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Bis zu minus 45 Grad! Das ist der wohl kälteste Ort Deutschlands

Am Funtensee wurde die bislang niedrigste Temperatur Deutschlands gemessen
Am Funtensee wurde die bislang niedrigste Temperatur Deutschlands gemessen Foto: Getty Images / Kamadie
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Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

7. Januar 2026, 16:51 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt kennt man vielleicht aus Kanada, Skandinavien, Grönland oder Alaska – in Deutschland sind sie doch eher selten. Doch es gibt auch hierzulande einen Ort, an dem einst eine Temperatur von unglaublichen minus 45,9 Grad gemessen wurde. TRAVELBOOK erklärt, wo er liegt und warum es ausgerechnet dort so kalt ist.

Am Funtensee, tief in den Berchtesgadener Alpen, ist es kälter als überall sonst in Deutschland. Wie WELT berichtet, wurde dort bereits 2001 ein historischer Tiefstwert gemessen. Eine private Wetterstation registrierte am 24. Dezember 2001 minus 45,9 Grad Celsius, die Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verzeichnete auf der gegenüberliegenden Seite des Sees immerhin minus 44,0 Grad Celsius. Solche Abweichungen seien bei extremen Bedingungen normal, heißt es von DWD-Experte Tobias Reinartz bei „The Weather Channel“.

Warum es am Funtensee so kalt wird

Aber warum ist es ausgerechnet am Funtensee mitten in den Berchtesgadener Alpen so frostig? Das hat verschiedene Gründe. Vor allem die Lage spielt dabei eine große Rolle. Der See liegt auf einer Höhe von etwa 1600 Metern. Drumherum befinden sich Berge, die bis zu 2000 Meter messen. Die sorgen dafür, dass sich kalte Luft ansammelt und im Winter nur wenig Sonnenlicht durchkommt. Außerdem fließt das Wasser des Sees nicht oberirdisch ab, sondern versickert unterirdisch. Das führt wiederum dazu, dass eine natürliche Schwelle entsteht, die den See umgibt.

Am Ende seien es drei Faktoren, die dazu führten, dass es dort so kalt werden könne, erklärt DWD-Meteorologe Reinartz. Schnee, kein Wind und keine Wolken begünstigen demnach die extreme Kälte. Die kalte Luft sammelt sich in der Senke, und ohne Wind bleibt sie dort auch. Befindet sich auf dem zugefrorenen See dann auch noch Schnee, wird die Bodenwärme blockiert und die Kälte noch bestärkt.

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Am Funtensee gibt es aber noch eine Besonderheit. Denn normalerweise nimmt die Bewaldung immer mehr ab, je höher man sich befindet. Am Funtensee wachsen allerdings gar keine Bäume – erst etwas weiter oben tauchen wieder Bäume auf. Der genaue Grund dafür ist umstritten. So heißt es einerseits, dass eben jene eisige Kälte dafür verantwortlich ist. Andererseits wird behauptet, dass Menschen, die über Jahrhunderte ihr Vieh hoch zu den Almen getrieben haben, die Bäume gefällt hätten. Richtig nachgewiesen werden kann das aber nicht mehr.

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Offiziell nicht in der Kälte-Statistik

Minus 45,9 Grad Celsius – die tiefste gemessene Temperatur in Deutschland – und trotzdem ist der Funtensee zumindest offiziell nicht der kälteste Ort hierzulande. Dadurch, dass es so eine exponierte Lage sei, die null repräsentativ sei für Deutschland an sich, tauche dieser Wert in keiner offiziellen Auswertung vom DWD auf, so Reinartz. Demnach könnten nämlich noch kältere Orte existieren. Es gebe ganz viele Höhentäler und Senken in den Alpen, wo es Ähnlichkeiten gebe. Der einzige Unterschied: Am Funtensee gibt es eine Messstation.

Der eigentliche Rekordhalter heißt deshalb Wolnzach-Hüll in Oberbayern. Am 12. Februar 1929 wurden dort minus 37,8 Grad Celsius gemessen.

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Zum Funtensee wandern

Besuchen lässt sich der Funtensee trotz seiner extrem niedrigen Temperaturen. Denn nur wenige Meter höher gelegen befindet sich das Kärlingerhaus, eine Alpenvereinshütte. Dank ihrer Lage kann es dort bereits bis zu 20 Grad wärmer als am Funtensee selbst sein. Von dort aus hat man den perfekten Blick auf den See, und während der Saison zwischen Mai und Oktober wird man auch kulinarisch versorgt. Im Winter können Wanderer den Winterraum nutzen, der mit einem Schlüssel des Alpenvereins genutzt werden kann.

Um den Funtensee zu erreichen, gibt es verschiedene Touren. Besonders beliebt ist laut der Website des Kärlingerhauses der Aufstieg vom Königssee, der etwa vier Stunden dauert.

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