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„El Ojo“ in Argentinien

Kreisrund und schwebend! Die mysteriöseste Insel der Welt

Was steckt wirklich hinter diesem nahezu perfekten Kreis im argentinischen Fluss-Delta? Lesen Sie hier.
Was steckt wirklich hinter diesem nahezu perfekten Kreis im argentinischen Fluss-Delta? Credit: Wikimedia Commons/ Argentina Government / CC BY 4.0
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Lena Braun
Redaktion TRAVELBOOK

2. Juli 2026, 16:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Inmitten des Paraná-Deltas in Argentinien schwimmt eine Insel, um die sich die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien ranken. Manche vermuten dahinter ein UFO, andere die Heimat einer Gottheit. Der Grund: ihre nahezu perfekte Kreisform und die Tatsache, dass sie sich innerhalb dieses Kreises bewegt.

Etwa 70 Kilometer von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires entfernt liegt eine wasserreiche Sumpflandschaft. Über rund 230 Kilometer erstreckt sich hier das Delta des Flusses Paraná. Mehrere Inseln sowie ein labyrinthartiges Netzwerk aus Bächen und bewaldeten Feuchtgebieten bilden eine außergewöhnliche Landschaft.

Die Entdeckung der kreisrunden Insel

Außergewöhnlich ist auch eine kleine Insel, die erst 2016 auf Luftbildaufnahmen im Internet entdeckt wurde. Wie „BBC Wildlife“ berichtet, konnte später nachvollzogen werden, dass die Sensation bereits seit 2003 auf den Karten zu sehen war – nur hatte sie zuvor offenbar niemand bemerkt.

Das ist allerdings kaum verwunderlich: Das weitläufige Delta gilt noch immer als weitgehend unerforscht. Eher zufällig stieß der argentinische Filmemacher Sergio Neuspiller auf den nahezu perfekten Kreis im sattgrünen Delta, als er die Region auf der Suche nach einem Drehort mit Google Earth erkundete.

So sieht „El Ojo“ auf Google Earth aus
So sieht „El Ojo“ auf Google Earth aus Foto: Google Earth

Wie „El Observador“ berichtet, flog das Filmteam anschließend mit einem Kleinflugzeug über die Landschaft, um die genauen Koordinaten der Insel zu bestimmen. Später erreichten die Beteiligten den Ort zu Fuß. „Wir fanden den perfekten Kreis vor, genau wie er aus der Luft erscheint. Das Wasser wirkte schwarz, war aber tatsächlich vollkommen transparent – etwas, das im Delta fast unmöglich zu finden ist. Der Grund dafür war der schwarze Untergrund“, so der Regisseur.

Aus der Luft erinnert die Insel an eine grüne Pupille in einem schwarzen Auge. Deshalb gab Neuspiller seiner Entdeckung den Namen „El Ojo“ – das Auge. Auf Google Maps ist der Ort bis heute mit dem Zusatz „Misterioso“ versehen.

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Wie sich das Phänomen erklären lässt

So mysteriös das Ganze auf den ersten Blick wirkt, so haben Forschende inzwischen eine plausible Erklärung dafür, warum sowohl die Insel als auch das sie umgebende Becken so perfekt – geradezu menschengemacht – aussehen.

Auf verschiedenen Luftaufnahmen ist zu erkennen, dass sich die rund 120 Meter große Vegetationsfläche innerhalb ihres kreisförmigen Beckens bewegt. Mal liegt sie am linken Rand an, mal am rechten.

Offenbar besteht die Insel überwiegend aus leichtem organischem Material wie verfilztem Gras und zersetzten Pflanzenresten. Dadurch schwimmt sie auf der Wasseroberfläche. Strömungen unter der Insel sorgen dafür, dass sie sich langsam um ihre eigene Achse dreht. Berührt sie dabei das Ufer ihres Beckens, reiben sich über lange Zeit die Kanten von Insel und Ufer gegenseitig ab. So schleifen sich beide immer weiter rund, bis die nahezu perfekte Kreisform entsteht. Dieser Prozess setzt sich bis heute fort – die Insel dürfte deshalb mit der Zeit immer kleiner werden.

Kann man „das Auge“ besuchen?

Wie die aufwendige Expedition der Filmcrew zeigt, ist es alles andere als einfach, das Naturschauspiel zu erreichen. Die Sumpflandschaft ist nur schwer zu durchqueren. Abseits der angelegten Touristenwege benötigt man mindestens einen ortskundigen Guide – und je nach Route wahrscheinlich auch ein Boot. Den besten Blick auf die außergewöhnliche Kreisform bietet ohnehin die Luftperspektive.

Der Paraná Fluss trifft hier auf die reiche, sattgrüne Vegetation Argentiniens
Der Paraná Fluss trifft hier auf die reiche, sattgrüne Vegetation Argentiniens Foto: Getty Images

Ein Besuch im Paraná-Delta lohnt sich dennoch, besonders für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Die einzigartige Landschaft bietet zahlreichen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum. Neben Weiden und ausgedehnten Seerosenfeldern wächst hier auch der Ceibo, Argentiniens blühender Nationalbaum. Zudem zählt das Delta zu den beliebtesten Regionen des Landes für Vogelbeobachtungen.

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