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Hier watet man durch Exkremente

Die Höhlen von Gomantong – Asiens ekligste Touristenattraktion?

Höhlen von Gomantong
Die Höhlen von Gomantong sind eine der größten Touristenattraktionen Borneos - auch wenn ein Besuch hier wohl manchen erschaudern lässtFoto: Getty Images

Die Höhlen von Gomantong sind eine der größten Touristenattraktionen auf der Insel Borneo – und wohl auch die ekligste. Denn wer sie besuchen will, watet knöcheltief durch Exkremente. Und dann sind da noch Millionen von Kakerlaken und anderem Getier...

Im malaysischen Bundesstaat Sabah auf der Insel Borneo liegt eine äußerst ungewöhnliche Touristenattraktion. Viele würden wohl eher sagen: Eine äußerst eklige. Denn die Höhlen von Gomantong sind berühmt-berüchtigt für ihre mehrbeinigen Bewohner, die wohl nicht wenigen Besuchern einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Und haben wir schon erwähnt, dass man in der Höhle mindestens knöcheltief durch Exkremente watet?

Der Grund dafür ist, dass die Höhlen von Gomantong bewohnt werden von Millionen von Fledermäusen und Salanganen, einer Art Schwalbe. Was sie ausscheiden, fällt auf den Höhlenboden, und hat sich dort im Laufe der Zeit zu einer laut „Atlas Obscura“ etwa 30 Meter hohen Kot-Schicht angestaut. Und wäre das nicht schon eklig genug, haben die Exkremente eine Vielzahl anderer Bewohner in die Höhle gelockt, denen man im Urlaub eigentlich nicht so gerne begegnet.

Kakerlaken, Skorpione und Schlangen

Wie wäre es zum Beispiel mit Abermillionen von Kakerlaken, die nicht nur im Dung herumkrabbeln, sondern auch an den Wänden der Höhlen von Gomantong? Wie „Lonely Planet“ berichtet, kommen dazu noch Skorpione, riesige Tausendfüßler, Krabben und Schlangen. Sie alle ernähren sich von dem, nun ja, ungewöhnlichen Ökosystem in den Höhlen.

Höhlen von Gomantong
Ein riesiger Tausenfüßler, nur einen der Abermillionen krabbelnder HöhlenbewohnerFoto: Getty Images

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Die touristische Seite „Wonderful Malaysia“ berichtet auch von einem penetranten Ammoniak-Gestank, hervorgerufen durch die Exkremente. Touristen bewegen sich heute über einen hölzernen Steg durch die Höhlen von Gomantong. Trotzdem wird empfohlen, zum Schutz vor dem Kot Plastiktüten um die Schuhe zu wickeln. Aus demselben Grund solle man übrigens besser einen Hut tragen.

Schwalbennester als Delikatesse

Höhlen von Gomantong
Ein Mann erntet in den Höhlen von Gomantong Schwalbennester. Diese gelten vor allem auf dem chinesischen Markt als Delikatesse.Foto: dpa Picture Alliance

Wem dieses Spektakel zu eklig ist, der kann auch einer anderen beliebten Touristenattraktion beiwohnen. Jeden Abend gegen 18 Uhr verlassen die Fledermäuse in riesigen Schwärmen die Höhlen von Gomantong. Für die Einheimischen sind die Höhlen aber nicht nur als Touristenattraktion eine wertvolle Einnahmequelle. Zweimal im Jahr werden hier die Schwalbennester geerntet, die in Asien, in einer Suppe serviert, als Delikatesse gelten. Ein Kilo Schwalbennester bringt auf dem Markt bis zu 1000 Dollar und mehr.

Die Höhlen von Gomantong bestehen aus der „Schwarzen Höhle“ und der „Weißen Höhle“. Nur erstere, Simud Hitam genannt, ist für Besucher geöffnet. Auf einer Fläche von 90 Metern kann sich jeder bewegen, der sich denn traut. Zum Glück gibt es aber auf Borneo auch „harmlosere“ Tiere. Unter anderem die einheimischen Orang-Utans – für alle, die in ihrem Urlaub nicht freiwillig Kakerlaken begegnen und durch Exkremente waten möchten.

Die Lage der Höhlen auf der Insel Borneo

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