhalten. Auf Platz zwei landet ebenfalls ein Bundesland im Norden: Schleswig-Holstein erreicht 178 Punkte und liegt somit direkt hinter Hamburg. Platz drei geht an Baden-Württemberg mit 166 Punkten.
Metropole landet auf dem letzten Platz
Für viele vielleicht weniger überraschend ist das Schlusslicht: Laut der Umfrage leben die unsympathischsten Menschen in Berlin. Gerade einmal magere 62 Sympathiepunkte erhielt die Hauptstadt von den Befragten. Der Stuttgarter Politikwissenschaftler Achim Hildebrandt erklärt der Zeitung, dass das Berliner Ergebnis mit dem Image der Stadt zusammenhänge. Berlin werde mit dem Regierungssitz identifiziert sowie dem Klischee des „failed state“, in dem nicht einmal der Flughafen funktioniere, so Hildebrandt. Auch eine „generelle Metropolen-Abneigung“ komme hinzu.
Der Politikwissenschaftler weist aber auch darauf hin, dass die Umfrage weniger mit persönlichen Erfahrungen zu tun hat, sondern vor allem mit Klischees und Projektionen, die Menschen mit bestimmten Regionen verbinden. Man brauche ein Klischee im Kopf, um die Frage nach der Sympathie zu beantworten, so Hildebrandt.
Gewählt! Die (un)freundlichsten Bundesländer in Deutschland
Das denken die Deutschen wirklich über FKK
Große Unterschiede zwischen Ost und West
Die Umfrage zeigt auch einen deutlichen Unterschied zwischen Ost und West. Auf den hinteren Rängen landen mit Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen überwiegend ostdeutsche Bundesländer. Laut „Tagesspiegel“ sprechen die Forscher der FU von einer bisher wenig beachteten Form der Polarisierung. Diese zeige sich nicht nur zwischen Wählern verschiedener Parteien, sondern auch „zwischen Menschen aus verschiedenen Regionen: Ost gegen West, Bayern gegen den Rest, Stadt gegen Land“.
Besonders Bayern und Sachsen polarisieren in der Umfrage. Sachsen bekommt vor allem Sympathiepunkte von anderen ostdeutschen Bundesländern, nicht aber von den westdeutschen. Bayern landet zwar im Mittelfeld auf Platz 10 und kommt im Hinblick auf Sympathie bei den Ländern in der Mitte und im Süden gut weg. Weiter nördlich kommen allerdings weniger Punkte für den Freistaat zusammen.
Die (un)sympathischsten Menschen in den Bundesländern:
- Hamburg
- Schleswig-Holstein
- Baden-Württemberg
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Hessen
- Rheinland-Pfalz
- Bremen
- Bayern
- Brandenburg
- Saarland
- Thüringen
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Berlin
So sind die Forscher vorgegangen
Für die repräsentative Umfrage wurden 1630 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Ihnen wurde die Frage gestellt: „Wie sympathisch sind Ihnen, ganz allgemein gesprochen, Menschen aus diesem Bundesland?“. Bei dem Punktesystem wurden 15 Punkte an den Favoriten jedes Bundeslandes gegeben, an das Schlusslicht nur ein Punkt.