Mega-Muster am Meer

Für diesen Künstler ist der Strand eine Leinwand

Raffiniertes Zusammenspiel von Kunst und Natur: Diese perfekte Struktur wird vom herannahenden Ozean eingerahmt. „Erased bei the tide“ – ausgelöscht von der Flut, ist das Motto der Strandkunst
Raffiniertes Zusammenspiel von Kunst und Natur: Diese perfekte Struktur wird vom herannahenden Ozean eingerahmt. „Erased bei the tide“ – ausgelöscht von der Flut, ist das Motto der Strandkunst
Foto: www.andresamadorarts.com
Auch für Heiratsanträge wird der Künstler gerne engagiert. Da ist eine schnelle Entscheidung gefragt, bevor sich die große Frage wieder in Sand und Wohlgefallen auflöst
Auch für Heiratsanträge wird der Künstler gerne engagiert. Da ist eine schnelle Entscheidung gefragt, bevor sich die große Frage wieder in Sand und Wohlgefallen auflöst
Foto: www.andresamadorarts.com
Hier eine Aufnahme der „Lebensblume“ in den letzten Minuten ihres irdischen Daseins. Die meisten der vergänglichen Werke des Künstlers Andres Amador sind nach wenigen Minuten schon wieder Vergangenheit
Hier eine Aufnahme der „Lebensblume“ in den letzten Minuten ihres irdischen Daseins. Die meisten der vergänglichen Werke des Künstlers Andres Amador sind nach wenigen Minuten schon wieder Vergangenheit
Foto: www.andresamadorarts.com
Als besonders aufwändig bezeichnet Amador dieses Werk, in welchem er sich noch während der Arbeit daran verlor. Schon fünf Minuten nachdem das Foto geschossen wurde, war das Muster bereits zur Hälfte wieder verschwunden
Als besonders aufwändig bezeichnet Amador dieses Werk, in welchem er sich noch während der Arbeit daran verlor. Schon fünf Minuten nachdem das Foto geschossen wurde, war das Muster bereits zur Hälfte wieder verschwunden
Foto: www.andresamadorarts.com
Diese „Spirale“ am Ocean Beach wird gleich von einer Wasserzunge vom Strand geschleckt
Diese „Spirale“ am Ocean Beach wird gleich von einer Wasserzunge vom Strand geschleckt
Foto: www.andresamadorarts.com
Der erste Versuch des Künstlers, ein dreidimensionales Objekt darzustellen. Der Ikosaeder oder Zwanzigflächner hat in der Realität 20 Seiten
Der erste Versuch des Künstlers, ein dreidimensionales Objekt darzustellen. Der Ikosaeder oder Zwanzigflächner hat in der Realität 20 Seiten
Foto: www.andresamadorarts.com
In der Mitte dieses „Wirbels“ wirft ein Mensch einen langen abendlichen Schatten. Und auch hier rollen schon die Wellen heran
In der Mitte dieses „Wirbels“ wirft ein Mensch einen langen abendlichen Schatten. Und auch hier rollen schon die Wellen heran
Foto: www.andresamadorarts.com
Inspiriert vom Muster eines keltischen Knotens ist diese Figur, das größte geometrische Design Amadors
Inspiriert vom Muster eines keltischen Knotens ist diese Figur, das größte geometrische Design Amadors
Foto: www.andresamadorarts.com
Es muss nicht immer Sand sein. Dass sich auch andere Materialien für Earthscape-Artefakte eignen zeigt diese Aufnahme einer Blumenform aus Gras und Heu. Bis sie der Wind verweht...
Es muss nicht immer Sand sein. Dass sich auch andere Materialien für Earthscape-Artefakte eignen zeigt diese Aufnahme einer Blumenform aus Gras und Heu. Bis sie der Wind verweht...
Foto: www.andresamadorarts.com
Ein Mann und seine Harke. Geboren in San Francisco, ist die Küste Nordkaliforniens die bevorzugte Leinwand für Andres Amador
Ein Mann und seine Harke. Geboren in San Francisco, ist die Küste Nordkaliforniens die bevorzugte Leinwand für Andres Amador
Foto: www.andresamadorarts.com

Andres Amador aus San Francisco verwandelt Strände in riesige Leinwände. Mit einer Harke zeichnet er gigantische Muster voller Magie in den Sand. TRAVELBOOK zeigt eine Auswahl der vergänglichen Kunstwerke.

Eine Harke ist sein Pinsel, der Strand seine Leinwand – der US-amerikanische „Earthscape-Artist“ Andres Amador verwandelt die Strände Kaliforniens in vergängliche Kunstwerke.

Über zig Meter erstrecken sich die gigantischen Formenbilder, die teilweise schon während ihrer Entstehung vom Meer wieder ausgelöscht werden. Denn für ein Bild bleiben Andres und seinen Helfern nach eigenen Angaben nur etwa zwei Stunden Zeit, dann kommt die Flut. Am besten arbeitet es sich bei Vollmond, also dann, wenn sich das Wasser am tiefsten zurückzieht und ihm die größtmögliche Leinwand am Strand bietet.

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Magische Muster

Apropos Mond. Amador behauptet, seit seiner Geburt 1971 bereits mehrfach wiedergeboren worden zu sein – derzeit lebt er nun als Sandkünstler. So ist auch der Schaffensprozess seiner Sandbilder für ihn eine spirituelle Erfahrung. Mit seiner Harke und ganzem Körpereinsatz begebe er sich in die meditative Schöpfungsphase und werde eins mit seinem Werk.

Die Idee, Strände mit vergänglichen Artefakten zu verschönern, kam dem Künstler, als er eines Tages mit dem Spazierstock Zeichen und Schönschrift in den Sand malte. Heute inspirieren ihn die unterschiedlichsten Muster: Kornkreise, sakrale Symbole, Mandalas, organische Muster, oder einfach das Chaos.

Seither ist er allein oder mit Helfern, die er zum Beispiel aus seinen Playa-Painting-Workshops rekrutiert, an US-Stränden und weltweit umtriebig, am liebsten aber am Ocean Beach an der Küste seiner Heimatstadt San Francisco.