Überraschend schwanger

Diese Mutter zeigt, wie man mit 2 Kleinkindern die Welt entdeckt

Travel Mad Mum
Inzwischen reist die Familie zu viert
Foto: travelmadmum.com

Als Karen vor mehr als zwei Jahren überraschend schwanger wurde, dachte sie, dass sie sich von ihrem Traum, die Welt zusehen, vorerst verabschieden muss. Doch dann stellte sie fest, was auch mit Kindern alles möglich ist. TRAVELBOOK sprach mit der Mutter, die gerne von ihrem Lebensstil berichtet.

Es gibt Frauen, die verbringen die Mutterschaft zu Hause, stellen sich auf das Leben mit Kind ein und lernen mit der neuen Herausforderung zurechtzukommen. Ein nicht zu unterschätzender Job! Und dann gibt es welche, die nutzen die „freie“ Zeit, um die Welt zu entdecken, Abenteuer in fremden Ländern zu erleben und ihr Kind früh mit der Vielfalt der Welt vertraut zu machen. Karen Edwards gehört zur zweiten Gruppe.

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Die Krankenschwester, ihr Mann Shaun und ihre gemeinsame Tochter Esmé nutzen jede Möglichkeit, um zu Reisen – schon lange ein Hobby der jungen Irin. Seit acht Jahren erkundet sie die Welt und hat schon mehr als 60 Länder besucht. Reisen ist ihre Leidenschaft, ihr größtes Hobby. Das änderte sich auch nicht, als sie die überraschende Nachricht bekam, dass sie in einigen Monaten Mutter werden würde.

„Unser erstes Baby war eine totale Überraschung, also wollten wir unsere Zukunftspläne nicht vollkommen umschmeißen“, sagt Karen zu TRAVELBOOK. Kurz nach der Geburt zweifelte sie noch, ob das Reisen mit Kind realistisch sei. Nachdem sie aber wieder zu Kräften gekommen war und ihr Mann sie bestärkte, das Reisen zu dritt doch nicht aufzugeben, verabschiedete sie sich von all den zweifelnden Gedanken und das Paar beschloss, auch mit Esmé weiterhin die Welt zu entdecken.

Kinder öffnen Türen

Dass das Reisen als kleine Familie nicht so aussieht wie zu zweit, versteht sich von selbst. Die größten Unterschiede seien laut Karen die Abende. Man geht deutlicher früher ins Bett und auch ausgiebige Barbesuche gehören der Vergangenheit an. Und gerade diese Nächte, mit etwas Wein und viel Zweisamkeit, fehlen ihr manchmal. Sie betont jedoch, dass ein Kind andere Vorzüge mit sich bringen würde. Vorzüge, die sie auch nicht gegen Weinabende in Zweisamkeit eintauschen würde. Einer der Vorteile sei es, dass man Menschen kennenlernt, auf die man so nie zugegangen wäre. Wie so oft im Leben öffnet sich eine Tür, während eine andere sich schließt.

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Ein anderer Vorteil, als Familie zu reisen sei es, dass das Kind nicht die ganze Zeit unterhalten werden muss. Die ganze Veränderung und die neuen Erlebnisse beschäftigen das Kind, wodurch Karen und Shaun oft entlastet werden. Auf die Frage, was sie an ihrem Lebensstil am meisten liebe, antwortete Karen: „Nicht zu Hause sein zu müssen und immer wieder neue Wege zu finden, meine Tochter zu unterhalten. Das ist harte Arbeit! Und es ist so viel einfacher, sie beschäftigt zu halten, wenn wir uns in verschiedenen Umgebungen aufhalten.“

Mit Genitalien im Gesicht

Der absurdeste Moment, den die kleine Familie auf Welttour erlebte, war, als ein Affe auf den Kopf von Esmé sprang. „Die Genitalien des Affen waren in ihrem Gesicht“, beschreibt Karen amüsiert. Beim Durchschauen der Bilder sah sie dann später, das jemand genau in diesem Moment das Geschehen dokumentiert hatte. Ein Bild hält ihren erschrockenen Blick fest, als ein Affe den Kopf ihres Kindes als Klettergerüst nutzte. Eine Erinnerung, die sie wohl nie vergessen wird. Der Affe hatte aber nur beste Absichten und war sehr freundlich, schreibt Karen unter das Foto auf Instagram.

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Auf die Frage nach ihrem Lieblingsort antwortete Karen: „Wir lieben Bali, weil es so vielfältig auf so kleinem Raum ist. Von unglaublichen Bergen und Reisfeldern, über lebendige Städte bis hin zu schönen Stränden findet man alles. Wir träumen davon, einmal dort zu leben“, schwärmt die Irin. Malaysia hätte ihr hingegen nicht so sehr gefallen. „Ich habe mich sehr unwohl dabei gefühlt, Esmè mit der Brust zu füttern. Ich hasse es, ein Land nach nur einem Erlebnis negativ zu beurteilen, aber die Leute waren dort einfach nicht so hilfsbereit wie in den anderen Ländern.“

Die Frage nach den Finanzen

Während der Mutterschaft hat Karen weiterhin ihr Gehalt erhalten und konnte ihre Reise so zum Teil finanzieren. Neben ihrem Gehalt hat Karen sich online mit kleineren Arbeiten etwas dazu verdient. „Inzwischen haben wir das Glück, dass wir durch meinen Blog Sponsoren haben, die uns mitfinanzieren“, ergänzt sie. Auch einige Ersparnisse helfen dabei, die Kosten für die Reisen und Abenteuer zu decken.

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Viele Eltern sind bei ihren Kindern besonders bedacht und versuchen sie vor allen möglichen Gefahren zu schützen. Beim Reisen muss man bedenken, dass der medizinische Standard in vielen Ländern nicht an den europäischen heran kommt. Ob sie das manchmal sorgen würde verneinte Karen jedoch: „Ich bin Krankenschwester, also bin ich da eher entspannt.“ Ein klarer Vorteil, denn wenn man selbst weiß, was zu tun ist, braucht man sich nicht auf andere zu verlassen. Gebiete mit Malaria-Gefahr meidet die junge Familie dennoch.

Karens Lebensstil hat zahlreiche Menschen begeistert. Auf ihrem Blog „Travel Mad Mum“ und ihrem Instagram-Account kann man der jungen Mutter und ihrer Familie folgen. Auch zahlreiche Tipps, wie man mit Kindern reist und mit gewissen Problemen umgeht, kann man auf ihrem Blog finden.