Sarcófagos de Karajia in Peru

Die Geheimnisse der riesigen Schädelmumien

Auf einem Felssims dieser Schlucht in Peru stehen sieben riesige Mumien-Behälter aus Lehm, auf denen Menschenschädel thronen. Foto: Flickr/Gaston E. / CC BY 2.0

Im Utcubamba-Tal in Peru starren riesige Mumien aus 200 Metern Höhe in den Abgrund. Sie gelten als Erbe der „Wolkenmenschen” aus dem 15. Jahrhundert – und bergen blutige Geheimnisse...

Sie sind stumme Zeugen einer längst vernichteten Kultur: die riesigen Mumien-Sarkophage im Utcubamba-Tal, die Sarcófagos de Karajia, rund 50 Kilometer nordöstlich der Stadt Chachapoyas im Norden Perus. Über Jahrhunderte gaben die „Uralten Weisen Männer“, wie sie von den Einheimischen genannt wurden, Wissenschaftlern Rätsel auf.

Was verbirgt sich in ihrem Inneren?

Wer schuf die sieben imposanten Figuren mit ihren seltsam gestalteten Gesichtern, auf denen echte Menschenschädel thronen? Was verbirgt sich in ihrem Inneren? Wie gelang es ihren Erbauern, die mehr als zweieinhalb Meter hohen Gestalten auf das praktisch unerreichbare Felssims in der Schlucht zu bauen, mehr als 200 Meter über dem Boden des fast senkrechten Abgrunds? Welchen Sinn erfüllen sie?

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es bei einer Expedition, die schwierig zu erreichenden Figuren zu erforschen. Mittlerweile haben moderne Messtechniken ergeben, dass die riesigen Gestalten aus Lehm, Stroh und Steinen im 15. Jahrhundert erschaffen wurden – und zwar als Sarkophage für Mumien. Deren Überreste fanden die Forscher im Inneren der Riesen, in Tierhäute gehüllt. Die Wissenschaftler identifizierten sie als ein Erbe der Chachapoya, einem prähistorischen Andenvolk.

Peru, Mumie

Auch diese Mumie, ausgestellt 2007 in Paris, ist ein Relikt des versunkenen Chachapoya-Königreiches
Foto: Getty Images

Verschwundene „Wolkenmenschen“

Die Kultur der Chachapoya ist ebenso faszinierend wie geheimnisvoll und hierzulande zu Unrecht praktisch unbekannt. Ihren Namen, der in der Sprache Quechua so viel wie „Wolkenmenschen“ bedeutet, erhielt das Volk von den Inka. Ungefähr zu der Zeit, als die riesigen Schädel-Mumien im Utcubamba-Tal entstanden, wurden die „Wolkenmenschen“ von den Inka unterworfen, ein großer Teil von ihnen wurde deportiert.

Im Zuge der Eroberung durch die Inka und auch einfach durch den Zahn der Zeit zerfiel die uralte Kultur der „Wolkenmenschen“ zu Pulver. Nur wenige Relikte sind erhalten – darunter die Schädel-Mumien im Utcubamba-Tal. Sie gelten nicht nur wegen ihrer Größe als einzigartig, sondern auch, weil sie so gut erhalten sind.

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Wie konnten sie dort oben bauen?

Zwar gehen Forscher davon aus, dass es noch einen achten Mumien-Behälter gab, der bei einem Erdbeben 1928 in die Tiefe gerissen wurde, so dass die Gruppe nicht komplett ist. Dabei wurde auch die nebenstehende Figur beschädigt – durch die entstandenen Löcher konnten Archäologen die darin befindlichen Mumien-Reste entnehmen, untersuchen und für die Nachwelt sicher konservieren.

Bis heute rätseln Experten, wie die Chachapoya ihre riesigen Grabstätten an die praktisch unerreichbare Stelle an der Wand der Schlucht erbauen konnten. Verschiedenen Theorien zufolge haben sie die Stelle über Fels-Simse erreicht, die heute nicht mehr existieren. Ob sie nach einem Erdbeben verschwanden oder nach Erbauung der Sarkophage von den Chachapoya  mit Absicht zerstört wurden, ist strittig. Dieses Geheimnis haben die „Wolkenmenschen” mit ins Grab genommen.

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