„The Stanley“

Das unheimliche Hotel, das Stephen King zum Horrorklassiker „The Shining“ inspirierte

Das Hotel The Stanley in Estes Park (Colorado). Autor Stephen King soll hier zu seinem Grusel-Roman „The Shining“ inspiriert worden sein, der drei Jahre später mit Jack Nicholson als Film in die Kinos kam
Das Hotel The Stanley in Estes Park (Colorado). Autor Stephen King soll hier zu seinem Grusel-Roman „The Shining“ inspiriert worden sein, der drei Jahre später mit Jack Nicholson als Film in die Kinos kam
Foto: Getty Images

Das Luxusanwesens „The Stanley Hotel“ in Colorado wirkt idyllisch – doch hinter der Fassade geschieht Gruseliges. Kultautor Stephen King soll hier gar so Schreckliches erlebt haben, dass er seine Erfahrungen im Horror-Klassiker „The Shining“ verarbeitet hat. TRAVELBOOK kennt die Geschichte des gruseligen Hotels.

Es war sozusagen höhere Gewalt, die Stephen King im Jahr 1973 ins „The Stanley“ in Estes Park (Colorado) führte: Weil ein Highway wegen starken Schneefalls gesperrt war, blieb dem damals 26-jährigen Autor und seiner Frau nichts anderes übrig, als in dem damals recht heruntergekommenen Hotel nach einem Zimmer zu fragen.

Es heißt, schon auf dem Serpentinenweg hoch zu dem herrschaftlichen Gebäude sei Stephen King die Idee zu seinem weltberühmten Gruselroman „The Shining“ gekommen: In der Einsamkeit eines abgelegenen, zugeschneiten Berghotels trägt sich ein schreckliches Familiendrama zu.

217 – das Zimmer des Grauens

Noch mehr Stoff für sein Buch fand der Autor – wohl eher unfreiwillig – im Hotelzimmer mit der Nummer 217, das der Betreiber des „The Stanley“ seinen einzigen Übernachtungsgästen damals gab. Unheimliche Dinge sollen sich in dem Raum zugetragen haben. Was genau das war, darüber sprach Stephen King niemals öffentlich.

Im 1977 erschienenen Roman „The Shining“ ist das Zimmer mit der Nummer 217 jedenfalls der Inbegriff allen Grauens. „Du musst mir versprechen, dass du dort nicht hineingehst – das Zimmer musst du meiden“, so die Warnung an den jungen Danny im Buch. Als er es schließlich doch betritt, verfolgt und würgt ihn der Geist einer Frau, die lange zuvor im Hotel gestorben ist. Am Ende gelingt es Danny und seiner Mutter in letzter Sekunde vor dem Vater zu fliehen, der dem Wahn erlegen ist, seine Familie ermorden zu müssen. Der Vater wird schließlich vom Spukhotel in den Tod gerissen.

Niemand wird wohl je erfahren, was Stephen King in Raum 217 wirklich widerfahren ist. Dem „The Stanley“, das im Roman als Vorbild für das Overlook-Hotel dient, brachte es unverhofften Grusel-Ruhm – und einen Besucheransturm, mit dem wohl niemand gerechnet hätte. Der Raum mit der Nummer 217 ist bis heute das meistgebuchte Zimmer im Hotel.

138 Räume hat das The Stanley, das im gregorianischen Stil gebaut wurde

138 Räume hat das The Stanley, das im gregorianischen Stil gebaut wurde
Foto: dpa picture alliance

Immer wieder unheimliche Berichte aus dem Hotel

Und immer wieder gibt es sie: die Berichte von unheimlichen Dingen, die im Zimmer 217 und den Hotelfluren vor sich gehen. Vom Geist des lange verstorbenen Hotelgründers ist die Rede, der vor allem in der Lobby und im Billiardzimmer sein Unwesen treibt. Die verstorbene Gattin des Hoteliers spukt vor allem gerne durch den Ballsaal und spielt manchmal sogar auf dem Piano, heißt es. Selbst Schauspieler Jim Carrey wurde Opfer des unheimlichen Spuks: Berichten zufolge stürmte er im Jahr 1994 fluchtartig aus Zimmer 217, in dem er während Dreharbeiten übernachtet hatte. Auch er schweigt bis heute vehement über die Gründe für seine Flucht.

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2016 entfachte ein gewisser Henry Yau erneut die Spekulationen um Geister, die im „The Stanley“ ihr Unwesen treiben sollen: Bei Instagram postete der Tourist aus Texas ein Foto aus der Hotellobby, auf dem der alte Treppenaufgang zu sehen ist. Auf dem obersten Absatz ist deutlich eine Gestalt zu erkennen, offenbar eine Frau in einem schwarzen Kleid.

Ein Foto von einem Geist in dem Horrorhotel?

„Menschenskinder! Ich glaube, ich habe einen Geist im Stanley Hotel fotografiert“, schrieb Yau, der als PR-Direktor für ein Kindermuseum arbeitet, unter sein Foto. Dem Nachrichtenportal click2houston.com sagte er: „Als ich es aufgenommen habe, habe ich nichts bemerkt.“ Erst am nächsten Morgen, als er sich das Foto erneut ansah, habe er festgestellt, dass eine Gestalt darauf zu sehen sei. Das sei vor allem deshalb ungewöhnlich, weil er nicht gerne Menschen fotografiere. Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass es sich bei der Aufnahme um ein gestelltes Bild oder gar eine Collage handelt – und dass PR-Profi Henry Yau damit nur die Spuk-Legende befeuern möchte.

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Unheimlich ist die Aufnahme allemal, und manche glauben, das Foto zeige die lange verstorbene Gattin des Hotelgründers. Verschiedenen Berichten zufolge spukt sie gerne durch den Ballsaal und spielt manchmal sogar auf dem Piano. Der Geist des Hoteliers selbst soll ebenfalls durch das Gebäude streifen, vor allem in der Lobby und im Billardzimmer treibt er sein Unwesen, heißt es. Selbst Hollywoodstar Jim Carrey wurde angeblich schon Opfer des unheimlichen Spuks: Berichten zufolge stürmte er im Jahr 1994 fluchtartig aus Zimmer 217, in dem er während Dreharbeiten übernachtet hatte. Der Schauspieler schweigt bis heute vehement über die Gründe für seine Flucht.

„The Shining“ wurde in einem anderen Hotel gedreht

Wer heute ins „The Stanley“ eincheckt, kann im hoteleigenen Fernsehprogramm die ungekürzte Kinoversion von „The Shining“ ansehen. Der Film, der 1980 mit Jack Nicholson in der Hauptrolle in die Kinos kam, läuft in einer Endlosschleife auf Kanal 42.

Das Hotel, das man dort sieht, ist allerdings nicht das „The Stanley“. Regisseur Stanley Kubrick empfand das schneeweiße Anwesen in den Bergen Colorados als zu schön und zu wenig gruselig, als dass er es als Drehort akzeptieren wollte. Als Kulisse diente stattdessen die Timberline Lodge in Oregon. Im Film trägt das Zimmer des Grauens auch nicht die Nummer 217, sondern die 237.

Filmfans, die heute in der Timberline Lodge einchecken, suchen allerdings vergeblich nach einem Zimmer mit dieser Nummer. Überhaupt erkennt man in den gemütlichen Räumen nichts aus dem Horrofilm wieder, und auch der Irrgarten, in dem Jack Nicholson alias Jack Torrance am Ende erfriert, ist nirgends zu finden. Kein Wunder: Das Hotel lieh dem Film nur seine düstere Fassade – alle Innenaufnahmen entstanden in einem Studio in London.

 

Stephen King war mit der Verfilmung seines Romans übrigens nicht sonderlich zufrieden gewesen, weil Kubrick sich zu wenig an der Vorlage orientierte. Und so verfasste er 17 Jahre später selbst ein Drehbuch und brachte die Miniserie „Stephen King’s The Shining“ ins TV. Als Schauplatz für den TV-Dreiteiler diente der Ort, an dem alles seinen Anfang nahm: das „The Stanley“ in Colorado. Auch in Zimmer 217 wurde gedreht.

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