11. Mai 2026, 13:45 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Weiße Kreideklippen, die so malerisch anmuten, dass sie schon Claude Monet inspirierten. Die Klippen von Étretat in der Normandie in Frankreich sind ein beliebtes Ausflugsziel bei Touristen. Doch lohnt sich ein Besuch wirklich? TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal war vor Ort und weiß, ob die Klippen wirklich so beeindruckend schön sind.
Im Rahmen einer Mini-Kreuzfahrt auf der Nordsee (hier habe ich bereits ausführlich darüber berichtet), machten wir auch einen Stopp in Le Havre. Der Hafen der größten Stadt der Normandie wird häufig von Kreuzfahrtschiffen angefahren. Von dort aus bieten sie dann ihren Passagieren Ausflüge nach Paris an. Für mich ging es allerdings nach Étretat. Die kleine Gemeinde liegt direkt an der 140 Kilometer langen Alabasterküste, die ihren Namen den kalkweißen Klippen zu verdanken hat. Nach einer etwa 45-minütigen Autofahrt stand ich direkt an der Promenade von Étretat – und war schlichtweg beeindruckt.
Von oben oder unten – der Blick ist phänomenal
Ich muss dazu sagen, dass ich wahnsinnig Glück mit dem Wetter hatte. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, ein bisschen Wind. Was will man mehr?! Da die Zeit vor Ort begrenzt war, entschloss ich mich, den direkten Weg hoch auf die Klippen zu nehmen. Schon von der Promenade aus hat man einen tollen Blick auf den Kieselstrand und links und rechts die Klippen. Zu meiner Linken konnte ich Porte d’Aval sehen. Sie wurde von den Wellen ausgehöhlt, die auf das Ende der Klippe schlugen. Auf der anderen Seite befindet sich die Klippe von Amont. Ihr wird nachgesagt, dass sie einem Elefanten gleicht. Der Rüssel taucht ins Meer, Kopf und Ohren werden von leichten Wölbungen dargestellt.
Sie merken: Selbst wenn man sich nicht die Mühe macht und den Weg hoch auf die Klippen läuft, hat man einen beeindruckenden Blick. Doch ich wollte natürlich hoch hinaus, um das Naturphänomen auch von oben zu sehen.
Zunächst geht es dafür ein paar Treppenstufen hoch. Anschließend folgt ein recht steiler Pfad, der sich aber leicht meistern lässt. Oben angekommen wird man dann mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Die kleine Gemeinde Étretat liegt einem zu Füßen und man kann einmal den kompletten Strandabschnitt von oben sehen.
Malerische Landschaft so weit das Auge reicht
Trotz guten Wetters und eines Sonntags hielten sich die Besuchermassen in Grenzen. Klar, es war nicht leer. Aber ich musste auch nicht „anstehen“, um einen Blick auf die Klippen zu erhaschen. Was mich allerdings überrascht hat, als ich oben angekommen war: Dort befindet sich ein riesiger Golfplatz. Wer also mal mit spektakulärer Aussicht golfen möchte, ist dort genau richtig.
Wie bereits erwähnt, muss man natürlich nicht den Aufstieg auf sich nehmen – aber es lohnt sich. Denn von oben kann man unter anderem die sogenannte Nadel, l’Aiguille, sehen. Dabei handelt es sich um einen etwa 51 Meter hohen Felsen, der direkt an der Porte d’Aval aus dem Wasser herausragt.
Die Nadel und der Felsbogen inspirierten zahlreiche Maler und Schriftsteller. So malte etwa Claude Monet zahlreiche Varianten dieser Felsformationen.
Eine Bucht weiter befindet sich außerdem die monumentale La Manneporte. Es handelt sich um den größten Felsbogen der gesamten Alabasterküste.
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Restaurants, Cafés und himmlische Croissants
Étretat selbst ist ein kleiner, süßer Ort und es lohnt sich definitiv, einmal durchzuschlendern. Direkt am Wasser gibt es ein paar Imbissmöglichkeiten. In einem habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Austern probiert. Ich bin noch etwas unschlüssig, wie ich es fand – der Rest der Gruppe hat sie aber als sehr gut, frisch und äußerst günstig bewertet.
Im Ort selbst gibt es eine kleine, aber feine Auswahl von Restaurants und Cafés und ein paar nette Läden. Da mir nicht viel Zeit blieb, reichte es nur für einen kurzen Abstecher in eine Patisserie. Denn wenn ich in Frankreich bin, muss ich einfach ein Croissant essen. Und ich wurde nicht enttäuscht – es war vorzüglich.
Was ich aus Zeitgründen nicht besuchen konnte, waren die Gärten von Étretat. Sie befinden sich auf der Seite der Klippe von Amont. Der Garten besteht aus abstrakten Pflanzenskulpturen und bietet einen spektakulären Blick auf die Küste.
Und noch etwas steht auf meiner To-do-Liste für Étretat: das Le Clos Arsène Lupin. Das Museum befindet sich in der ehemaligen Villa des französischen Schriftstellers Maurice Leblanc. Es beherbergt unter anderem Bekleidungsstücke und andere Utensilien des fiktiven Romanhelden Arsène Lupin. Das Museum stellt in Form eines szenischen Rundgangs die Taten des Meisterdiebs dar.
Mein Fazit
Für mich hat sich der Besuch der Klippen von Étretat auf jeden Fall gelohnt. Die Klippen sind beeindruckend – von oben und unten. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass man keinesfalls mit dem Auto anreisen sollte – oder zumindest nur mit einem Shuttle oder Taxi, die einen dort nur absetzen. Denn die Parkplätze sind wirklich begrenzt. Und so schön es auch war: Ein längerer Tagesausflug reicht. Wer länger bleiben will, dem würde ich nicht mehr als eine oder maximal zwei Nächte empfehlen. Étretat ist allerdings die perfekte Ausgangslage für Ausflüge entlang der Küste – etwa zum Wandern oder Radfahren.
Die Reise wurde unterstützt von „MSC Cruises“. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

